Tilgung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Tilgung · Nominativ Plural: Tilgungen
Aussprache
WorttrennungTil-gung (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Tilgung‹ als Erstglied: ↗Tilgungsdarlehen · ↗Tilgungsfonds · ↗tilgungsfrei
 ·  mit ›Tilgung‹ als Letztglied: ↗Straftilgung  ·  mit ›Tilgung‹ als Binnenglied: ↗Erblastentilgungsfonds
eWDG, 1976

Bedeutung

spurlose, restlose Beseitigung, Auslöschung
Beispiele:
die Tilgung von Druckfehlern
Jura die Tilgung einer (im Strafregister verzeichneten) Strafe
Bankwesen, Börsenwesen die Tilgung eines Kredits, einer Anleihe
Bankwesen, Börsenwesen der Schuldner hat sich zur ratenweisen Tilgung verpflichtet
die Tilgung der Planrückstände wird im 2. Quartal erfolgen
restlose Vernichtung, Ausrottung
Beispiele:
Maßnahmen zur Tilgung von Ratten, Mücken
langfristige Pläne zur Tilgung von Tierseuchen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tilgen · Tilgung · austilgen · vertilgen · Vertilgung
tilgen Vb. ‘streichen, auslöschen, beseitigen, vernichten’, ahd. tīligōn (um 1000; firtīligōn, 8. Jh.), mhd. tīligen, (mit Kürzung von -i- vor Doppelkonsonant) tilgen, tiljen, tillen ‘auslöschen, vernichten’ ist wie mnd. dē̌lgen, dēligen, dēlegen, delligen, dilligen, mnl. delighen, nl. delgen im Zuge der angelsächsischen Mission aus gleichbed. aengl. ādīlegian, ādīl(i)gian hervorgegangen, das als Wort der Klostersprache vor allem ‘Geschriebenes auswischen, auslöschen’, dann ‘vernichten’ bedeutet. Das aengl. Verb ist eine Entlehnung aus lat. dēlēre ‘zugrunde richten, zerstören, vernichten’, auch ‘Eingegrabenes, Geschriebenes tilgen, auslöschen’, eigentlich ‘abwischen’ (Geschriebenes von Wachstafeln). Daneben steht ahd. tīlōn (9. Jh.), irtīlēn ‘vernichten’ (8. Jh.), das direkt auf lat. dēlēre zurückgeht. Heute vor allem im Sinne von ‘streichen, auslöschen, aufheben’ in Wendungen wie eine Strafe, die Eintragung im Strafregister, eine Schuld, Schulden tilgen, während die Bedeutung ‘vernichten’ meist durch aus- und vertilgen (s. unten) ausgedrückt wird. Tilgung f. ‘Streichung, Beseitigung, Vernichtung, Rückzahlung’ (Ende 17. Jh.); doch vgl. ahd. tīligunga (um 1000) und mnd. dē̌lginge ‘Tilgung, Löschung einer Eintragung’. austilgen Vb. ‘vernichten, ausrotten’ (Ungeziefer), übertragen ‘auslöschen’ (Erinnerung, Andenken), spätmhd. ūʒtīligen, ūʒtilgen. vertilgen Vb. ‘vernichten, ausrotten’ (Ungeziefer, Unkraut), ahd. firtīligōn (8. Jh.), mhd. vertīligen, vertī̌ljen ‘vernichten, zerstören’; vgl. aengl. fordīlegian, fordīl(i)gian. Landschaftlich vertilgen ‘(große Mengen) verzehren, aufessen, austrinken’ (19. Jh.). Vertilgung f. ‘Vernichtung, Ausrottung’, ahd. firtīligunga (Hs. 12. Jh.), spätmhd. vertilgunge.

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Compositio · Friedegeld · Manngeld · Wehrgeld · Weregildus · ↗Wergeld · Wiedergeld
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Elision · Tilgung
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Altschuld Auslandsschuld Aussetzung Bundesschuld DDR-altschuld Darlehen Erblastentilgungsfonds Hypothek Hypothekendarlehen Kredit Rate Restschuld Schuld Sondervermögen Staatsschuld Steuerschuld Verbindlichkeit Verlustvortrag Verzinsung Zins Zinsbindung Zinszahlung anfänglich außerplanmäßig einprozentig fällig planmäßig teilweise verwenden vorzeitig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tilgung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sogar die reguläre Tilgung bestimmter Fonds will, muß der Bund aussetzen.
Die Zeit, 11.07.1997, Nr. 29
In den nächsten sieben Jahren müssen nur die Zinsen überwiesen werden, danach ist auch die Tilgung fällig.
Süddeutsche Zeitung, 28.09.1996
Weit wirksamer in der Tilgung der Kriegsschulden erwies sich die zunehmende Inflation der europäischen Währungen.
Gatzke, Hans W.: Europa und der Völkerbund. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 14945
Eine zusammenhängende Menge eines mindestens zweidimensionalen Raumes bleibt nach Tilgung eines inneren Punktes zusammenhängend.
Hausdorff, Felix: Grundzüge der Mengenlehre, Leipzig: Veit 1914, S. 324
Nach ihr tilgt selbst die sakramentale Absolution »nicht Schuld und ewige Strafe, sondern zeigt nur die bereits erfolgte Tilgung an« 23.
Iserloh, Erwin u. a.: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1967], S. 21653
Zitationshilfe
„Tilgung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tilgung>, abgerufen am 23.07.2019.

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