Tinte, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Tinte · Nominativ Plural: Tinten
Aussprache
WorttrennungTin-te (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Tinte‹ als Erstglied: ↗Tintendrucker · ↗Tintenfass · ↗Tintenfisch · ↗Tintenflasche · ↗Tintenfleck · ↗Tintenglas · ↗Tintengummi · ↗Tintenkiller · ↗Tintenklecks · ↗Tintenkuli · ↗Tintenlöscher · ↗Tintenspritzer · ↗Tintenstift · ↗Tintenstrahl · ↗Tintenwischer · ↗tintenblau · ↗tintenschwarz
 ·  mit ›Tinte‹ als Letztglied: ↗Anilintinte · ↗Füllertinte · ↗Füllhaltertinte · ↗Gallustinte · ↗Geheimtinte · ↗Urkundentinte · ↗Wäschetinte · ↗Wäschezeichentinte
 ·  mit ›Tinte‹ als Grundform: ↗tintig
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
gelösten Farbstoff enthaltende Flüssigkeit zum Schreiben, Zeichnen
Beispiele:
schwarze, blaue, rote, grüne, unsichtbare Tinte
eine Flasche Tinte
die Tinte ist ausgelaufen, eingetrocknet
mit Tinte schreiben
übertragen
Beispiele:
der Lehrer hat bei der Korrektur der Aufsätze viel rote Tinte verbraucht (= hat viel korrigieren müssen)
bei diesem Thema ist schon viel Tinte verspritzt worden (= über dieses Thema ist viel geschrieben worden)
bei diesem Thema ist schon viel Tinte verschwendet worden (= über dieses Thema ist viel Überflüssiges geschrieben worden)
landschaftlich etw. ist klar wie dicke Tinte (= völlig klar)
salopp da müsste ich ja Tinte gesoffen haben (= verrückt sein), wenn ich auf diesen Vorschlag einginge
umgangssprachlich jmd. sitzt in der Tinte (= ist in Bedrängnis, unangenehmer Lage, Verlegenheit)
umgangssprachlich jmd. setzt sich in die Tinte (= fügt sich selbst Schaden zu, zieht sich Unangenehmes zu)
das mit Tinte Geschriebene
Beispiele:
die Tinte muss erst trocknen
die Tinte ist noch feucht, nass, noch nicht trocken
die Tinte löschen (= das mit Tinte Geschriebene mit dem Löschblatt trocknen)
2.
gehoben Farbe, Farbton
Beispiele:
Die Farben des Zimmers, die Tinten der Landschaften auf den Tapeten [Th. MannBuddenbrooks1,251]
Im Westen sinkt die glühende Sonnenscheibe inmitten roter und violetter Tinten ins Meer [NellFischer186]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tinte · Tintenfaß
Tinte f. ‘gefärbte Flüssigkeit zum Schreiben’, ahd. tincta (9. Jh.), mhd. tincte, tinte ist entlehnt aus mlat. tincta ‘Schreibflüssigkeit’, dem substantivierten Femininum des Part. Perf. von lat. ting(u)ere (tīnctum) ‘benetzen, tränken, eintauchen, färben, ausstatten’ (woraus auch afrz. frz. teindre ‘färben’, s. ↗Teint), verwandt mit ↗tunken (s. d.). Tintenfaß n. ‘Gefäß für Tinte’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(in der) Patsche · (in der) Tinte (sitzen) · ↗Misslichkeit · ↗Not · ↗Notlage · ↗Schwierigkeit · ↗Schwulität (meist Plur.: in Schwulitäten) · ↗Verlegenheit · missliche Situation · schwierige Situation · verzwickte Situation  ●  ↗Bedrängnis  geh. · ↗Bredouille  ugs., franz. · ↗Klemme  ugs. · Schwulibus  ugs., selten · ↗Verdrückung  ugs., regional
Assoziationen
  • (für jemand anderen) die Vorteile sichern · (für jemand anderen) etwas riskieren  ●  (für jemand anderen) die Kastanien aus dem Feuer holen (und sich dabei die Pfoten verbrennen)  fig.
  • Krise · ↗Misere · ↗Missstand · ↗Tragik · ↗Verhängnis · kritische Situation · missliche Lage · schlimmer Zustand  ●  ↗Kalamität  geh., lat. · ↗Krisis  geh., veraltend · ↗Malaise  fachspr. · ↗Schlamassel  ugs.
  • (für jemanden) die Situation retten · ↗(jemanden) herausreißen  ●  (für jemanden) den Karren aus dem Dreck ziehen  fig. · (jemandem) aus der Patsche helfen  ugs.
  • (etwas ist) nicht gut · schöner Mist  ●  schöne Scheiße  derb
  • in Schwierigkeiten (sein) · in Schwierigkeiten (stecken) · in einer schwierigen Situation sein · in einer schwierigen Situation stecken  ●  (sich) in schwierigem Fahrwasser befinden  fig.
  • bis zum Hals in Schwierigkeiten stecken · in großen Schwierigkeiten sein  ●  (knie)tief in der Scheiße stecken  derb, fig. · bis zum Hals in der Scheiße stecken  derb, fig. · echte Probleme haben  ugs., variabel · ganz schön in der Klemme sitzen  ugs. · jede Menge Ärger haben  ugs.
  • (das) Fehlen (von) · ↗Knappheit · ↗Seltenheit · ↗Unterversorgung (mit) · ↗Verknappung  ●  ↗Engpass  fig. · ↗Mangel (an)  Hauptform

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bleistift Druckerschwärze Druckkopf Feder Federhalter Federzeichnung Füller Füllfederhalter Kugelschreiber Papier Pergament Sepia Tintenfisch Toner Tusch Tusche abwaschbar braun eintrocknen eisenhaltig getrocknet pigmentiert saufen schwarz trocken trocknen unsichtbar vergießen verschmieren violett

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tinte‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schließlich ist die Tinte noch nicht einmal auf dem Papier.
Süddeutsche Zeitung, 28.05.2004
Das weiße Papier kaum vergilbt, die Tinte kräftig blau wie eben erst geflossen.
Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 182
Sie vergössen, hielt er ihnen in schonungsloser Offenheit vor, mehr Tinte als Blut.
Die Zeit, 10.03.1972, Nr. 10
Da möchte man doch Tinte saufen! sagt man, wenn man über etwas entrüstet ist oder sich verwundert.
Röhrich, Lutz: Tinte. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 21315
Ich habe mit Tinte durchgestrichen und meinen Namen daneben gesetzt.
o. A.: Einhundertfünfundvierzigster Tag. Montag, 3. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 35960
Zitationshilfe
„Tinte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tinte>, abgerufen am 19.04.2019.

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