Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Tippelbruder, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Tippelbruders · Nominativ Plural: Tippelbrüder
Aussprache 
Worttrennung Tip-pel-bru-der
Wortzerlegung tippeln Bruder
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich, veraltend Landstreicher
Beispiel:
»wie war es möglich, daß unser Robert auf die Landstraße geraten konnte, unter die Tippelbrüder und Vagabunden?« [ LöscherAlles Getrennte294]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tippeln · Tippelbruder
tippeln Vb. ‘gehen, wandern’, im Rotw. (Anfang 19. Jh.) von Handwerksburschen, danach heute ‘zu Fuß gehen’, (von Kindern) ‘mit kurzen Schritten laufen’; lautliche und semantische Berührungen mit lautmalenden Verben wie dappeln (von Zwergen) ‘mit kleinen Schritten gehen’ (Goethe), tappen, trappen, trappeln und trippeln (s. d.) sind unverkennbar. Tippelbruder m. rotw. ‘wandernder (und bettelnder) Handwerksbursche, Landstreicher’ (Anfang 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Berber · Herumstreicher · Landfahrer · Nichtsesshafter · Streuner · Strolch · Stromer · Trebegänger  ●  Clochard  franz. · Fecker  schweiz. · Herumtreiber  abwertend · Landstreicher  abwertend · Obdachloser  Hauptform · Stadtstreicher  abwertend · Strotter  veraltet, österr. · Tramp  engl. · Vagabund  veraltend · Wohnsitzloser  Amtsdeutsch · Wohnungsloser  Amtsdeutsch · Heckenpenner  derb, stark abwertend · Pennbruder  derb · Penner  derb, abwertend · Rumtreiber  ugs. · Sandler  ugs., österr., bayr. · Tippelbruder  ugs. · Treber  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • auf der Straße leben · nicht sesshaft sein · obdachlos sein  ●  keinen festen Wohnsitz haben  Amtsdeutsch · Platte machen (szenesprachlich)  ugs., Jargon · auf Trebe sein (szenesprachlich)  ugs., Jargon · auf der Straße sitzen  ugs.

Verwendungsbeispiele für ›Tippelbruder‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann gingen die Beamten ihrer Tätigkeit nach – und die Tippelbrüder auf ihre angestammten Plätze zurück. [Süddeutsche Zeitung, 26.06.1996]
Eine Spezialeinheit jagte die verwaiste Tasche eines Tippelbruders in die Luft. [Die Zeit, 17.01.2007, Nr. 04]
Und dann nahm der Bürgermeister die zehn Mark, gab fünf davon an eine alte Witwe, zwei Mark an einen Tippelbruder. [Die Zeit, 14.07.1955, Nr. 28]
Mit seinem schütteren, ungepflegten Haar und seinem unrasierten Gesicht sieht er aus wie ein fünfzigjähriger Tippelbruder. [Die Zeit, 17.05.1985, Nr. 21]
Tippelbrüder, Behinderte, Mutlose und Ratsuchende gaben sich die Klinke in die Hand. [Die Zeit, 22.05.2000, Nr. 21]
Zitationshilfe
„Tippelbruder“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tippelbruder>.

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