Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Tod, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Tod(e)s · Nominativ Plural: Tode · wird meist im Singular verwendet
Nebenform dichterisch Tod · Substantiv
Aussprache  [toːt]
Wortbildung  mit ›Tod‹ als Erstglied: Todbett · Todbringer · Todesangst · Todesanzeige · Todesart · Todesautomat · Todesbescheinigung · Todesblick · Todesbotschaft · Todesdatum · Todesdrohung · Todesengel · Todeserfahrung · Todeserklärung · Todeserwartung · Todesfackel · Todesfall · Todesfolge · Todesfurcht · Todesgefahr · Todesgewissheit · Todesgriff · Todesjahr · Todeskampf · Todeskandidat · Todesklage · Todeskommando · Todeskrankheit · Todeskreuz · Todeskälte · Todeslager · Todeslos · Todesmut · Todesmüdigkeit · Todesnachricht · Todesnot · Todesnähe · Todesopfer · Todespein · Todesqual · Todesrate · Todessalto · Todesschauer · Todesschlaf · Todesschlummer · Todesschreck · Todesschrecken · Todesschrei · Todesschuss · Todesschwadron · Todesschweiß · Todessehnsucht · Todesseufzer · Todesstarre · Todesstern · Todesstille · Todesstoß · Todesstrafe · Todesstreich · Todesstunde · Todestag · Todestraum · Todestrieb · Todesumstand · Todesurkunde · Todesursache · Todesurteil · Todesverachtung · Todesvogel · Todeswunde · Todeszeichen · Todeszelle · Todfeind · Todsünde · todbereit · todblass · todbringend · todesbereit · todesblass · todesfahl · todesgewiss · todesmatt · todesmutig · todesverachtend · todesverächtlich · todeswürdig · todfahl · todfeind · todgeweiht · todkrank · todmatt · todschwach · todsterbenskrank · todwund
 ·  mit ›Tod‹ als Letztglied: Atomtod · Badetod · Bolustod · Dursttod · Erstickungstod · Feuertod · Flammentod · Freitod · Gastod · Gewebetod · Gewebstod · Heldentod · Herztod · Hirntod · Hungertod · Kindertod · Kindestod · Kindstod · Krebstod · Kreuzestod · Krippentod · Kältetod · Liebestod · Martertod · Massentod · Märtyrertod · Nahtod · Opfertod · Pensionierungstod · Scheintod · Seemannstod · Sekundentod · Soldatentod · Strahlentod · Stromtod · Unfalltod · Verkehrstod · Wärmetod · Zechentod · Zelltod
 ·  mit ›Tod‹ als Grundform: tod-
eWDG

Bedeutungen

1.
das Aufhören aller Lebensfunktionen bei einem Lebewesen, das Sterben
in gegensätzlicher Bedeutung zu Leben
Beispiele:
ein ruhiger, schmerzloser, schöner Tod
ein früher, unerwarteter, plötzlicher, schneller Tod
ein langsamer, schrecklicher, qualvoller, bitterer, grauenvoller Tod
der klinische, biologische Tod
einen leichten, sanften, schweren Tod haben, sterben
eines (un)natürlichen, gewaltsamen Todes sterben
der schwarze Tod (= Pest)
der weiße Tod (= Tod in Schnee und Eis)
der nasse Tod (= Tod durch Ertrinken)
der Tod ist durch Erfrieren, Ertrinken, als Folge völliger Entkräftung, auf Grund der Altersschwäche eingetreten
der Tod auf dem Schlachtfeld
der Tod am Galgen, auf dem Schafott, durch Erschießen
der Tod des Schwerverletzten trat kurze Zeit nach dem Unfall, um 16 Uhr ein
der Tod eines Familienangehörigen, des Freundes
das Grauen, die Nähe des Todes
gehobendie Majestät des Todes
die Schrecken des Todes
gehobenan, auf der Schwelle des Todes
den Tod fürchten, scheuen, herbeisehnen, herbeiwünschen
jmds. Tod beklagen, betrauern
sie fand bei einem Unglück den Tod
den Tod in den Wellen finden (= ertrinken)
an jmds. Tod (nicht) schuld sein
auf den Tod krank, verwundet sein (= lebensgefährlich krank, verwundet sein)
er hat sich auf den Tod erkältet
er liegt auf den Tod darnieder
ein Kampf auf Leben und Tod
jmdm. bis in den Tod, bis zum Tode die Treue halten
für seine Überzeugung, für jmdn., freiwillig in den Tod gehen
jmdn. in den Tod treiben
bei diesem Leiden muss man mit dem Tode rechnen
er hat seine Fahrlässigkeit, seinen Leicht sinn mit dem Tode bezahlt
nach dem Tod seiner Frau zog er in eine andere Stadt
jmdn. über den Tod hinaus ehren, lieben
über jmds. Tod untröstlich sein, nicht hinwegkommen können
jmdn. vom Tode erretten, vor dem Tod bewahren
Angst vor dem Tod
kurz vor seinem Tod
(sich) zu Tode stürzen
ein Tier zu Tode hetzen, prügeln, quälen
jmdn. zum Tode verurteilen
diese Krankheit führte bei ihm zum Tode
sprichwörtlichgegen den Tod ist kein Kraut gewachsen (= gibt es kein Mittel)
dichterischvon den Toden, die da gestorben worden waren [ BöllBillard19]
bildlich Ende eines Vorgangs, Zustands
Beispiel:
Misstrauen ist der Tod aller Freundschaft
übertragen
Beispiele:
zu Tode (= aufs Äußerste, sehr stark, heftig) erschrocken, betrübt sein
saloppsich zu Tode arbeiten, schuften, ärgern
umgangssprachlichsie hat sich an diesem Abend zu Tode (= sehr) gelangweilt
salopp, übertriebenjmdn., etw. auf, für in den Tod (= absolut) nicht leiden, ausstehen können
2.
symbolische Gestalt, die 1 darstellt
Beispiele:
der unerbittliche, grimmige Tod
der Tod als Gerippe
gehoben, verhüllendder Tod als Sensenmann
dichterischder Tod mit Stundenglas und Hippe
der Tod mit der Sense
veraltendder Schnitter Tod
der Tod kommt, ruft (jmdn.), winkt (jmdm.), klopft (bei jmdm.) an, steht vor der Tür, holt jmdn., lauert (auf jmdn.)
während einer Reise wurde sie vom Tode überrascht
gehobender Tod schickte seine Boten, stand am Bett des Kranken, nahm dem Dichter die Feder aus der Hand
gehobenim Kriege hielt der Tod reiche Ernte
verhüllender ist ein Kind, ein Mann des Todes (= er muss sterben, ihm ist der Tod bestimmt)
dem Tode entrinnen, entkommen, trotzen
umgangssprachlich, scherzhaftdem Tode ein Schnippchen schlagen, von der Schaufel, Schippe springen, hopsen
dem Tod ins Auge sehen (= in Todesgefahr sein)
mit dem Tode ringen (= dem Sterben nahe sein)
mit dem Tode spielen (= sein Leben waghalsig aufs Spiel setzen)
er sieht aus wie der leibhaftige Tod, ist bleich, blass wie der Tod
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tod · tödlich · Todfeind · todkrank · Todsünde · Todesangst · Todesstrafe · todmüde
Tod m. ‘das Sterben, das Aufhören aller Lebensvorgänge’, ahd. tōd (8. Jh.), mhd. tōt (Genitiv tōdes) ‘Tod, das Sterben, Toter, Leichnam’, asächs. dōð, mnd. dōt, mnl. doot, nl. dood, aengl. dēaþ, engl. death, anord. dauðr, schwed. död, got. dauþus, germ. *dauþu-, mit dem Suffix ie. -tu- gebildetes Abstraktum zu den unter tot (s. d.) angeführten Verben für ‘sterben’. tödlich Adj. ‘den Tod herbeiführend’, ahd. tōdlīh (8. Jh.), mhd. tōtlich, tœtlich, mnd. dȫtlīk, mnl. dootlijc, dootlike, nl. dodelijk, aengl. dēadlic, engl. deadly. Todfeind m. ‘unversöhnlicher Gegner’, mhd. tōtvī(e)nt. todkrank Adj. ‘sterbenskrank, so krank, daß Todesgefahr besteht’ (Mitte 16. Jh.). Todsünde f. nach der katholischen Moral ‘Sünde, die den Verlust des Gnadenstandes nach sich zieht’, allgemein ‘schwere Sünde, schweres Vergehen’, mhd. tōtsünde. Todesangst f. ‘Angst vor dem Tod, sehr große Angst’ (1. Hälfte 17. Jh.). Todesstrafe f. (16. Jh.). todmüde Adj. ‘sehr, äußerst müde’ (Anfang 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ableben · Abschied · Exitus · Hinscheiden · Lebensende · Sterben · Versterben  ●  (jemandes) Tod  Hauptform · Abberufung  verhüllend, fig. · Heimgang  religiös · Hinschied  schweiz. · Sterbefall  fachspr., Amtsdeutsch
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (jemandem) schlägt die Stunde · (jemandes) letztes Stündlein hat geschlagen · (seinen) letzten Atemzug tun · ableben · das Zeitliche segnen · erlöschen · in die ewigen Jagdgründe eingehen · verdämmern · verscheiden · versterben · wegsterben  ●  (die) Augen für immer schließen  verhüllend · (die) Reihen lichten sich  fig. · abtreten  fig. · aus dem Leben scheiden  fig. · davongehen  fig. · entschlafen  fig., verhüllend · fallen  militärisch · gehen  verhüllend · heimgehen  fig., verhüllend · sanft entschlafen  verhüllend, fig. · seinen letzten Gang gehen  fig. · sterben  Hauptform · uns verlassen  verhüllend · von der Bühne (des Lebens) abtreten  fig. · von uns gehen  fig. · (den) Arsch zukneifen  vulg., fig. · (den) Löffel abgeben  ugs., fig., salopp · (seine) letzte Fahrt antreten  ugs., fig. · dahingehen  geh., verhüllend · dahingerafft werden (von)  ugs. · dahinscheiden  geh., verhüllend · den Geist aufgeben  ugs. · den Weg allen Fleisches gehen  geh. · die Grätsche machen  ugs., salopp · die Hufe hochreißen  derb, fig. · dran glauben (müssen)  ugs. · in die Ewigkeit abberufen werden  geh., fig. · in die Grube fahren  ugs., fig. · in die Grube gehen  ugs. · ins Grab sinken  geh., fig. · ins Gras beißen  ugs., fig. · sein Leben aushauchen  geh. · seinen Geist aufgeben  ugs. · seinen Geist aushauchen  geh. · vor seinen Richter treten  geh., religiös, fig. · vor seinen Schöpfer treten  geh., fig.
Antonyme
Synonymgruppe
Freund Hein · Gevatter Tod · Hein · Thanatos (griech.)  ●  Tod (Personifikation)  Hauptform · Boandl  ugs., österr., bayr. · Boandlkramer  ugs., österr., bayr. · Boanl  ugs., österr., bayr. · Boanlkramer  ugs., österr., bayr. · Gevatter  ugs. · Knochenmann  ugs. · Schnitter  ugs. · Sensenmann  ugs. · Todbringer  ugs.
Oberbegriffe
  • Fabelwesen · Fantasiegeschöpf · Phantasiegeschöpf · übernatürliches Wesen
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Tod‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tod‹.

Verwendungsbeispiele für ›Tod‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Leben nach dem Tod kann ich mir ohnedies nicht vorstellen. [Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 19]
Aber der Tod, der ihn bisher immer getrieben hatte, ließ sich nun Zeit. [Düffel, John von: Vom Wasser, München: dtv 2006, S. 72]
In der Tat hat erst die Evolution den Tod geschaffen. [Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 42]
Aber auch er starb schließlich eines mysteriösen Todes in einem amerikanischen Hotel. [Friedrich, Carl Joachim: Totalitäre Diktatur, Stuttgart: Kohlhammer 1957, S. 131]
Das war schon kurz vor seinem Tode, da hat er das doch erkannt. [Runge, Erika (Hg.), Bottroper Protokolle, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1968, S. 10]
Zitationshilfe
„Tod“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tod>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Tochterzelle
Tochterunternehmen
Tochtersprache
Tochtermann
Tochterkloster
Todbett
Todbringer
Toddy
Todesahnung
Todesangst