Toilette, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Toilette · Nominativ Plural: Toiletten
Aussprache
WorttrennungTo-ilet-te · Toi-let-te
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Toilette‹ als Erstglied: ↗Toiletteartikel · ↗Toilettebecken · ↗Toilettefrau · ↗Toilettegarnitur · ↗Toilettenartikel · ↗Toilettenbecken · ↗Toilettenfrau · ↗Toilettengarnitur · ↗Toilettengegenstand · ↗Toilettenhäuschen · ↗Toilettenpapier · ↗Toilettenseife · ↗Toilettenspiegel · ↗Toilettenspülung · ↗Toilettentisch · ↗Toilettenutensil · ↗Toilettepapier · ↗Toiletteseife · ↗Toilettespiegel · ↗Toilettetisch
 ·  mit ›Toilette‹ als Letztglied: ↗Abendtoilette · ↗Außentoilette · ↗Balltoilette · ↗Damentoilette · ↗Frisiertoilette · ↗Gesellschaftstoilette · ↗Herrentoilette · ↗Innentoilette · ↗Katzentoilette · ↗Morgentoilette · ↗Schultoilette · ↗Waschtoilette
DWDS-Vollartikel, 2015

Bedeutungen

1.
sanitäre Anlage zur Verrichtung der menschlichen Notdurft (Lesart 1)Quelle: DWDS, 2015
Synonym zu WC, Klosett
a)
Raum mit einem oder mehreren Klosettbecken, gegebenenfalls Urinalen für Männer sowie Waschgelegenheit
Beispiele:
die Toiletten befinden sich eine Treppe tiefer, am Ende des GangesQuelle: WDG, 1976
In Deutschland haben wir Toiletten, überall, wo wir sie brauchen. Wir schließen die Tür hinter uns, verrichten unsere Notdurft und spülen unseren Kot und all die Bakterien und Viren in ihm mit einem Knopfdruck in die Kanalisation. [Die Zeit, 13.05.2015, Nr. 20]
Nun, Tee und Wein, Wasser und Punsch sind reichlich geflossen am gestrigen Abend, kein Wunder, wenn der eine oder die andere der Gäste früher raus und zur Toilette muß. [Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 101]
Auf der Toilette: schmutzige Becken, Papierschlangen am Boden, keine Seife im Behälter. [Bild, 30.04.1999]
Jedes der 71 Häuser, die dort entstehen, wird zwei bis drei Schlafräume, einen großen Wohnraum, Küche, Bad und Toilette enthalten. [Die Zeit, 29.01.1965, Nr. 05]
Die Damen gehen paarweis auf die Toilette. [Die Fackel [Elektronische Ressource], 2002. Zitiert nach: Die Fackel, 1936, Nr. 917-922, Bd. 39.]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine dreckige, stinkende, saubere Toilette; eine öffentliche, mobile, behindertengerechte, rollstuhlgerechte Toilette; getrennte, separate Toiletten
als Akkusativobjekt: die Toilette aufsuchen, benutzen; die Toiletten putzen, reinigen
in Präpositionalgruppe/-objekt: auf die Toilette gehen, rennen; der Gang zur, eine Schlange vor der Toilette
mit Genitivattribut: die Toiletten einer Gaststätte, eines Restaurants, einer Kneipe, einer Schule, eines Krankenhauses, eines Flugzeugs, eines Zuges
mit Prädikativ: die Toiletten sind benutzbar, unbenutzbar
als Aktivsubjekt: die Toiletten stinken
hat Präpositionalgruppe/-objekt: eine Toilette für Behinderte, Rollstuhlfahrer, Damen, Herren
b)
einzelnes Klosettbecken als Teil der Ausstattung von Toilette (Lesart 1 a)
Beispiele:
Die Kleinen nennen sie [die Tagesmutter] […] Dakka, der knapp zweijährige Emil hängt so sehr an ihr, dass er an die Badezimmertür hämmert, wenn sie auf der Toilette sitzt. [Die Zeit, 01.08.2013, Nr. 32]
Eindrücklich sind die ökologischen Toiletten – sie werden nicht mit Wasser gespült, sondern mit Sandelholzstücken zugedeckt, die geruchsneutral für ein rasches Kompostieren sorgen. [Neue Zürcher Zeitung, 18.03.2011]
Für uns in Deutschland ist Wasser meist kein wertvolles Gut. Stets ist genug da, um Wäsche zu waschen, die Toilette zu spülen oder es zu trinken. [Die Zeit, 19.03.2009, Nr. 13]
Der Geruch des Leberkäspapiers, das er auf dem Tisch hatte liegenlassen, störte ihn. Er stand auf, nahm das Papier, spülte es in der Toilette hinunter. [Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993, S. 731. Zitiert nach: Feuchtwanger, Lion: Erfolg, Berlin: Kiepenheuer 1930.]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine verstopfte Toilette
als Akkusativobjekt: die Toilette reinigen, schrubben, spülen
in Präpositionalgruppe/-objekt: ein Bad mit Toilette
hat Präpositionalgruppe/-objekt: eine Toilette mit Spülung, Wasserspülung
als Genitivattribut: die Spülung, der Spülkasten einer Toilette
in vergleichender Wort-/Nominalgruppe: etw. als Toilette nutzen, benutzen, missbrauchen
2.
veraltend, gehoben
a)
Gesellschaftskleid, festliche Kleidung der DameQuelle: WDG, 1976
Beispiele:
eine elegante, festliche, kostbare, moderne Toilette Quelle: WDG, 1976
Sie kam in großer Toilette, trug das zu enge Kleid und hatte eine schwarze Federboa um ihren Hals drapiert. [Berliner Zeitung, 04.05.2000]
So gut geölt die Maschinerie für die zeitlose Ausstattung [für den Tanz] der Herren läuft, so desperat gerät die Suche nach der großen Toilette für die Dame in der Weltstadt des Tanzes […]. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.02.2006]
Jungen, bei denen die Jeansjacke den schwarzen Anzug nur ungenügend maskiert, Mädchen, die, begleitet von gestrengen Müttern, in ihrer eleganten Toilette und den darübergezogenen Windjacken frieren. Sie gehen in die Tanzstunde. [Neue Zürcher Zeitung, 25.03.1993]
Eine Mama, der guten Gesellschaft angehörig und selber noch von wohliger Fraulichkeit, hegte den Wunsch, ihre Tochter als Blenderin in den Salons auftreten zu sehen und wie mit erstklassigen Toiletten, so auch mit erstklassigem Esprit liebevoll auszustatten. [Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 782]
Die Marchesa hatte eine hübsche Toilette angelegt, allerdings ein einfaches Sommerkleid, aber einfach mit Absicht, wie es die Damen der Gesellschaft zu tun pflegen […]. [Meysenbug, Malwida von: Der Pfad der Äbtissin. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1907], S. 50310]
b)
nur im Singular
das Ankleiden und Frisieren, besonders aus festlichem AnlassQuelle: WDG, 1976
Beispiele:
sie ist gerade, noch bei der Toilette, hat ihre Toilette beendet
Toilette machen (= sich ankleiden und frisieren) Quelle: WDG, 1976
die morgendliche, abendliche Toilette (= das Ankleiden und die Körperpflege) Quelle: WDG, 1976
Ist die intime Ansicht des Schlafgemachs ein Indiz, dass hier, wie bei Velázquezʼ Vorbildern der venezianischen Hochrenaissance, eine morgendliche Toilette stattfindet? [Süddeutsche Zeitung, 09.10.2002]
Nachdem er Toilette gemacht und sein schwarzes Haar in lieblichen Wellen über seine Stirn gebürstet hatte, unterzeichnete er freundlich Autogramme für die Menge, die sich auf den Treppen der Polizeipräfektur angesammelt hatte. [Der Spiegel, 13.12.1947, Nr. 50]
Eine Dame weiß nicht, was ausspannen heißt, indem sie in einem Badeort täglich dreimal Toilette macht, um dem Publikum stets neue Kleider und neue Hüte zu zeigen. [Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004, S. 15331. Zitiert nach: Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge, Berlin: Hofmann 1902.]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Toilette f. ‘das Ankleiden und Frisieren’ (insbesondere für einen festlichen Anlaß), ‘Festgarderobe, festliches, langes Kleid’, auch ‘Putz-, Frisiertisch’ (vgl. Frisiertoilette) sowie ‘Klosett (mit Waschgelegenheit)’, Übernahme (um 1700) von mfrz. frz. toilette, dem Deminutivum von afrz. frz. toile ‘Leinwand, Gewebe, Zeug, Tuch’, das lat. tēla ‘Gewebe, Kette des Gewebes, Webstuhl’ fortsetzt, dieses (aus *texlā) zu lat. texere (textum) ‘weben, flechten, zusammenfügend verfertigen, bauen, errichten’. Entsprechend dem frz. Ausdruck bezeichnet Toilette im Dt. zunächst ein Leinentuch, in das die Nachtwäsche eingeschlagen wird oder auf dem die Gegenstände zur Haar- und Körperpflege ausgebreitet werden, daher übertragen ‘Körperpflege, das Ankleiden, Frisieren, Sichzurechtmachen, Verschönerung’ (vgl. Toilette machen ‘sich ankleiden, festlich herausputzen’, frz. faire sa toilette) und (wie frz. table de toilette, jünger toilette) ‘Möbelstück zur Aufbewahrung der Schmink-, Pflegeutensilien, Frisiertischchen, -kommode’ (beide Anfang 18. Jh.), dann auch ‘elegante Kleidung, große Garderobe’ (Ende 18. Jh.). Ferner wird im Anschluß an frz. cabinet de toilette ‘kleiner Raum für die Körperpflege, Waschraum’ Toilette im Dt. des 19. Jhs. in diesem Sinne gebräuchlich und tritt schließlich (vom Frz. abweichend) um 1900 verhüllend für ‘Abort, Klosett’ ein (gleichbed. frz. toilettes Plur. erst seit 1964 lexikographisch verzeichnet).

Thesaurus

Synonymgruppe
00 · ↗Abort · ↗Abtritt · ↗Klosett · ↗Latrine · ↗Null-Null · ↗Retirade · ↗Wasserklosett  ●  ↗Pissoir  franz. · Toilette  franz., Hauptform · ↗WC  Abkürzung · ↗Donnerbalken  ugs. · ↗Hütte  ugs. · ↗Kackstuhl  derb · Keramikabteilung  ugs., Modewort · ↗Klo  ugs. · ↗Lokus  ugs. · ↗Orkus  geh. · ↗Pinkelbude  derb · ↗Pissbude  derb · ↗Scheißhaus  derb · ↗Thron  ugs., scherzhaft · To  ugs. · ↗Topf  ugs. · Tö  ugs. · stilles Örtchen  ugs. · wo (selbst) der Kaiser zu Fuß hingeht  ugs., Spruch · ↗Örtchen  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bad Benutzung Dusche Flur Gang Garderobe Heizung Kiosk Küche Umkleidekabine Umkleideraum Venus Waschbecken Waschgelegenheit Waschraum Wasserspülung aufsuchen behindertengerecht benutzen einbauen einsperren mobil putzen reinigen sauber spülen verdreckt verstopfen verstopft öffentlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Toilette‹.

Zitationshilfe
„Toilette“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Toilette>, abgerufen am 17.02.2019.

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