Toleranz, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Toleranz · Nominativ Plural: Toleranzen
Aussprache 
Worttrennung To-le-ranz
Herkunft Latein
Wortbildung  mit ›Toleranz‹ als Erstglied: ↗Toleranzbereich · ↗Toleranzbreite · ↗Toleranzdosis · ↗Toleranzgrenze
 ·  mit ›Toleranz‹ als Letztglied: ↗Fehlertoleranz · ↗Frustrationstoleranz · ↗Intoleranz · ↗Schmerztoleranz
 ·  mit ›Toleranz‹ als Binnenglied: ↗Null-Toleranz-Strategie · ↗Nulltoleranz-Strategie · ↗Nulltoleranzpolitik · ↗Nulltoleranzstrategie
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Duldsamkeit
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
Toleranz zeigen, üben
religiöse Toleranz
2.
Technik zulässige Abweichung von einem verbindlichen, vorgeschriebenen Maß, Wert
Beispiele:
eine Toleranz von plus oder minus 1 mm
Abmessungen und Toleranzen von Maschinenelementen (Stiften, Bolzen, Schrauben, Kupplungen und dergleichen) [ Schule u. Produktion1959]
3.
Medizin physische Widerstandsfähigkeit, besonders gegen Arzneimittel
Grammatik: meist im Singular
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tolerieren · Toleranz · tolerant · Intoleranz · intolerant
tolerieren Vb. ‘dulden, zulassen, gelten lassen’, zunächst bezogen auf religiöse Anschauungen, Glaubensgemeinschaften, später auch auf weltanschaulich-politische Meinungen, Einstellungen, Sitten, Gebräuche, daher auch ‘mit Großzügigkeit, Nachsicht begegnen, einer Sache aufgeschlossen gegenüberstehen’, entlehnt (2. Hälfte 16. Jh.) aus lat. tolerāre ‘ertragen, erdulden, unterstützen’ (verwandt mit ↗dulden, s. d.). Toleranz f. ‘Duldung, Duldsamkeit’ (Mitte 16. Jh.), später auch allgemein ‘Rücksichtnahme, Großzügigkeit, Aufgeschlossenheit’ und (ab 19. Jh.) ‘zulässige Abweichung vom Nennwert’, aus lat. tolerantia ‘Fähigkeit zu ertragen, Geduld, Duldsamkeit’. tolerant Adj. ‘duldend, gelten lassend, verständnisvoll’ (Mitte 18. Jh.), mfrz. frz. tolérant (16. Jh.), lat. tolerāns (Genitiv tolerantis) Part.adj. von tolerāre (s. oben). Intoleranz f. ‘Unduldsamkeit’ (2. Hälfte 18. Jh.), vgl. gleichbed. frz. intolérance (17. Jh.) sowie lat. intolerantia ‘Unduldsamkeit, Unerträglichkeit, Übermut’. intolerant Adj. (2. Hälfte 18. Jh.), frz. intolérant (17. Jh.), lat. intolerāns Part.adj.

Thesaurus

Synonymgruppe
Remedium · Toleranz (Münzwesen)
Synonymgruppe
Rücksicht · Toleranz · ↗Verständnis
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Toleranz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Toleranz‹.

Verwendungsbeispiele für ›Toleranz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Deshalb kennt sie nur das Einfordern, nicht aber das Üben von Toleranz.
Die Welt, 20.11.2004
Die Toleranz gegenüber Frauen in der Politik ist größer geworden.
Der Tagesspiegel, 08.09.1999
Zu allerlei sei das Menschengeschlecht fähig gewesen, nur nicht zur Toleranz.
Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 299
Dieses Wort hörte er zum ersten Male, und es überstieg seine Toleranz.
Katz, Richard: Übern Gartenhag, München u. Zürich: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. 1965, S. 35
Aber sie erklärt erst, wie ich glaube, seine Toleranz gegenüber der antiken Bildung.
Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 444
Zitationshilfe
„Toleranz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Toleranz>, abgerufen am 18.09.2020.

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