Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Toleranz, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Toleranz · Nominativ Plural: Toleranzen
Aussprache 
Worttrennung To-le-ranz
Häufige Falschschreibung Tolleranz
Wortbildung  mit ›Toleranz‹ als Erstglied: Toleranzbereich · Toleranzbreite · Toleranzdosis · Toleranzgrenze · Toleranzwert
 ·  mit ›Toleranz‹ als Letztglied: Fehlertoleranz · Frustrationstoleranz · Intoleranz · Schmerztoleranz
 ·  mit ›Toleranz‹ als Binnenglied: Null-Toleranz-Strategie · Nulltoleranz-Strategie · Nulltoleranzpolitik · Nulltoleranzstrategie
Herkunft aus tolerantialat ‘Fähigkeit zu ertragen, Geduld, Duldsamkeit’
eWDG

Bedeutungen

1.
Duldsamkeit
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
Toleranz zeigen, üben
religiöse Toleranz
2.
Technik zulässige Abweichung von einem verbindlichen, vorgeschriebenen Maß, Wert
Beispiele:
eine Toleranz von plus oder minus 1 mm
Abmessungen und Toleranzen von Maschinenelementen (Stiften, Bolzen, Schrauben, Kupplungen und dergleichen) [ Schule u. Produktion1959]
3.
Medizin physische Widerstandsfähigkeit, besonders gegen Arzneimittel
Grammatik: meist im Singular
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tolerieren · Toleranz · tolerant · Intoleranz · intolerant
tolerieren Vb. ‘dulden, zulassen, gelten lassen’, zunächst bezogen auf religiöse Anschauungen, Glaubensgemeinschaften, später auch auf weltanschaulich-politische Meinungen, Einstellungen, Sitten, Gebräuche, daher auch ‘mit Großzügigkeit, Nachsicht begegnen, einer Sache aufgeschlossen gegenüberstehen’, entlehnt (2. Hälfte 16. Jh.) aus lat. tolerāre ‘ertragen, erdulden, unterstützen’ (verwandt mit dulden, s. d.). – Toleranz f. ‘Duldung, Duldsamkeit’ (Mitte 16. Jh.), später auch allgemein ‘Rücksichtnahme, Großzügigkeit, Aufgeschlossenheit’ und (ab 19. Jh.) ‘zulässige Abweichung vom Nennwert’, aus lat. tolerantia ‘Fähigkeit zu ertragen, Geduld, Duldsamkeit’. tolerant Adj. ‘duldend, gelten lassend, verständnisvoll’ (Mitte 18. Jh.), mfrz. frz. tolérant (16. Jh.), lat. tolerāns (Genitiv tolerantis) Part.adj. von tolerāre (s. oben). Intoleranz f. ‘Unduldsamkeit’ (2. Hälfte 18. Jh.), vgl. gleichbed. frz. intolérance (17. Jh.) sowie lat. intolerantia ‘Unduldsamkeit, Unerträglichkeit, Übermut’. intolerant Adj. (2. Hälfte 18. Jh.), frz. intolérant (17. Jh.), lat. intolerāns Part.adj.

Thesaurus

Synonymgruppe
Remedium · Toleranz (Münzwesen)
Synonymgruppe
Rücksicht · Toleranz · Verständnis

Typische Verbindungen zu ›Toleranz‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Toleranz‹.

Verwendungsbeispiele für ›Toleranz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zu allerlei sei das Menschengeschlecht fähig gewesen, nur nicht zur Toleranz. [Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 299]
Aber sie erklärt erst, wie ich glaube, seine Toleranz gegenüber der antiken Bildung. [Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 444]
Dieses Wort hörte er zum ersten Male, und es überstieg seine Toleranz. [Katz, Richard: Übern Gartenhag, München u. Zürich: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. 1965, S. 35]
Daher räumt der Wert 2000 noch eine gewisse Toleranz ein. [C’t, 1999, Nr. 13]
Für mich wie für Hunderttausende andere Moslems auch ist der Islam eine Religion der Toleranz. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1989]]
Zitationshilfe
„Toleranz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Toleranz>.

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