Tonerde, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Tonerde · Nominativ Plural: Tonerden
Aussprache 
Worttrennung Ton-er-de
Wortzerlegung Ton2Erde
Duden, GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
seltener Ton
2.
Chemie Oxyd des Aluminiums
3.
essigsaure Tonerde (= weißes, teilweise in Wasser lösliches Pulver, das in der Farbenindustrie Verwendung findet), volkstümlich essigsaure Tonerde (= wässrige Lösung der essigsauren Tonerde, die in der Medizin für Umschläge und anderes verwendet wird)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ton1 · tönern · Tonerde
Ton1 m. lockeres, feinkörniges Sediment, ‘Lehm’ (besonders zur Herstellung von Töpferwaren) ist mit Verdumpfung von ā zu ō entstanden aus frühnhd. tahen, than (Luther), einer aus spätmhd. dāhe, tāhe f. (Genitiv dāhen, tāhen) ‘Lehm’, ahd. thāha f. ‘Ton, Lehm, Töpfererde, irdenes Gefäß’ (um 800) hervorgegangenen Form (mit auslautendem -n aus den obliquen Kasus). Verwandt sind mnd. , aengl. þō, þōhe, got. þāhō f. ‘Ton, Lehm’. Das zugrundeliegende germ. *þanhōn f. ‘beim Trocknen schrumpfende, dichter werdende Erde’ ist mit den verwandten, unter ↗dicht und ↗gedeihen (s. d.) genannten Formen an die Wurzel ie. *tenk- ‘(sich) zusammenziehen, fest, dicht werden’ anzuschließen. Genuswechsel zum Mask. wohl in Anlehnung an Lehm. tönern Adj. ‘aus (gebranntem) Lehm’ (17. Jh.); vgl. frühnhd. thönen, ahd. thāhīn (um 800), asächs. þāhīn ‘tönern’. Tonerde f. (1. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Geologie
Synonymgruppe
Lehm · ↗Mergel · Ton · Tonerde

Typische Verbindungen zu ›Tonerde‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tonerde‹.

Verwendungsbeispiele für ›Tonerde‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die feine weiße Tonerde ermöglichte endlich die einheimische Herstellung von Porzellan.
Der Tagesspiegel, 30.11.2002
Essigsaure Tonerde dichtet Gewebe, ohne ihr Aussehen zu verändern, jedoch ist die Wirkung nicht andauernd.
o. A.: W. In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 9921
Als günstiges und umweltfreundliches Mittel hat sich essigsaure Tonerde bewährt.
Bild, 25.10.1999
Mama mußte ihm essigsaure Tonerde machen und die Backe kühlen.
Holtz-Baumert, Gerhard: Alfons Zitterbacke, Berlin: Kinderbuchverlag 1981 [1958], S. 69
Man sollte das Gesicht zweimal täglich mit verdünnter Essigsaurer Tonerde waschen und tüchtig nachspülen.
Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 22770
Zitationshilfe
„Tonerde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tonerde>, abgerufen am 10.05.2021.

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