Tonleiter, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Tonleiter · Nominativ Plural: Tonleitern
Aussprache  [ˈtoːnlaɪ̯tɐ]
Worttrennung Ton-lei-ter
Wortzerlegung  Ton1 Leiter1
Wortbildung  mit ›Tonleiter‹ als Letztglied: Durtonleiter · Molltonleiter · Zigeunertonleiter · g-Moll-Tonleiter
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Musik Folge der Ganztöne und Halbtöne einer Tonart vom Grundton (2) bis zur Oktave (1 b)
Beispiele:
Acht Stufen hat die Tonleiter, und Melodien werden in Noten sichtbar gemacht. [Rhein-Zeitung, 24.10.2011]
Die Aufeinanderfolge von allen zwölf Halbtonschritten ergibt die chromatische Tonleiter. [Der Standard, 13.08.2003]
Denn auf der einen Seite sind die Möglichkeiten, die acht Töne einer Tonleiter miteinander zu verknüpfen, beinahe unendlich. Auf der anderen Seite aber tritt eine Verknappung dadurch ein, dass Bewährtes [in der Popmusik] nach Wiederholung ruft[…]. [Süddeutsche Zeitung, 15.04.2017]
Jazz spielen zu lernen, ist schwierig! Und es geht dabei nicht nur um Akkorde und Tonleitern, von denen die meisten Jazzlehrer ausgehen. […] Man muss mit dem Klang beginnen, nicht mit Harmonien und Skalen. Man kann alle Tonleitern lernen, die es gibt – aber das hilft im Jazz so wenig wie in der Klassik. [Neue Zürcher Zeitung, 03.06.2016]
Bis Mitte der 80er Jahre spielten alle Hardrock‑ und Heavy‑Metal‑Leadguitarristen nach ein und demselben Improvisationsschema: der vom Blues beeinflußten Pentatonischen Tonleiter; das heißt nach einer Tonreihenfolge, die im Prinzip auf fünf Tönen beruht und die Halbtonschritte außer acht läßt. [die tageszeitung, 26.05.1992]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ton2 · tönen · getönt · ertönen · betonen · Betonung · vertonen · Tonart · Tonleiter
Ton2 m. ‘Klang, Laut, Betonung, Akzent, Farbe in bestimmter Abstufung’, mhd. dōn, tōn ‘Melodie, Lied, Gesang, auf einem Instrument gespielte Weise, Strophenform, Laut, Stimme, Art und Weise, Schall, Krach’, mnd. dōn(e) ist entlehnt aus lat. tonus ‘Ton, Klang, Akzent, Farbton, Spannung’, spätlat. ‘Melodie’, griech. tónos (τόνος) ‘Spannung, Seil, Saite, Sehne, Spannung der Stimme’; vgl. griech. té͞inein (τείνειν) ‘strecken, dehnen, spannen, ausdehnen, sich erstrecken’ (s. dehnen). Daneben besteht ahd. tuni ‘das Dröhnen’ (11. Jh.), aengl. dyne, dynn, engl. din ‘Getöse, Lärm’, anord. dynr ‘Lärm’; ahd. tuni fällt mit der zuvor genannten Entlehnung zusammen, so daß mhd. dōn, tōn auch die Bedeutung ‘Geräusch, Schall, Krach’ fortsetzt. Mit dem germ. Substantiv ist verwandt das Verb mhd. dünen, dunen ‘dröhnen, donnern’, asächs. dunnian ‘dröhnen’, mnd. dȫnen, aengl. dynian ‘lärmen, tönen’, engl. to din ‘schreien, grölen, betäuben’, anord. dynja ‘dröhnen, hervorstürzen’, außergerm. sind vergleichbar aind. dhúniḥ ‘rauschend, brausend, tosend’, dhvánati ‘tönt’, lit. dundė́ti ‘dröhnen’, so daß von einer lautnachahmenden Wurzel ie. *dhu̯en-, *dhun- ‘dröhnen, tönen’ ausgegangen werden kann. tönen Vb. ‘als Ton oder Schall weithin hörbar sein, Töne, Klänge von sich geben, sich wichtig machen, eine Färbung geben’, mhd. dœnen ‘singen, spielen’; getönt Part.adj. ‘gefärbt, in der Färbung abgestuft’ (19. Jh.). ertönen Vb. ‘erklingen, erschallen, plötzlich zu tönen beginnen’ (Anfang 16. Jh.). betonen Vb. ‘mit Nachdruck aussprechen, nachdrücklich mit Worten unterstreichen, auf etw. Gewicht legen, hervorheben, akzentuieren’ (18. Jh.); Betonung f. (18. Jh.). vertonen Vb. ‘zu einem Text die Musik schreiben’ (Anfang 20. Jh.). Tonart f. auf einem Grundton beruhende und ein bestimmtes Tongeschlecht aufweisende Stufenfolge von Tönen, Tonleiter f. stufenweise vom Grundton ausgehende Folge von Ganz- und Halbtönen innerhalb einer Oktave (beide 1. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Musik
Synonymgruppe
Skala · Tonleiter

Typische Verbindungen zu ›Tonleiter‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tonleiter‹.

Zitationshilfe
„Tonleiter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tonleiter>, abgerufen am 26.09.2021.

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