Tor, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Tor(e)s · Nominativ Plural: Tore
Aussprache  [toːɐ̯]
Wortbildung  mit ›Tor‹ als Erstglied: Tor-Out · Torabschluss · Toraus · Torball · Torbogen · Torbolzen · Torchance · Tordifferenz · Tordurchfahrt · Torecke · Toreinfahrt · Torerfolg · Toreschluss · Toresschluss · Torfahrt · Torflügel · Torfolge · Torfrau · Torgelegenheit · Torgitter · Torhalle · Torhüter · Torjubel · Torjäger · Torjägerin · Torkamera · Torkreis · Torlatte · Torlauf · Torleute · Torlinie · Torläufer · Tormann · Tormöglichkeit · Tornetz · Tornische · Torout · Torpfosten · Torposten · Torraub · Torraum · Torrichter · Torschluss · Torschuss · Torschütze · Torstange · Torsteher · Torsäule · Torturm · Torverhältnis · Torvorlage · Torwache · Torwart · Torweg · Torwinkel · Torwächter · Torwärter · torgefährlich · torlos · torreich · torreif
 ·  mit ›Tor‹ als Letztglied: Abseitstor · Anschlusstor · Ausfallstor · Ausfalltor · Ausgleichstor · Ausgleichtor · Auswärtstor · Bohlentor · Brückentor · Burgtor · Durchgangstor · Ehrentor · Eiertor · Eigentor · Einfahrtstor · Einfahrttor · Einfallstor · Eingangstor · Eisentor · Elfmetertor · Fabriktor · Feldtor · Felsentor · Felstor · Fußballtor · Garagentor · Gartentor · Gattertor · Gefängnistor · Gegentor · Gittertor · Gletschertor · Haupttor · Hoftor · Jokertor · Parktor · Scheunentor · Schleusentor · Schlosstor · Selbsttor · Siegestor · Siegtor · Stadttor · Traumtor · Werkstor · Werktor · Zufallstor
Mehrwortausdrücke  Tür und Tor öffnen
eWDG

Bedeutungen

1.
zum Hindurchgehen, Hindurchfahren bestimmte große Öffnung in einem Gebäude, in der Einfriedung eines Grundstückes, in einer Befestigungsanlage (und der zum Verschließen dieser Öffnung bestimmte flächenförmige Bauteil, der an ihr beweglich angebracht ist)
Beispiele:
das Tor eines Bauernhofes, Schlosses
die Tore einer Burg
die Stadtmauer hat vier Tore
das Tor steht offen, blieb zu
ein Tor öffnen, aufschließen, aufstoßen
ein Tor schließen, verriegeln, zuschlagen
an das Tor pochen
am Tor stehen
aus dem Tor treten
zum Tor hinausgehen
durch das Tor fahren
der Feind stand vor den Toren (= dicht vor der Stadt)
schmiedeeiserne Tore (= Torflügel)
Was hör ich draußen vor dem Tor, / Was auf der Brücke schallen? [ GoetheSänger]
als Bezeichnung für das gesamte Bauwerk
Grammatik: in Verbindung mit Eigennamen
Beispiel:
das Brandenburger Tor
gehoben, bildlich
Beispiele:
nach der Schulzeit öffnete sich für sie das Tor zum Leben
saloppdastehen wie die Kuh vorm neuen Tor (= vollkommen ratlos sein)
Jetzt war für sie [die Bauern] das Tor in die Zukunft aufgestoßen [ Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung14,203]
einer negativen Sache Tür und Tor öffnen (= einer negativen Sache widerstandslos Raum geben)
Beispiel:
dem Schlendrian Tür und Tor öffnen
2.
Sport
a)
Ballsport mit einem Netz umspanntes, vorn offenes Gehäuse, in das der Ball von der Gegenpartei gebracht werden muss
Beispiele:
das eigene Tor verteidigen, hüten
das gegnerische Tor berennen
der Stürmer schoß am Tor vorbei
der Torwart steht im Tor
mit dem Ball erzielter Treffer in a)
Beispiele:
nach zehn Minuten fiel das erste Tor
ein Tor schießen, werfen
ein Tor einköpfen
kurz vor dem Abpfiff erzielte die Mannschaft das goldene Tor (= den einzigen Treffer des Spiels)
sie siegten mit 5:3 Toren
umgangssprachlich Tor! (= Ausruf, wenn der Ball ins Tor trifft)
b)
Skisport durch zwei Stangen bezeichneter Durchgang, der passiert werden muss
Beispiel:
die Tore abstecken, durchfahren
3.
Geologie Öffnung im Felsen, Eis
Beispiele:
ein Tor in der Felswand, im Gletscher
das Eiserne Tor (= Durchbruchstal der Donau zwischen den Südkarpaten und dem Balkangebirge)
4.
Technik Einfahrt, Ausfahrt einer Schleuse
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tor2 n. ‘große Tür, Einfahrt’, ahd. (um 800), mhd. tor, mnd. dōr, asächs. aengl. dor, got. daúr stehen als germ. a-Stämme (*dura-) neben den aus konsonantischer Stammbildung hervorgegangenen unter Tür (s. d.) angegebenen Formen.

Typische Verbindungen zu ›Tor‹ (berechnet)

Gastgeber Tag brandenburger dritt einzig entscheidend erzielen erzielt eschenheimer fallen gegnerisch gelingen geschoßen golden halleschen heger irregulär kassieren kottbusser leer machen regulär schalker schießen schlesisch schossen sendlinger steinheimer verfehlen öffnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tor‹.

Verwendungsbeispiele für ›Tor‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn das Tor, das ins Verderben führt, ist breit und die Straße dorthin bequem. [Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 173]
Sie hat die Zugbrücken heruntergelassen und von innen die Tore entriegelt. [Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 287]
Um auf der Straße weiterzukommen, gab es gar keinen andern Weg, als durch das Tor zu gehen. [Traven, B.: Das Totenschiff, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1929 [1926], S. 61]
Andere wiederum öffneten den heranziehenden Bauern die Tore der Stadt. [Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 908]
Es war genau so, wie ich es erhofft hatte. jemand schießt das entscheidende Tor, das wegen »Abseits« nicht gegeben wird. [konkret, 1984]
Zitationshilfe
„Tor“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tor#1>.

Weitere Informationen …

Tor, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Toren · Nominativ Plural: Toren
Aussprache  [toːɐ̯]
Wortbildung  mit ›Tor‹ als Erstglied: Törin
eWDG

Bedeutung

gehoben einfältiger, törichter Mensch
Beispiele:
ein armer, dummer Tor
er ist ein reiner Tor (= weltfremder Mensch)
du Tor! (= Narr!)
er müsste ja ein Tor sein, wenn er das täte
ich halte dich für einen gutmütigen Toren [ Ric. HuchDreißigjähr. Krieg2,53]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tor1 · Torheit · töricht · betören · Betörung
Tor1 m. ‘einfältiger Mensch’, mhd. tōr(e) ‘Irrsinniger’, mnd. dōr(e), mnl. door ‘Narr’, ein substantiviertes Adjektiv, dessen r auf grammatischem Wechsel gegenüber s in den unter verwandtem dösig und Dusel (s. d.) angeführten Wortformen beruht. Die Ausgangsbedeutung wäre danach etwa ‘umnebelt, verwirrt’, woraus ‘unbesonnen, unvernünftig’. Torheit f. ‘Unvernunft, Dummheit, törichte Handlung’, mhd. tōrheit ‘Narrheit, Verrücktheit’. töricht Adj. ‘einfältig, unklug, unvernünftig, dumm’, mhd. tōreht, tœreht, tōroht, tœroht ‘närrisch, unbesonnen, dumm, verrückt’. betören Vb. ‘zu törichtem Handeln verleiten, in sich verliebt machen, bezaubern’, mhd. betœren ‘zum Toren machen, betrügen, betäuben’; Betörung f. (2. Hälfte 16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Tor‹ (berechnet)

Gastgeber Tag brandenburger dritt einzig entscheidend erzielen erzielt eschenheimer fallen gegnerisch gelingen geschoßen golden halleschen heger irregulär kassieren kottbusser leer machen regulär schalker schießen schlesisch schossen sendlinger steinheimer verfehlen öffnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tor‹.

Verwendungsbeispiele für ›Tor‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da steht er, der arme Tor, kein bißchen klüger als zuvor. [Der Spiegel, 07.12.1992]
Der grübelnde Tor sah ihn an und, wie es schien, erwachte nun erst ins Leben zurück. [Hauptmann, Gerhart: Der Narr in Christo Emanuel Quint, Berlin: Aufbau-Verl. 1962 [1910], S. 118]
Wer diese verborgenen Ordnungen unbesonnen oder überheblich verkennt, ist ein Tor. [Werbeck, W.: Sprüchebuch (Sprüche Salomos). In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 27746]
Und wenn ein Tor aus Lust an der Opposition von allem das Gegenteil wie diese machte, käme er noch gar nicht einmal zu schlechten Resultaten. [Tucholsky, Kurt: Die fehlende Generation. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1926]]
Zitationshilfe
„Tor“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tor#2>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Toque
Topteam
Topstar
Topspin
Topspieler
Tor-Out
Tora
Torabschluss
Torah
Toralesung