Totalität, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Totalität · Nominativ Plural: Totalitäten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung To-ta-li-tät
Wortbildung  mit ›Totalität‹ als Erstglied: Totalitätsanspruch
Herkunft vgl. totalitémfrz frz ‘Gesamtheit, Zusammenfassung aller Teile’, totalitasmlat ‘reiche Fülle, Vollkommenheit (in der scholastischen Philosophie)’
eWDG

Bedeutung

Gesamtheit, Vollständigkeit
Beispiele:
die Totalität der dialektischen Zusammenhänge
die Totalität der Sonnenfinsternis (= die gänzliche Verfinsterung der Sonne)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

total · totaliter · Totalisator · totalitär · Totalität
total Adj. ‘völlig, ganz, in vollem Umfang’, entlehnt (2. Hälfte 16. Jh.), vielleicht über gleichbed. mfrz. frz. total, aus mlat. totalis ‘gänzlich’; zu lat. tōtus ‘ganz, in vollem Umfang, völlig’. Vgl. totaler Krieg ‘Vernichtungskrieg unter Einsatz aller materiellen und psychischen Kräfte der Bevölkerung des kriegführenden Landes’ (Anfang 19. Jh.). totaliter Adv. ‘ganz und gar, in vollem Umfang, vollständig’, speziell in der Kaufmannssprache (Anfang 17. Jh.), spätlat. tōtāliter Adv. ‘gänzlich’. Totalisator m. anfangs auch französierend Totalisateur, ‘Einrichtung zum Abschluß von Wetten bei Rennen’, Übernahme (2. Hälfte 19. Jh.) von gleichbed. engl. totalisator, eigentlich ‘Zählapparat, Registriereinrichtung’ (u. a. auch für Wettscheine beim Pferderennen); zu engl. to totalize ‘zu einem Ganzen zusammenfassen, zusammenzählen’; vgl. auch frz. totaliser ‘alles zusammenzählen’. In der Meteorologie bedeutet Totalisator ‘an schwer zugänglichen Orten aufgestelltes Sammelgefäß für Niederschläge, dessen Wasserstand nur in größeren Abständen abgelesen wird’ (1. Hälfte 20. Jh.). totalitär Adj. in der Politik ‘mit diktatorischen Methoden jegliche Demokratie unterdrückend’, meist in den Fügungen totalitäres Regime, System, totalitärer Staat auf die faschistische Diktatur bezogen (30er Jahre 20. Jh.), in Anlehnung an frz. totalitaire bzw. ital. totalitario (um 1930). Totalität f. in der Philosophie ‘universeller Zusammenhang, Gesamtheit aller Dinge und Erscheinungen in Natur und Gesellschaft’, allgemein ‘Ganzheit, Gesamtheit’, anfangs bei Kant (2. Hälfte 18. Jh.), später (mit Beginn des 20. Jhs.) zunehmend im Sinne von ‘totale Machtausübung, totaler Machtanspruch’; nach mfrz. frz. totalité ‘Gesamtheit, Zusammenfassung aller Teile’, mlat. totalitas (Genitiv totalitatis) in der scholastischen Philosophie ‘reiche Fülle, Vollkommenheit’. In der Astronomie ‘Zustand der vollständigen Verfinsterung des Mondes oder der Sonne’ (Ende 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ganzes · Ganzheit · Gesamtheit · Insgesamt · Totalität  ●  Ensemble  geh., franz.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Totalität‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Totalität‹.

Verwendungsbeispiele für ›Totalität‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als Ausdruck der Totalität beansprucht Kunst die Würde des Absoluten. [Horkheimer, Max u. Adorno, Theodor W.: Dialektik der Aufklärung, Amsterdam: Querido 1947 [1944], S. 24]
Hier jedoch sollten wir uns an den alten marxistischen Begriff der Totalität erinnern. [Die Zeit, 01.07.2013, Nr. 27]
Keine Wirklichkeit ist so öde, so in ihrer Totalität trostlos, wie hier ertüftelt. [Die Zeit, 18.05.2009, Nr. 20]
Eben dadurch vermag sie zum Symbol jener menschlichen Totalität zu werden, die der Welt verlorengegangen ist. [Die Zeit, 21.03.1980, Nr. 13]
Tatsächlich hat der deutsche Roman selten zur Wiedergabe gesellschaftlicher Totalität gefunden. [Die Zeit, 29.12.1972, Nr. 52]
Zitationshilfe
„Totalität“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Totalit%C3%A4t>.

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