Totengräber, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Totengräbers · Nominativ Plural: Totengräber
Aussprache
WorttrennungTo-ten-grä-ber (computergeneriert)
WortzerlegungToteGräber
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
veraltend Arbeiter, der auf einem Friedhof Gräber aushebt
Beispiel:
der Totengräber grub ein frisches Grab, schaufelte das Grab zu
bildlich
Beispiele:
salopp er ist dem Totengräber von der Schippe gesprungen (= er ist mit dem Leben davongekommen)
daß der deutsche Militarismus ... die Rolle eines Totengräbers der deutschen Nation selbst gespielt hat [Aufbau1953]
2.
Aaskäfer, der kleine Tierkadaver verscharrt und darin seine Eier ablegt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tot · töten · Tötung · abtöten · ertöten · Totenbahre · Totenbett · Totengräber · Totenkopf
tot Adj. ‘gestorben, nicht mehr am Leben, öde, unbelebt, leer’, ahd. (8. Jh.), mhd. tōt, asächs. dōd, mnd. dōt, mnl. doot, nl. dood, aengl. dēad, engl. dead, anord. dauðr, schwed. död, got. dauþs, germ. *dauda- beruht auf einer Partizipialbildung mit to-Suffix (s. auch ↗alt, ↗kalt) und gehört im Sinne von ‘gestorben’ zu einem im Nhd. untergegangenen Verb für ‘sterben’, belegt in ahd. touwen (9. Jh.), tewen (10. Jh.), mhd. töuwen, touwen, asächs. dōian, mnl. doyen, douwen, (stark flektierend) anord. deyja und (ablautend) got. *diwan (Part. Prät. diwanō). Zieht man aslaw. daviti ‘würgen, erwürgen’, russ. davít’ (давить) ‘drücken, pressen, würgen’ und air. duine, kymr. dyn ‘Mensch’ (‘Sterblicher’) sowie (unsicher) lat. fūnus ‘Leichenbegängnis, Bestattung’ (aus *dheu̯(e)nos ‘auf den Tod bezügliche Erweisung’?) heran, so kann von einer Wurzel ie. *dheu- ‘hinschwinden, bewußtlos werden, sterben’ ausgegangen werden. töten Vb. ‘gewaltsam ums Leben bringen, vernichten, zerstören’, ahd. tōden (um 1000), mhd. tœten, tœden, asächs. bidōdian, mnd. dȫden, mnl. dōden, nl. doden, aengl. ādȳdan, anord. deyða, schwed. döda, got. gadauþjan ‘töten’ ist Faktitivum zum Adjektiv im Sinne von ‘tot machen, den Tod herbeiführen’. Tötung f. ‘Totschlag’, mhd. tœtunge. abtöten Vb. ‘töten, vernichten’ (heute vielfach von Mikroorganismen), ‘empfindungslos machen, unterdrücken’ (15. Jh.); vgl. got. afdauþjan. ertöten Vb. ‘(etw. in sich, jmdm.) abtöten, zum Absterben bringen, ersticken’, ahd. irtōden (um 1000), mhd. ertœten ‘töten’; seit dem 18. Jh. im heutigen Sinne gebraucht. Totenbahre f. ‘Gestell, auf dem der Sarg während der Trauerfeier steht’, spätmhd. tōtenbāre. Totenbett n. ‘Sterbebett, -lager’, mhd. tōtbette. Totengräber m. (15. Jh.). Totenkopf m. (15. Jh.); vgl. mhd. tōtenhoubet.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bestatter · ↗Leichenbestatter · Leichengräber · Totenbestatter  ●  Kuhlengräber  norddeutsch · Pompfüneberer  österr. · Totengräber  Hauptform
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
Totengräber  fig. [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Antonyme
  • Totengräber  fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bundesfinanzen Demokratie Friedhof Fußball Geburtshelfer Henker Imperium Kapitalismus Kirchhof Kommunismus Landwirtschaft Mittelstand Nation Republik Retter Sowjetunion Sozialismus Sozialstaat Stabilitätspakt Verein ausheben beschimpfen betätigen bezeichnen dastehen eigentlich eingehen erweisen schaufeln wahr

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Totengräber‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch ist der "Erneuerer" inzwischen auf dem besten Wege, Totengräber seiner eigenen Reformen zu werden.
Die Welt, 03.09.2001
Manchmal hat er das Grab vorher selbst ausgehoben, zusammen mit seinem Nachbarn, dem Totengräber.
Der Tagesspiegel, 23.01.2001
Für Frankreich ist die Darstellung des Todes als Totengräber typisch; doch kommt der T. hier wie auch in den anderen romanischen Ländern bald wieder ab.
Rosenfeld, H.: Totentanz. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 45563
In einer Ecke, unter Lumpen verborgen, entdeckten sie den Totengräber.
Röhrig, Tilman: In dreihundert Jahren vielleicht, Würzburg: Arena 1984 [1983], S. 120
Er nickte dem Totengräber bekümmert zu und gokelte der Kirche zu.
Stehr, Hermann: Der Heiligenhof, München: List 1952 [1918], S. 617
Zitationshilfe
„Totengräber“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Totengräber>, abgerufen am 18.07.2019.

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