Totenkopf, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungTo-ten-kopf
WortzerlegungToteKopf
Wortbildung mit ›Totenkopf‹ als Erstglied: ↗Totenkopfschwärmer
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Schädel eines Toten
Beispiel:
in der Grabkammer lagen Totenköpfe
Warnzeichen
Beispiele:
die Flasche mit Blausäure trug im Etikett einen Totenkopf
vor dem verseuchten Gelände stand ein Schild mit einem Totenkopf
2.
großer Schmetterling aus der Familie der Schwärmer, der auf dem Rücken eine Zeichnung hat, die wie ein Totenkopf aussieht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tot · töten · Tötung · abtöten · ertöten · Totenbahre · Totenbett · Totengräber · Totenkopf
tot Adj. ‘gestorben, nicht mehr am Leben, öde, unbelebt, leer’, ahd. (8. Jh.), mhd. tōt, asächs. dōd, mnd. dōt, mnl. doot, nl. dood, aengl. dēad, engl. dead, anord. dauðr, schwed. död, got. dauþs, germ. *dauda- beruht auf einer Partizipialbildung mit to-Suffix (s. auch ↗alt, ↗kalt) und gehört im Sinne von ‘gestorben’ zu einem im Nhd. untergegangenen Verb für ‘sterben’, belegt in ahd. touwen (9. Jh.), tewen (10. Jh.), mhd. töuwen, touwen, asächs. dōian, mnl. doyen, douwen, (stark flektierend) anord. deyja und (ablautend) got. *diwan (Part. Prät. diwanō). Zieht man aslaw. daviti ‘würgen, erwürgen’, russ. davít’ (давить) ‘drücken, pressen, würgen’ und air. duine, kymr. dyn ‘Mensch’ (‘Sterblicher’) sowie (unsicher) lat. fūnus ‘Leichenbegängnis, Bestattung’ (aus *dheu̯(e)nos ‘auf den Tod bezügliche Erweisung’?) heran, so kann von einer Wurzel ie. *dheu- ‘hinschwinden, bewußtlos werden, sterben’ ausgegangen werden. töten Vb. ‘gewaltsam ums Leben bringen, vernichten, zerstören’, ahd. tōden (um 1000), mhd. tœten, tœden, asächs. bidōdian, mnd. dȫden, mnl. dōden, nl. doden, aengl. ādȳdan, anord. deyða, schwed. döda, got. gadauþjan ‘töten’ ist Faktitivum zum Adjektiv im Sinne von ‘tot machen, den Tod herbeiführen’. Tötung f. ‘Totschlag’, mhd. tœtunge. abtöten Vb. ‘töten, vernichten’ (heute vielfach von Mikroorganismen), ‘empfindungslos machen, unterdrücken’ (15. Jh.); vgl. got. afdauþjan. ertöten Vb. ‘(etw. in sich, jmdm.) abtöten, zum Absterben bringen, ersticken’, ahd. irtōden (um 1000), mhd. ertœten ‘töten’; seit dem 18. Jh. im heutigen Sinne gebraucht. Totenbahre f. ‘Gestell, auf dem der Sarg während der Trauerfeier steht’, spätmhd. tōtenbāre. Totenbett n. ‘Sterbebett, -lager’, mhd. tōtbette. Totengräber m. (15. Jh.). Totenkopf m. (15. Jh.); vgl. mhd. tōtenhoubet.

Thesaurus

Synonymgruppe
Totenkopf · ↗Totenschädel

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufschrift Augenhöhle Emblem Engelsflügel Flagge Gebein Gerippe Hakenkreuz Kerze Knochen Lederjacke Mütze Orden SS-Rune Schild Skelett Stilleben Wappen Zucker abbilden aufgedruckt aufgemalt geflügelt grinsen lachend posieren prangen silbern tätowieren zieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Totenkopf‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch das große runde Ding an der Hand des Mannes mit den kurz geschorenen Haaren ist ein gewaltiger Totenkopf.
Süddeutsche Zeitung, 01.03.2002
Wo sich bei ihnen die Bücher stapeln, ist der Totenkopf nicht weit.
Die Zeit, 15.10.1993, Nr. 42
Er hatte nicht wie der Totenkopf auf den Tschakos große Löcher an Stelle der Nase.
Fichte, Hubert: Das Waisenhaus, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1988 [1965], S. 134
Seine schwarze Uniform mit den silbernen Totenköpfen auf den Spiegeln war immer peinlich sauber und gebügelt.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1960], S. 433
Zieht sie aus dem Verkehr mitsamt den abgebildeten Totenköpfen und Adlern.
Bachmann, Ingeborg: Das dreißigste Jahr, München: R. Piper & Co. Verlag 1961, S. 25
Zitationshilfe
„Totenkopf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Totenkopf>, abgerufen am 21.09.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Totenklage
Totenkerze
Totenkammer
Totenhemd
Totenhaus
Totenkopfäffchen
Totenkopfschwärmer
Totenkrone
Totenkult
Totenlade