Totgesagte, die, der oder das

Grammatik Substantiv (Femininum, Maskulinum, Neutrum) · Genitiv Singular: Totgesagten · Nominativ Plural: Totgesagte(n)
Mit Pluralendung ‑n wird das Wort in der schwachen Flexion (bestimmter Artikel) und der gemischten Flexion (Indefinitpronomen, Possessivpronomen) gebildet, z. B. die, keine Totgesagten, in der starken Flexion ist die Endung unmarkiert, z. B. zwei, einzelne Totgesagte.
Aussprache [ˈtoːtgəˌzaːktə]
Worttrennung Tot-ge-sag-te
Grundform totgesagt
Wahrig und ZDL

Bedeutungen

1.
Person, von der behauptet wird, dass sie nicht mehr lebt
Grammatik: Genus Femininum/Genus Maskulinum
Beispiele:
In Kassel erschien [am Wahltag] eine Totgesagte und gab ihre Stimme ab. [Der Spiegel, 22.09.1965]
Der oft Totgesagte wäre jetzt, wenn er noch lebte, 87 Jahre alt. [Süddeutsche Zeitung, 09.12.1999]
Frühzeitiges Abschalten der Geräte könne Zehntausende von Pfund sparen. Doch der Computer kann irren: Vier von hundert Schwerstkranken überleben trotz schlechter Prognose. Sie hätten Pech gehabt, falls die Ärzte der Vorhersage bereits folgten. Für einen Bericht […] interviewte das britische Fernsehen zwei der Totgesagten, die wieder genesen sind. [Die Zeit, 20.09.1996]
Schon mancher Totgesagte lebte noch viele Jahre gesund und munter. [Die Zeit, 22.11.1963]
sprichwörtlich, scherzhaft
Phrasem:
Totgesagte leben länger (= manchmal sind Personen oder Dinge noch lebendig, obwohl man (voreilig) annimmt, sie seien schon tot oder außer Gebrauch)
Beispiele:
Totgesagte leben eben manchmal doch länger. Der 1. FC Kaiserslautern meldet gerade Ansprüche an, ein solcher Fall zu sein. Vor zwei Wochen drohte der Verein noch, im sportlichen Formtief und vereinsinternen Chaos zu versinken. Und nun, vier Spiele, acht Punkte und einen Derbysieg später, haben sich wieder alle lieb. [Allgemeine Zeitung, 19.04.2021]
»Totgesagte leben länger« – dieser Spruch lässt sich ohne weiteres auf die Aktie des amerikanischen Internet‑ und IT‑Dienstleistungsriesen Amazon übertragen. [Neue Zürcher Zeitung, 30.05.2017]
»Totgesagte leben länger«, sagt er und berichtet dann von einem neuen Investor, der die Wiedergeburt der [Auto-]Marke [Gumpert] und die Entwicklung des [neuen Modells] Explosion ermöglicht habe. [Der Spiegel, 05.03.2014 (online)]
2.
übertragen etw., von dem behauptet wird, dass es nicht mehr gebräuchlich, ohne (wirtschaftlichen) Nutzwert ist, nicht mehr existiert; Person, von der behauptet wird, dass sie (beruflich, politisch, finanziell) erfolglos oder gescheitert ist
Beispiele:
Für eine immer wieder lustvoll Totgesagte lebt die Literatur […] ganz munter weiter, als wäre ein solcher Meuchelmord der reine Jungbrunnen. [Neue Zürcher Zeitung, 12.07.2017]
Aus den Überresten von drei Totgesagten der weltweiten Autobranche – Renault, Nissan und Mitsubishi – formte der an Frankreichs Eliteschulen ausgebildete Ghosn den heute größten globalen Autokonzern. [Die Zeit, 18.10.2017]
Auferstehung eines Totgesagten: Die Athener Abgeordneten haben dem griechischen Premierminister ihr Vertrauen ausgesprochen. [Der Spiegel, 05.11.2011 (online)]
Das Leben ist kurz, aber in der Literatur kann auch der Tod kurz sein und das Totgesagte eines Tages lebendig hervortreten; man muß nur den richtigen Augenblick wittern. [Die Zeit, 10.11.1967]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Totgesagte‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Totgesagte‹.

Zitationshilfe
„Totgesagte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Totgesagte>, abgerufen am 26.09.2021.

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