Trägheit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Trägheit · Nominativ Plural: Trägheiten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Träg-heit
Grundformträg
Wortbildung  mit ›Trägheit‹ als Erstglied: Trägheitsgesetz · Trägheitskraft · Trägheitsmoment
 ·  mit ›Trägheit‹ als Letztglied: Darmträgheit · Geistesträgheit · Herzensträgheit · Stuhlträgheit
eWDG

Bedeutungen

1.
entsprechend der Bedeutung von träg (1)
Beispiele:
er neigt zur Trägheit
etw. verführt zur Trägheit
die Trägheit abschütteln
geistige Trägheit
Eine merkwürdige Trägheit hatte sich seiner bemächtigt [ JahnnHolzschiff73]
2.
Physik, Chemie Eigenschaft jeder Masse, einer Änderung des Bewegungszustandes einen Widerstand entgegenzusetzen, Beharrungsvermögen
Beispiele:
das Gesetz der Trägheit
Wenn die im elektrischen Strom bewegte Ladung mit träger Masse verbunden ist, so muß sich diese Trägheit bei gewissen Erscheinungen nachweisen lassen [ Wissenschaft und Fortschritt1957]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

träge · Trägheit
träge Adj. ‘lustlos und ohne Schwung (sich bewegend), schwerfällig’, ahd. trāgi (8. Jh.), mhd. træge, (md.) trāge, asächs. trāg, mnd. trāch, mnl. trāghe, traech, nl. traag ‘träge’, d. h. ‘von langsamer, mühsamer Bewegung des Körpers und des Geistes’, semantisch abweichend aengl. trāg ‘übel, schlecht’, dazu ablautend anord. tregr ‘unwillig, langsam’, aengl. trega ‘Unglück, Elend, Kummer’, anord. tregi ‘Sorge, Kummer, Hindernis’, got. trigō ‘Trauer’, ferner asächs. tregan ‘leid sein’, mnl. tregen ‘verdrießen, träge werden, träge machen’, aengl. tregian, anord. trega ‘betrüben’. Falls sich, wenngleich unsicher, lit. drìžti ‘fürchten, erschrecken, schüchtern sein, elend, schwach werden’, drìžinti ‘schwächen, elend machen’ heranziehen läßt, kann ie. *dreg̑h- ‘unwillig, verdrossen’, vielleicht ursprünglicher ‘schlaff, zähe sein’ (?) als Ausgangsform vermutet werden. Trägheit f. ‘Langsamkeit, Schwerfälligkeit’, ahd. trāgheit (um 1000), mhd. trācheit, trākeit.

Thesaurus

Psychologie
Synonymgruppe
Desinteresse · Gleichgültigkeit · Gleichmut · Interessenlosigkeit · Leidenschaftslosigkeit · Passivität · Saumseligkeit · Teilnahmslosigkeit · Trägheit · Unempfindlichkeit · Untätigkeit  ●  Indifferenz  lat. · Lethargie  griechisch · Phlegma  griechisch · Abnegation  geh., veraltet · Apathie  fachspr., griechisch
Oberbegriffe
Assoziationen
Physik
Synonymgruppe
Beharrungsvermögen · Inertia · Langsamkeit · Massenträgheit · Trägheit
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Schwerfälligkeit · Schwunglosigkeit · Trägheit · mangelnder Elan  ●  Lahmarschigkeit  derb · Transusigkeit  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Trägheit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Trägheit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Trägheit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber da gibt es nach meiner Erfahrung auch eine unsagbare Trägheit bei den Männern. [Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 52]
Ei nein, das glaube ich nicht, das ist bestimmt nur eine kleine Trägheit! [Flaig, Hermine: Was spiele ich mit Brüderchen? In: Ins Leben hinaus, Stuttgart: Union Dt. Verl.-Ges. 1931, S. 132]
Es ist ein Gerät, das seinen Trägern dabei helfen soll, die Trägheit zu überwinden. [Die Zeit, 16.10.2013, Nr. 42]
Wir müssen gegen die Trägheit der Trainer, Spieler, Ärzte ankämpfen, das ist ein echtes Problem. [Die Zeit, 06.06.2012, Nr. 24]
Es dauerte auch lange, bis sie sich entschloß, ihre Trägheit abzulegen. [Trott, Magda: Puckis neue Streiche, Stuttgart: Titania (1951) [1920], S. 380]
Zitationshilfe
„Trägheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tr%C3%A4gheit>.

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