Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Träumer, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Träumers · Nominativ Plural: Träumer
Aussprache 
Worttrennung Träu-mer
Wortzerlegung träumen -er
Wortbildung  mit ›Träumer‹ als Erstglied: Träumerblick · träumerisch  ·  mit ›Träumer‹ als Letztglied: Tagträumer · Wachträumer
eWDG

Bedeutungen

1.
jmd., der im Schlaf häufig träumt
2.
jmd., der viel seinen Gedanken nachhängt, sich Träumereien hingibt und dadurch meist versonnen, weltfremd ist
Beispiele:
er ist ein schwärmerischer, romantischer, weltfremder Träumer
abwertender ist ein versponnener Träumer
Ole war ein Träumer, aber keiner von jenen, die an den Ecken des Lebens sitzen und auf Wunder warten [ StrittmatterBienkopp31]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Traum · träumen · Träumer · träumerisch · verträumen · verträumt
Traum m. ‘im Schlaf auftretende Vorstellung, sehnlicher Wunsch’, ahd. (9. Jh.), mhd. troum, asächs. mnd. drōm, mnl. nl. droom, mengl. drēm, engl. dream, anord. draumr, schwed. dröm setzt germ. *drauma- aus *draugma- ‘nicht wirkliches Bild, Trugbild’ voraus (vgl. ahd. gitrog, asächs. gidrog ‘Erscheinung, Trugbild’), eine Bildung mit dem Suffix ie. -ma- zu ie. *dhreugh- ‘trügen, listig schädigen’ (s. trügen). – träumen Vb. ‘einen Traum, Träume haben, sich Wunsch-, Phantasievorstellungen hingeben’, ahd. troumen (um 1000), mhd. troumen, tröumen, mnd. drȫmen, mnl. drōmen, droemen, nl. dromen, engl. to dream, anord. dreyma, schwed. drömma. Träumer m. ‘wer seinen Gedanken, Phantasien nachhängt’, selten ‘wer im Schlaf (häufig) träumt’, ahd. troumāri (11. Jh.), mhd. troumære. träumerisch Adj. ‘in Gedanken versunken, verträumt, versonnen’ (18. Jh.). verträumen Vb. ‘eine Zeit träumend verbringen’ (17. Jh.); oft verträumt Part.adj. ‘träumerisch, versonnen, abseits vom lauten Getriebe, idyllisch’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Luftikus · Traumtänzer · Träumer
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Fantast · Idealist · Phantast · Romantiker · Schwärmer · Träumer · Utopist
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Träumer‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Träumer‹.

Verwendungsbeispiele für ›Träumer‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch kommt zum Fest nicht der Träumer, So kommt er später bestimmt; [Schnitzler, Arthur: Jugend in Wien, Eine Autobiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1918], S. 40070]
Und was hilft es, daß ich übersehe, ich sei etwas von einem unpraktischen Träumer gewesen? [Overbeck, Franz: Selbstbekenntnisse. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1903], S. 39081]
Wer glaubt, man könne den Computer zur Durchsetzung politischer Ziele benutzen, die entgegen seiner Bestimmung stehen, ist ein Träumer. [konkret, 1984]
Es gibt Träumer, und es wird sie noch lange geben. [konkret, 1983]
Er warnt den Träumer, er spiele mit dem Terror, er selber aber erleide ihn. [konkret, 1981]
Zitationshilfe
„Träumer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tr%C3%A4umer>.

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