Trödel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Trödels · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungTrö-del (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Trödel‹ als Erstglied: ↗Trödelkram · ↗Trödelladen · ↗Trödelmarkt · ↗Trödelware
eWDG, 1976

Bedeutung

salopp, abwertend
1.
wertloser, alter Kram, besonders alte Kleider, alte Möbel, alter Hausrat
Beispiele:
staubiger Trödel
die Kammer war mit allerlei Trödel angefüllt
wirf den Trödel weg!
übertragen
Beispiel:
Haben die Iphigenie so lange mit dem Euripides verglichen, bis sie ein Trödel war [Th. MannLotte7,636]
2.
veraltet Markt, auf dem gebrauchte Kleidungsstücke, alter Hausrat gehandelt wurde
Beispiel:
[Husarenhosen] die er in seiner Vaterstadt Stralsund auf dem Trödel gekauft hatte [KügelgenJugenderinnerungen339]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Trödel · Trödelmarkt · trödeln1 · Trödler
Trödel m. ‘wertloser, alter Kram, Kleinhandel (mit gebrauchten Sachen), Markt, wo mit Trödel gehandelt wird’ (16. Jh.); vgl. Trödelmarkt m. frühnhd. (omd.) dredelmarckt (15. Jh.). Etymologie unbekannt. trödeln1 Vb. ‘mit Kleinkram handeln, auf dem Trödelmarkt einkaufen’ (17. Jh.), auch übertragen (16. Jh.). Trödler m. ‘Händler mit Kleinkram, mit alten Sachen’ (Ende 15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gerümpel · ↗Klüngel · ↗Kram  ●  ↗(wertloses) Zeug  Hauptform · ↗Klumpert  österr. · Driss  ugs., kölsch · ↗Firlefanz  ugs. · ↗Gedöns  ugs., norddeutsch · ↗Gelumpe  ugs. · ↗Geraffel  ugs. · Gesumsel  ugs. · Glump  ugs., mitteldeutsch, süddt., bair. · ↗Glumpert  ugs., bair., österr. · Graffel  ugs., österr., bair. · Grusch  ugs. · ↗Kladderadatsch  ugs. · ↗Klimbim  ugs. · Kramuri  ugs., österr. · ↗Krempel  ugs., Hauptform · ↗Krimskrams  ugs. · Krusch(t)  ugs. · ↗Müll  derb · ↗Nippes  ugs. · ↗Plunder  ugs. · Plörren  ugs., ruhrdt. · ↗Ramsch  ugs. · ↗Schnickschnack  ugs. · ↗Schrott  derb, abwertend · ↗Tand  geh., veraltet · ↗Tinnef  ugs. · Trödel  ugs. · ↗Zeugs  ugs., abwertend · ↗Zinnober  ugs.
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Assoziationen
Synonymgruppe
Flohmarkt · ↗Trödelmarkt  ●  Trödel  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Antiquität Flohmarkt Kitsch Möbel Tand sammeln verkaufen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Trödel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch für die Anbieter ist der Trödel ein teures Vergnügen.
Süddeutsche Zeitung, 12.10.2002
Sie sind kaputt, Trödel, die alt gewordene Welt kleiner Mädchen.
Die Zeit, 05.09.1986, Nr. 37
Wer aber kramte dort mit dünnen, langen Fingern in dem aufgestapelten Trödel?
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 666
Er ist zwar nicht mehr so wild wie mit 1½ und neigt sogar etwas zum Trödeln.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 189
Sie riß Bänder und Stricke vom Hals und schleuderte den Trödel gegen die Kapelle.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 230
Zitationshilfe
„Trödel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Trödel>, abgerufen am 11.12.2019.

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