Tröster, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Trösters · Nominativ Plural: Tröster
Aussprache 
Worttrennung Trös-ter (computergeneriert)
Wortzerlegung trösten-er
Wortbildung  mit ›Tröster‹ als Erstglied: ↗Trösterin  ·  mit ›Tröster‹ als Letztglied: ↗Seelentröster · ↗Witwentröster
eWDG, 1976

Bedeutung

jmd., der jmdn. tröstet
Beispiel:
ein geistlicher Tröster
bildlich
Beispiel:
Der Schnaps war unser großer Tröster [Weiskopf4,596]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Trost · trösten · Tröster · tröstlich · vertrösten
Trost m. ‘seelischer Halt, Zuversicht, Ermutigung im Leid’, ahd. (8. Jh.), mhd. trōst ‘Vertrauen, Zuversicht, Ermutigung, Hilfe, Schutz, Tröster’, asächs. mnd. trōst, mnl. nl. troost, afries. trāst, anord. traust, schwed. tröst sowie anord. traustr ‘zuverlässig, stark’ und (mit anderer Stammbildung) got. trausti ‘Vertrag, Bündnis’ (germ. *traust-) sind mit st-Suffix an den unter ↗Teer (s. d.) angeführten Ansatz ie. *deru-, *dreu-, *drū- ‘Baum’, eigentlich wohl ‘Eiche’, auch ‘hart, fest, treu’ (s. ↗trauen, ↗treu), anzuschließen. Aus einer frühen Bedeutung ‘Festigkeit’ entwickelt sich ‘Zuversicht, Vertrauen, Hoffnung’, aber auch ‘Gewährung von Festigkeit’, d. h. ‘(sichtbare) Hilfe, Schutz’. Unter dem Einfluß der christlichen (süddeutschen) Mission wird Trost der dt. Ausdruck für lat. cōnsōlātio ‘durch Zuspruch entstehende seelische Stärkung’. Trost bedeutet heute allgemein ‘seelischer Halt, seelische Unterstützung’. Keinen erkennbaren semantischen Zusammenhang zeigt die Wendung nicht bei Trost(e) sein ‘nicht bei Sinnen, nicht bei Verstand sein’ (Mitte 18. Jh.). Aus der Vorstellung ‘ohne Zuspruch und daher verzweifelt sein’ hervorgegangen? trösten Vb. ‘Trost spenden, seelischen Halt geben’, ahd. trōsten (8. Jh.), mhd. trœsten, trōsten ‘beschwichtigen, aufrichten, Zuversicht, Sicherheit und Schutz gewähren’, reflexiv ‘seine Zuversicht worauf setzen’, ursprünglich ebenfalls ein Wort der südd. Kirchensprache; Tröster m. ‘wer Trost spendet’, ahd. trōstāri (Hs. 12. Jh.), mhd. trœstære, trœster ‘Tröster, Helfer, Bürge’. tröstlich Adj. ‘Trost spendend’, ahd. trōstlīh (um 1000), mhd. trōstlich ‘zuversichtlich, mutig, zuverlässig, Trost gebend, hilfreich’. vertrösten Vb. ‘durch Hervorrufen von Hoffnung hinhalten’, ahd. firtrōsten ‘unbesorgt sein über’, reflexiv ‘verzichten auf, einen Verlust verschmerzen, vergessen’ (um 1000), mhd. vertrœsten ‘Bürgschaft leisten, Sicherheit gewähren’, reflexiv ‘einen Verlust verschmerzen, vergessen’.

Typische Verbindungen zu ›Tröster‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tröster‹.

Verwendungsbeispiele für ›Tröster‹

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Und das hilft ja bekanntlich enorm bei der Suche nach einem Tröster.
Bild, 29.10.2002
Wenn die Not am größten wird, ist der Tröster nicht mehr weit.
Die Zeit, 13.06.1986, Nr. 25
Als Rahel 1797 versuchte, eine Entscheidung zu erzwingen, war er als Tröster zur Stelle.
Günter de Bruyn, Die Finckensteins: Berlin: Siedler 1999, S. 176
Bürgerlich-rechtschaffene Tröster nahmen vom Handwerk das Wort Feierabend und hüllten den Tod darin ein.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 3, Berlin: Aufbau-Verl. 1956, S. 229
Solange sie leben, ist König Alkohol der große Tröster in ihrem freudlosen Dasein.
Gurland, A. R. L.: Wirtschaft und Gesellschaft im Übergang zum Zeitalter der Industrie. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 16646
Zitationshilfe
„Tröster“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tr%C3%B6ster>, abgerufen am 05.06.2020.

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