Trübsal, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Trübsal · Nominativ Plural: Trübsale · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungTrüb-sal
eWDG, 1976

Bedeutung

gehoben längere Zeit anhaltende tiefe Traurigkeit, großer psychischer Schmerz, Betrübnis
Beispiele:
jmdn. aus seiner Trübsal reißen
er war voller, in großer Trübsal
er geriet in einen Zustand der größten Trübsal
etw. sehr Schmerzvolles, Trauriges
Beispiele:
alle Trübsal vergessen
Ich weiß nicht, wieviel Trübsal ein Mensch meines Schlages braucht, um geduldig zu werden [KlepperSchatten242]
umgangssprachlich, bildlich Trübsal blasentraurig, bedrückt sein, seinem Kummer nachhängen und nichts Vernünftiges tun
Beispiele:
zu Hause sitzen und Trübsal blasen
kommst du nun mit, oder willst du immer noch Trübsal blasen?
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trübe · trüben · Trübsinn · trübsinnig · Trübsal · trübselig · betrüben · betrüblich
trübe Adj. ‘undurchsichtig, nicht klar, nicht hell, freudlos’. Das westgerm. bezeugte Adjektiv ahd. truobi ‘dunkel, undurchsichtig, getrübt, betrübt, verwirrt’ (8. Jh.), mhd. trüebe ‘lichtlos, glanzlos, düster, finster, traurig, bekümmert’, asächs. drōƀi ‘trübe, betrübt’, mnd. drȫve ‘betrübt, traurig’, mnl. droeve, nl. droef ‘betrübt, düster, dunkel, unklar, unverständlich’, aengl. drōf ‘unruhig, in Verwirrung, schmutzig, schlammig’ (germ. *drōbi-) ist verwandt mit den unter ↗Treber angeführten germ. und außergerm. Formen und stellt sich mit diesen zu ie. *dherəbh-, *dhrāb-, *dhrəbh-, einer Erweiterung der Wurzel ie. *dher(ə)- ‘trüber Bodensatz einer Flüssigkeit, Schmutz’, auch von trüben Farbtönen. Ausgehend von ‘aufgewühlt’ (von Gewässern), ‘unklar, schlammig’, entwickeln sich bereits im Ahd. die übertragenen Bedeutungen ‘unklar, nicht oder kaum durchsichtig’ und (seelisch, geistig) ‘verwirrt, unruhig, verstört’. trüben Vb. ‘trübe, dunkler machen, beeinträchtigen, stören’, ahd. truoben ‘Bodensatz aufwühlen, Wasser verunreinigen, verwirren, beunruhigen, erschüttern’ (8. Jh.), mhd. trüeben, truoben ‘trübe machen, beunruhigen, verwirren’, reflexiv ‘sich betrüben’, aengl. drēfan ‘betrüben, erregen, beunruhigen’, got. drōbjan ‘trüben, irre machen’. Daneben steht intransitives ahd. truobēn ‘betrübt, dunkel werden’ (9. Jh.), mhd. truoben ‘trübe sein oder werden, traurig werden’, asächs. drōƀian ‘betrübt werden, zurückschrecken’, got. drōbnan ‘unruhig werden’. Im Nhd. wird das intransitive Verb aufgegeben und durch reflexives sich trüben ersetzt. Übertragener Gebrauch ist in den frühesten Zeugnissen bereits voll ausgebildet. Trübsinn m. ‘schwermütige, melancholische Gemütsverfassung’ und trübsinnig Adj. ‘schwermütig, hoffnungs- und mutlos, pessimistisch’ (beide Mitte 18. Jh.). Trübsal f. ‘Traurigkeit, Melancholie, Hoffnungslosigkeit’, ahd. truobisal n. m. (11. Jh.), mhd. trüebesal n. m. f. ‘Undurchsichtigkeit, Finsternis, Drangsal, Plage, Traurigkeit, Betrübnis’, bis ins 19. Jh. mit schwankendem Genus; zum Ableitungssuffix s. ↗-sal, ↗-sel. trübselig Adj. ‘mit Ungemach, Bedrängnis behaftet, traurig, mutlos’ (16. Jh.), besonders in neuerer Sprache ‘armselig, kümmerlich’; voraus geht Trübseligkeit f. (15. Jh.). betrüben Vb. ‘traurig machen’, ahd. bitruoben ‘verderben’ (Hs. 13. Jh.), mhd. betrüeben ‘trübe machen, verdunkeln, betrüben, heimsuchen’. betrüblich Adj. ‘traurig machend, Bedauern hervorrufend’ (15. Jh.).

Thesaurus

Psychologie
Synonymgruppe
Bedrücktheit · ↗Betrübnis · ↗Freudlosigkeit · ↗Gedrücktheit · ↗Gram · ↗Niedergeschlagenheit · ↗Schwermut · ↗Traurigkeit · Trübsal · ↗Trübsinn · ↗Verstimmung · ↗Wehmut · ↗Weltschmerz · schlechte Laune  ●  ↗Melancholie  griechisch · ↗Tristesse  franz. · ↗(eine) Depri  ugs. · ↗Depression  fachspr., medizinisch · ↗Depressivität  fachspr. · Leiden an der Welt  geh. · ↗Miesepetrigkeit  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Freude Not Tristesse blasen herrschen irdisch verfallen vertreiben wegblasen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Trübsal‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In den vergangenen zwei Jahren haben sie vorwiegend Trübsal geblasen.
Süddeutsche Zeitung, 09.02.2001
Man darf nicht den Kopf hängen lassen und Trübsal blasen.
Bild, 24.03.2006
Erhaltet euch in aller Trübsal das Lächeln und Lachen des Humors!
Allgemeine Deutsche Lehrerzeitung, 1909, Nr. 9/10, Bd. 60
Trotz enttäuschender Wahrnehmung und nicht von der Hand zu weisender Tatsachen gibt es keine Veranlassung, deswegen Trübsal zu blasen.
Schröter, Heinz: Ich, der Rentnerkönig, Genf: Ariston 1985, S. 128
Nur die Herrin von Tula durfte bei ihm weilen und mit Gesprächen und Gesängen seine Trübsal scheuchen.
Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 17
Zitationshilfe
„Trübsal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Trübsal>, abgerufen am 24.06.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
trübrot
Trübnis
Trübheit
Trübglas
trübgelb
trübselig
Trübseligkeit
Trübsinn
trübsinnig
Trübstoff