Trübsinn, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungTrüb-sinn (computergeneriert)
WortzerlegungtrübSinn
Wortbildung mit ›Trübsinn‹ als Erstglied: ↗trübsinnig
eWDG, 1976

Bedeutung

längere Zeit anhaltende, tiefe Niedergeschlagenheit, Traurigkeit, trübe, düstere Stimmung
Beispiele:
jmd. ist in seinen Trübsinn versunken, hat eine Neigung zum Trübsinn
in Trübsinn verfallen
das Gesicht hatte einen Ausdruck von Trübsinn
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trübe · trüben · Trübsinn · trübsinnig · Trübsal · trübselig · betrüben · betrüblich
trübe Adj. ‘undurchsichtig, nicht klar, nicht hell, freudlos’. Das westgerm. bezeugte Adjektiv ahd. truobi ‘dunkel, undurchsichtig, getrübt, betrübt, verwirrt’ (8. Jh.), mhd. trüebe ‘lichtlos, glanzlos, düster, finster, traurig, bekümmert’, asächs. drōƀi ‘trübe, betrübt’, mnd. drȫve ‘betrübt, traurig’, mnl. droeve, nl. droef ‘betrübt, düster, dunkel, unklar, unverständlich’, aengl. drōf ‘unruhig, in Verwirrung, schmutzig, schlammig’ (germ. *drōbi-) ist verwandt mit den unter ↗Treber angeführten germ. und außergerm. Formen und stellt sich mit diesen zu ie. *dherəbh-, *dhrāb-, *dhrəbh-, einer Erweiterung der Wurzel ie. *dher(ə)- ‘trüber Bodensatz einer Flüssigkeit, Schmutz’, auch von trüben Farbtönen. Ausgehend von ‘aufgewühlt’ (von Gewässern), ‘unklar, schlammig’, entwickeln sich bereits im Ahd. die übertragenen Bedeutungen ‘unklar, nicht oder kaum durchsichtig’ und (seelisch, geistig) ‘verwirrt, unruhig, verstört’. trüben Vb. ‘trübe, dunkler machen, beeinträchtigen, stören’, ahd. truoben ‘Bodensatz aufwühlen, Wasser verunreinigen, verwirren, beunruhigen, erschüttern’ (8. Jh.), mhd. trüeben, truoben ‘trübe machen, beunruhigen, verwirren’, reflexiv ‘sich betrüben’, aengl. drēfan ‘betrüben, erregen, beunruhigen’, got. drōbjan ‘trüben, irre machen’. Daneben steht intransitives ahd. truobēn ‘betrübt, dunkel werden’ (9. Jh.), mhd. truoben ‘trübe sein oder werden, traurig werden’, asächs. drōƀian ‘betrübt werden, zurückschrecken’, got. drōbnan ‘unruhig werden’. Im Nhd. wird das intransitive Verb aufgegeben und durch reflexives sich trüben ersetzt. Übertragener Gebrauch ist in den frühesten Zeugnissen bereits voll ausgebildet. Trübsinn m. ‘schwermütige, melancholische Gemütsverfassung’ und trübsinnig Adj. ‘schwermütig, hoffnungs- und mutlos, pessimistisch’ (beide Mitte 18. Jh.). Trübsal f. ‘Traurigkeit, Melancholie, Hoffnungslosigkeit’, ahd. truobisal n. m. (11. Jh.), mhd. trüebesal n. m. f. ‘Undurchsichtigkeit, Finsternis, Drangsal, Plage, Traurigkeit, Betrübnis’, bis ins 19. Jh. mit schwankendem Genus; zum Ableitungssuffix s. ↗-sal, ↗-sel. trübselig Adj. ‘mit Ungemach, Bedrängnis behaftet, traurig, mutlos’ (16. Jh.), besonders in neuerer Sprache ‘armselig, kümmerlich’; voraus geht Trübseligkeit f. (15. Jh.). betrüben Vb. ‘traurig machen’, ahd. bitruoben ‘verderben’ (Hs. 13. Jh.), mhd. betrüeben ‘trübe machen, verdunkeln, betrüben, heimsuchen’. betrüblich Adj. ‘traurig machend, Bedauern hervorrufend’ (15. Jh.).

Thesaurus

Psychologie
Synonymgruppe
Bedrücktheit · ↗Betrübnis · ↗Freudlosigkeit · ↗Gedrücktheit · ↗Gram · ↗Niedergeschlagenheit · ↗Schwermut · ↗Traurigkeit · ↗Trübsal · Trübsinn · ↗Verstimmung · ↗Wehmut · ↗Weltschmerz · schlechte Laune  ●  ↗Melancholie  griechisch · ↗Tristesse  franz. · ↗(eine) Depri  ugs. · ↗Depression  fachspr., medizinisch · ↗Depressivität  fachspr. · Leiden an der Welt  geh. · ↗Miesepetrigkeit  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anfall Langeweile Melancholie Schluß Schwermut blasen verbreiten verfallen verfällen versinken vertreiben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Trübsinn‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er wacht im selben Trübsinn auf, der ihn am Abend eingeschläfert hat.
Süddeutsche Zeitung, 09.08.2003
Wir haben überlebt und natürlich nicht die ganze Zeit in Trübsinn verbracht.
Die Zeit, 15.03.1985, Nr. 12
Manchmal steigert sich diese Depression zu ausgesprochenem Trübsinn oder Geistesumnachtung.
Thilo, Maria von: Die Hygiene des Weibes, Berlin: Möller 1904, S. 48
So blieb er als Attraktion unbrauchbar, wertlos sogar als Notnagel nach hoffnungslosen Nächten und dem Trübsinn, etwa nach Alkoholgenuß.
Wondratschek, Wolf: Mozarts Friseur, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 19
Der Krieg, die Schuldfrage und anderer Bodensatz deutschen Trübsinns spielen wieder eine Rolle.
Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 150
Zitationshilfe
„Trübsinn“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Trübsinn>, abgerufen am 15.12.2018.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Trübseligkeit
trübselig
Trübsal
trübrot
Trübnis
trübsinnig
Trübstoff
Trübung
Truchseß
Truck