Trümmer

GrammatikSubstantiv · wird nur im Plural verwendet
Aussprache
WorttrennungTrüm-mer
Wortbildung mit ›Trümmer‹ als Erstglied: ↗Trümmerberg · ↗Trümmerfeld · ↗Trümmerfrau · ↗Trümmergebiet · ↗Trümmergelände · ↗Trümmergrundstück · ↗Trümmerhaufen · ↗Trümmerschutt · ↗Trümmerstätte · ↗Trümmerverwertung · ↗Trümmerwüste · ↗trümmerhaft
 ·  mit ›Trümmer‹ als Letztglied: ↗Gesteinstrümmer · ↗Maschinentrümmer · ↗Mauertrümmer · ↗Schiffstrümmer · ↗Säulentrümmer
eWDG, 1976

Bedeutung

Bruchstücke, Überreste eines zerstörten größeren Ganzen, besonders von Gebäuden, Flugzeugen, Schiffen, Eisenbahnzügen
Beispiele:
die Trümmer eines Hauses, einer alten Burg
von dem Gebäude, verunglückten Flugzeug sind nur noch Trümmer vorhanden
die Trümmer des Krieges
bei dem Bombenangriff, Erdbeben wurden viele Menschen von den Trümmern erschlagen
Tausende von Menschen lagen unter den Trümmern ihrer Häuser begraben
jmdn. aus den Trümmern bergen, unter den Trümmern hervorziehen
Trümmer beseitigen, wegräumen
die Stadt ist aus Trümmern wiedererstanden
etw. in Trümmer legenetw. völlig zerstören
Beispiel:
[Schießvorräte] groß genug, bei einem Blitzschlag ein ganzes Stadtviertel in Trümmer zu legen [MusilMann1263]
etw. liegt in Trümmernetw. ist völlig zerstört
Beispiel:
als der Krieg beendet war, lagen viele Häuser in Trümmern
etw. geht in Trümmeretw. geht entzwei
Beispiel:
bei dem Autounfall ging die Windschutzscheibe in Trümmer
etw. in Trümmer schlagenetw. entzweischlagen, in kleine Stücke schlagen
Beispiel:
bei seinem Wutanfall hat er alles in Trümmer geschlagen
bildlich
Beispiel:
gehoben[wir deutschen Kommunisten geloben] auf den Trümmern des bürgerlich-kapitalistischen Deutschlands die proletarische Diktatur ... zu errichten [Thälm.Reden2,15]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Trümmer · Trumm · zertrümmern
Trümmer Plur. ‘Ruinen, Reste, Bruchstücke eines einstmals Ganzen’, verselbständigter Plural von obd. und rhein. Trumm n. m. ‘großer, schwerer Brocken’, ahd. thrum (8. Jh.), mhd. drum, trum, frühnhd. trum ‘Endstück, Ende, Stück, Splitter’, wozu entsprechend mnd. drōm, drȫm, drum, mnl. drom, dreum, drōme ‘Fadenende eines Gewebes’, nl. dreum, drom ‘Endfaden der Kette, Garnabfall’, aengl. þrum in (under)tungeþrum ‘Gewebeband unter der Zunge’, engl. thrum ‘Endfaden der Kette, Garnabfall’ (Weberei) und (ablautend) mnd. dram ‘Endstück’, besonders ‘Fadenende’ (in der Weberei), anord. þrǫmr (aus *þramuʀ) m. ‘Rand’. Ausgehend von einer Bedeutung ‘Ende, Endstück’, vergleicht man außergerm. aind. *tárman- ‘Ziel, Spitze, Ende’ (vgl. su-tárman- ‘gut zum Ziel führend, eine gute Überfahrt habend’, zu aind. tárati ‘setzt über, fährt darüber, überwindet, übertrifft’), griech. térma (τέρμα) ‘Ziel (der Rennbahn), Endpunkt, höchster Punkt, oberste Gewalt’, lat. terminus ‘Grenzstein, Grenze, Ende, Schluß’ und schließt alle Formen als Bildungen mit m-Suffix an die unter ↗durch (s. d.) angegebene Wurzel ie. *ter(ə)- ‘hinübergelangen, hindurchdringen, überqueren’ an. Neben dem alten Plural mhd. drum (vereinzelt bis ins 17. Jh. belegt) entwickelt sich ein neuer Plural mhd. drumer, nhd. Trümmer, der seit dem 15. Jh. vorherrscht und seit Mitte des 18. Jhs. auch als Singular (f. m. n.) gebraucht wird (bis Ende 19. Jh.). Er steht in poetischer Sprache (Mitte 18. Jh.) speziell für Ruinen, Überreste großer Bauten, dann überhaupt für Überreste großer, bedeutender Gegenstände, aber auch politischer Institutionen, Imperien u. dgl. zertrümmern Vb. ‘in Trümmer zerfallen, mit Gewalt zerschlagen’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schutt · Trümmer
Assoziationen
Synonymgruppe
Bruchstein · Trümmer

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn man sie hört, kann die Umgebung schon in Trümmern liegen.
Die Zeit, 25.10.2006, Nr. 44
Sie machen sich erneut auf zu jenen Trümmern, an denen sie zwei Stunden zuvor erschöpft aufgehört hatten zu arbeiten.
Der Tagesspiegel, 29.12.2003
Und liegt im Kampfe in Trümmern die ganze Welt zuhauf.
o. A.: 1935. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1982], S. 21515
Eine Generation, die um 1910 - 1920 ihr Werk aufnahm, fand sich vor ihre Trümmer gestellt.
Blume, Friedrich: Romantik. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1963], S. 28469
Wir machten uns daran, nach den Toten unter den Trümmern zu suchen.
Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 424
Zitationshilfe
„Trümmer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Trümmer>, abgerufen am 15.11.2019.

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