Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Trümmer

Grammatik Substantiv · wird nur im Plural verwendet
Aussprache 
Worttrennung Trüm-mer
eWDG

Bedeutung

Bruchstücke, Überreste eines zerstörten größeren Ganzen, besonders von Gebäuden, Flugzeugen, Schiffen, Eisenbahnzügen
Beispiele:
die Trümmer eines Hauses, einer alten Burg
von dem Gebäude, verunglückten Flugzeug sind nur noch Trümmer vorhanden
die Trümmer des Krieges
bei dem Bombenangriff, Erdbeben wurden viele Menschen von den Trümmern erschlagen
Tausende von Menschen lagen unter den Trümmern ihrer Häuser begraben
jmdn. aus den Trümmern bergen, unter den Trümmern hervorziehen
Trümmer beseitigen, wegräumen
die Stadt ist aus Trümmern wiedererstanden
etw. in Trümmer legenetw. völlig zerstören
Beispiel:
[Schießvorräte] groß genug, bei einem Blitzschlag ein ganzes Stadtviertel in Trümmer zu legen [ MusilMann1263]
etw. liegt in Trümmernetw. ist völlig zerstört
Beispiel:
als der Krieg beendet war, lagen viele Häuser in Trümmern
etw. geht in Trümmeretw. geht entzwei
Beispiel:
bei dem Autounfall ging die Windschutzscheibe in Trümmer
etw. in Trümmer schlagenetw. entzweischlagen, in kleine Stücke schlagen
Beispiel:
bei seinem Wutanfall hat er alles in Trümmer geschlagen
bildlich
Beispiel:
gehoben[wir deutschen Kommunisten geloben] auf den Trümmern des bürgerlich‑kapitalistischen Deutschlands die proletarische Diktatur … zu errichten [ Thälm.Reden2,15]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Trümmer · Trumm · zertrümmern
Trümmer Plur. ‘Ruinen, Reste, Bruchstücke eines einstmals Ganzen’, verselbständigter Plural von obd. und rhein. Trumm n. m. ‘großer, schwerer Brocken’, ahd. thrum (8. Jh.), mhd. drum, trum, frühnhd. trum ‘Endstück, Ende, Stück, Splitter’, wozu entsprechend mnd. drōm, drȫm, drum, mnl. drom, dreum, drōme ‘Fadenende eines Gewebes’, nl. dreum, drom ‘Endfaden der Kette, Garnabfall’, aengl. þrum in (under)tungeþrum ‘Gewebeband unter der Zunge’, engl. thrum ‘Endfaden der Kette, Garnabfall’ (Weberei) und (ablautend) mnd. dram ‘Endstück’, besonders ‘Fadenende’ (in der Weberei), anord. þrǫmr (aus *þramuʀ) m. ‘Rand’. Ausgehend von einer Bedeutung ‘Ende, Endstück’, vergleicht man außergerm. aind. *tárman- ‘Ziel, Spitze, Ende’ (vgl. su-tárman- ‘gut zum Ziel führend, eine gute Überfahrt habend’, zu aind. tárati ‘setzt über, fährt darüber, überwindet, übertrifft’), griech. térma (τέρμα) ‘Ziel (der Rennbahn), Endpunkt, höchster Punkt, oberste Gewalt’, lat. terminus ‘Grenzstein, Grenze, Ende, Schluß’ und schließt alle Formen als Bildungen mit m-Suffix an die unter durch (s. d.) angegebene Wurzel ie. *ter(ə)- ‘hinübergelangen, hindurchdringen, überqueren’ an. Neben dem alten Plural mhd. drum (vereinzelt bis ins 17. Jh. belegt) entwickelt sich ein neuer Plural mhd. drumer, nhd. Trümmer, der seit dem 15. Jh. vorherrscht und seit Mitte des 18. Jhs. auch als Singular (f. m. n.) gebraucht wird (bis Ende 19. Jh.). Er steht in poetischer Sprache (Mitte 18. Jh.) speziell für Ruinen, Überreste großer Bauten, dann überhaupt für Überreste großer, bedeutender Gegenstände, aber auch politischer Institutionen, Imperien u. dgl. – zertrümmern Vb. ‘in Trümmer zerfallen, mit Gewalt zerschlagen’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schutt · Trümmer
Synonymgruppe
Bruchstein · Trümmer

Typische Verbindungen zu ›Trümmer‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Trümmer‹.

Eishalle Frauenkirche Keramikfabrik Schutzmauer Stadtarchiv Waggonwrack Wohnhaus Yukos-konzern Zeiss-kombinat Zwillingsturm begraben beseitigen brennend herabfallend herabstürzend herumfliegend herumliegend qualmend rauchen rauchend räumen tonnenschwer umherfliegend verkohlt verstrahlt verstreuen verstreut wegräumen

Verwendungsbeispiele für ›Trümmer‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie baut – wie die meisten Frauen damals – die Trümmer wieder auf. [Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 135]
Aus den Trümmern des römischen Weltreiches erstand das Heilige römische Reich fränkischer Nation. [Gudenrath, Eduard: Geist und Gestalt in der Baukunst, Berlin: Oestergaard 1929, S. 0]
Eine Generation, die um 1910 – 1920 ihr Werk aufnahm, fand sich vor ihre Trümmer gestellt. [Blume, Friedrich: Romantik. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1963], S. 28469]
Und liegt im Kampfe in Trümmern die ganze Welt zuhauf. [o. A.: 1935. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1982], S. 21515]
Nach vierzig Jahren durften sie die Trümmer in Empfang nehmen. [Die Zeit, 28.05.1998, Nr. 23]
Zitationshilfe
„Trümmer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tr%C3%BCmmer>.

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