Trabi, der
Alternative SchreibungTrabbi
GrammatikSubstantiv, Kurzwort (Maskulinum) · Genitiv Singular: Trabis · Nominativ Plural: Trabis
Aussprache
WorttrennungTra-bi · Trab-bi (computergeneriert)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Trabant · Trab(b)i
Trabant m. ‘Begleiter, Satellit’, frühnhd. drabant (1. Hälfte 15. Jh. in Quellen aus der Lausitz und aus Schlesien). Herkunft nicht sicher geklärt. Es handelt sich zunächst wohl um eine Entlehnung von atschech. drabant ‘Mitglied einer persönlichen Wache für Adlige’, tschech. ‘Fußsoldat’, auch ‘kleines Kind’; vgl. Bielfeldt Entlehnungen (1965) 26. Dieses ist vielleicht mit latinisierender Endung zu gleichbed. tschech. dráb gebildet (vgl. poln. drab ‘Fußsoldat, Kriegsknecht zu Fuß, Knecht’, drabant ‘Trabant, Leibgardist, bewaffneter Bedienter eines Fürsten’). Von anderen Slawisten wird dagegen tschech. poln. drabant als Entlehnung aus dem Dt. (bei ungeklärter Herkunft) aufgefaßt. Trabant bezeichnet zunächst im Zusammenhang mit den Hussitenkriegen den böhmischen, hussitischen Fußsoldaten, steht gelegentlich auch für ‘Böhme, Hussit’, dann allgemein für ‘(Fuß)soldat, Landsknecht’. Ausgehend von einer Verwendung ‘Soldat mit dienstlicher Funktion’ (wie Schutz, Wache, Begleitung), entwickelt sich die Bedeutung ‘Untergebener, Adjutant’, im zivilen Bereich ‘Leibwächter, -diener’, verallgemeinert ‘Begleiter einer vornehmen Person, Gefolgsmann, Diener’, heute meist abschätzig ‘wer von einer einflußreichen Person völlig abhängig, ihr bedingungslos ergeben ist’. In der Astronomie ‘Himmelskörper, der um einen anderen Himmelskörper kreist, Mond’ (1. Hälfte 18. Jh.). Anknüpfend an den Wortsinn ‘Begleiter’ wird Trabant Bezeichnung eines Kleinautotyps (2. Hälfte 20. Jh.), in umgangssprachlicher Abkürzung Trab(b)i m.

Thesaurus

Synonymgruppe
Trabant  Hauptform · ↗Gehhilfe  ugs., Jargon · ↗Leukoplastbomber  ugs., veraltet · ↗Pappe  ugs. · ↗Plastebomber  ugs. · ↗Plastikbomber  ugs. · ↗Rennpappe  ugs. · ↗Trabbi  ugs.
Oberbegriffe
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dies ist keine "Generation Trabi" mehr, aber auch keine "Generation Golf".
Süddeutsche Zeitung, 04.10.2002
Dabei läßt sich der Trabi sowieso nicht so einfach entsorgen.
Die Zeit, 28.09.1990, Nr. 40
Der Trabi dürfe nicht wegen Barchfeld zu spät auf vier Takte umgerüstet werden.
Scherzer, Landolf: Der Erste, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1988], S. 55
Auf die Jagd fährt sie mit ihrem alten, beigen Trabi und nimmt für Patientenbesuche den großen, silbernen Geländewagen.
Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 7
Sie parkte den Trabi in einer Karlsbader Seitenstraße und eilte zum vereinbarten Treffpunkt, einem Café.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 57
Zitationshilfe
„Trabi“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Trabi>, abgerufen am 20.09.2017.

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