Tragik, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Tragik · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungTra-gik
HerkunftGriechisch
Wortzerlegungtragisch-ik
Wortbildung mit ›Tragik‹ als Erstglied: ↗Tragiker
eWDG, 1976

Bedeutung

schweres Leid, das jmd. (unverschuldet) tragen muss, Trauer und Erschütterung hervorrufendes Geschehen
Beispiel:
Wenn ein einzelner schuldlos in ein Gesamtgeschick verwickelt wird und untergeht, während er es fördert, sprechen wir, glaube ich, von Tragik [A. ZweigEinsetzung430]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tragödie · Tragöde · Tragödin · tragisch · Tragik · Tragikomödie · tragikomisch
Tragödie f. ‘Trauerspiel, trauriges, erschütterndes Ereignis’, Entlehnung (15. Jh., zuerst in lat. Form, dann Tragedie, Tragedi, Tragedy, seit 17. Jh. Tragödie) von gleichbed. lat. tragoedia, griech. tragōdía (τραγῳδία), abgeleitet von griech. tragōdós (τραγῳδός) ‘Sänger und Tänzer im tragischen Chor, tragischer Schauspieler’, wohl nach dem Vorbild von griech. rhapsōdós (ῥαψῳδός) ‘Sänger’ (s. ↗Rhapsodie) gebildet. Nach dem dem Sieger im dramatischen Wettkampf als Preis in ältester Zeit zufallenden Bock, griech. trágos (τράγος) ‘(Ziegen)bock’? Vgl. Frisk 2, 917. Seit dem 17. Jh. dafür auch ↗Trauerspiel (s. d.). Tragöde m. ‘Schauspieler ernster, tragischer Rollen’ (um 1800; älter Tragödienspieler, 16. Jh.), auch ‘Trauerspieldichter’ (19. Jh.; älter Tragödiendichter, um 1600, oder Tragiker, 2. Hälfte 18. Jh.); zuvor (16. Jh.) in lat. flektierter Form Tragoedus, Tragedus als Übernahme von lat. tragoedus, griech. tragōdós (s. oben). Tragödin f. (Ende 19. Jh.). tragisch Adj. ‘die Tragödie betreffend, Tragik ausdrückend, erschütternd, schicksalhaft’ (Mitte 17. Jh.); zuvor (1. Hälfte 15. Jh.) in lat. Form als Übernahme von lat. tragicus, griech. tragikós (τραγικός) ‘der Tragödie eigen, angemessen, prachtvoll, großartig, erhaben, grausam, traurig’, eigentlich ‘bocksartig’, zu griech. trágos (s. oben). Älter auch tragödisch (16./17. Jh.); vgl. griech. tragōdikós (τραγῳδικός) ‘der Tragödie eigen, tragisch’, zu griech. tragōdós (s. oben). Tragik f. ‘schweres, schicksalhaftes Leid, erschütterndes, unausweichliches Geschehen’ (vor Mitte 19. Jh.). Tragikomödie f. ‘Schauspiel, das Tragisches mit Komischem verbindet’ (2. Hälfte 16. Jh.), lat. tragicōmoedia, auch tragicocōmoedia; anfangs in lat. Form Tragicomoedia, gelegentlich Tragicocomoedia, Tragikokomödie (16. bis 19. Jh.). Dazu tragikomisch Adj. ‘tragisch und komisch zugleich’ (Mitte 18. Jh.); vgl. auch tragisch-komisch.

Thesaurus

Synonymgruppe
Krise · ↗Misere · ↗Missstand · Tragik · ↗Verhängnis · kritische Situation · missliche Lage · schlimmer Zustand  ●  ↗Kalamität  geh., lat. · ↗Krisis  geh., veraltend · ↗Malaise  fachspr. · ↗Schlamassel  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absurdität Altern Banalität Dramatik Dämonie Grat Gratwanderung Groteske Hauch Heiterkeit Humor Ironie Komik Lächerlichkeit Pathos Problematik Schicksal Tragik Triumph beieinanderliegen eigentlich entbehren ergreifend erschütternd gewiss menschlich persönlich umfloren umwehen umwittern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tragik‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie Männer weglaufen, so muss das auch Frauen möglich sein, bei aller Tragik.
Die Welt, 29.04.2000
Sein rigoroser Wechsel zwischen den Welten ist nicht frei von persönlicher Tragik.
Der Tagesspiegel, 11.05.1999
Es ist schon eine furchtbare Tragik, daß gerade ich mit diesen Dingen belastet worden bin.
o. A.: Einhundertzweiundzwanzigster Tag. Montag, 6. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 19655
Es war seine Tragik, daß er diese Zeit überlebte, ohne sich der veränderten politischen Situation anpassen zu können.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1934, S. 342
Diese furchtbare Tragik muß ich ins Leben hineinzwingen, sonst bleibe ich unwahr.
Brief von Heinz Rohden vom 01.12.1914. In: Witkop, Philipp (Hg.), Kriegsbriefe gefallener Studenten, München: Müller 1928 [1914], S. 159
Zitationshilfe
„Tragik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tragik>, abgerufen am 25.03.2019.

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