Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Trampel, der oder das

Grammatik Substantiv (Maskulinum, Neutrum) · Genitiv Singular: Trampels · Nominativ Plural: Trampel
Aussprache 
Worttrennung Tram-pel
Grundformtrampeln
Wortbildung  mit ›Trampel‹ als Letztglied: Bauerntrampel · Dorftrampel
eWDG

Bedeutung

salopp, abwertend plumper, schwerfälliger, unbeholfener Mensch, besonders Mädchen
Beispiele:
ein blöder, dummer, dicker Trampel
während in ihrem Rücken die Köchin, das Trampel, schnarchte [ FalladaWolf1,308]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trampeln · trampen1 · Trampel · Trampeltier
trampeln Vb. ‘mit derben, schwerfälligen Schritten gehen, wiederholt mit den Füßen laut auf den Boden stampfen’ (15. Jh.), Iterativbildung zu seltenerem, auf Grund seines lautmalenden Charakters über das gesamte dt. Sprachgebiet in unverschobener Form bezeugtem trampen1 Vb. ‘mit den Füßen stampfen’ (15. Jh.), das ablautend neben einem in got. anatrimpan ‘bedrängen’ überlieferten starken Verbum steht. Vgl. auch mnd. nl. trampen, mnl. tramperen; zu Herkunft, Verwandtschaft und Bildungsweise s. Treppe. Trampel m. n. ‘ungeschickter, schwerfälliger Mensch’ (17. Jh.), aus dem Verb rückgebildet. Trampeltier n. (umgangssprachlich) ‘plumper, schwerfälliger Mensch’, auch ‘Kamel’ (16. Jh.), danach in bewußter Unterscheidung zum einhöckrigen Dromedar ‘zweihöckriges Kamel’ (seit 1793, Nemnich); zur sprachlichen Entwicklung s. Dromedar.

Thesaurus

Synonymgruppe
Tollpatsch · Tölpel · ungeschickter Mensch  ●  (Hans) Taps  ugs. · Depp  ugs. · Elefant im Porzellanladen  ugs., fig. · Hiefler  ugs., österr. · Spast  derb · Tatterich  ugs. · Trampel  ugs. · Trampeltier  ugs., fig. · Trottel  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Trampel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kann denn dieser Trampel so dicht hinter mir nicht Abstand halten? [Süddeutsche Zeitung, 05.03.2002]
Meine Mutter versuchte, mich mit Trampeln, Hüpfen und Springen unterwegs warm zu bekommen. [Bild, 05.12.1997]
Neben ihm erscheint uns René eher als ein dummes Trampel. [Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 315]
Trampeln auf den schönen neuen Gedenkpflastersteinen herum, die an die gelungene Revolution 1989 gemahnen sollen, abends sind sie übrigens beleuchtet. [Die Zeit, 19.08.2004, Nr. 35]
Doch die Kamele und Lamas sind keine Trampel, sehr graziös ziehen sie ihre Schau ab. [Süddeutsche Zeitung, 10.10.1997]
Zitationshilfe
„Trampel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Trampel>.

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