Transitivität, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Transitivität · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungTran-si-ti-vi-tät
Grundformtransitiv
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2018

Bedeutungen

1.
Sprachwissenschaft das Transitivsein; transitive Beschaffenheit
Beispiele:
Transitivität ist eine grammatische Kategorie und unterscheidet Verben, die auf etwas zielen oder hinwirken, von denen, die dies nicht tun und für sich stehen, also zum Beispiel »schlagen« versus »leben«, »aufhalten« versus »denken«. [Süddeutsche Zeitung, 26.01.2000]
Im Baskischen gibt es eine Markierung für Vertrautheit/Familiarität […] – dabei […] werden Elemente in Verben eingeschoben, die z. B. die Transitivität verändern (das nennt man [familiären] Allokutiv). Diese Art zu sprechen wird meist nur gegenüber Familienangehörigen (aber nicht den Eltern), kleinen Kindern oder Tieren verwendet. [[ʃplɔk], 07.03.2009, aufgerufen am 15.02.2017]
Dieses Changieren zwischen Transitivität und Intransitivität lässt sich bei noch ein paar Verben beobachten: Herr Huber hat promoviert (statt: wurde promoviert), Frau Maier entbindet (statt: wird entbunden), die Leute aus der Narzissenstraße 17 sollen evakuiert werden (statt: das Haus Nr. 17 soll evakuiert werden), das Brot bei Bäcker Sauerteig bäckt schon (statt: Bäcker Sauerteig bäckt das Brot). [Süddeutsche Zeitung, 02.11.2013]
2.
Mathematik Eigenschaft bestimmter zweistelliger mathematischer Relationen
Beispiele:
Bei der Transitivität handelt es sich um einen »Kettenschluss«, der in der Logik der Implikation genutzt wird. Wenn A → B und B → C dann gilt auch A → C. [psychopat(h)en, 05.12.2011, aufgerufen am 30.04.2016]
Die Freundin meiner Freunde, ihr erkennt die Transitivität (a→b→c ⇒ a→c), ist auch meine Freundin. So läuft das. [e-Leseratte, 17.11.2015, aufgerufen am 16.02.2017]
übertragen Wollte man aus Wertungen Informationen über richtiges Handeln gewinnen, müßte man eine logische Rangordnung, zum Beispiel Transitivität des Verhältnisses einer Vielzahl von Werten voraussetzen – etwa in dem Sinne, daß die Erhaltung der Freiheit wichtiger ist als die Erhaltung des Friedens, dieser wichtiger als Kultur, Kultur wichtiger als Profit – und dann nicht etwa: Profit wichtiger als Freiheit. [Luhmann, Niklas: Soziale Systeme, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1984, S. 433]
Zitationshilfe
„Transitivität“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Transitivität>, abgerufen am 20.08.2019.

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