Transparenz, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Transparenz · Nominativ Plural: Transparenzen · wird selten im Plural verwendet
Aussprache
WorttrennungTrans-pa-renz
HerkunftLatein
formal verwandt mittransparent
Wortbildung mit ›Transparenz‹ als Letztglied: ↗Kostentransparenz · ↗Markttransparenz · ↗Preistransparenz
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutungen

1.
bildungssprachlich das Durchscheinen; Durchsichtigkeit, (Licht)durchlässigkeit
Beispiele:
Komplexität kommt mit den Materialien ins Spiel: Vorhänge aus Stoff, aus Industrietextilien und PVC-Folie gliedern das Haus und sorgen mal für Blickschutz, mal für Transparenz. [Neue Zürcher Zeitung, 23.01.2016]
Röcke und Kleider mit flatternden Volants und Rüschen werden im kommenden Sommer eine große Rolle spielen. Die Stoffe sind von durchscheinender Transparenz, aus Chiffon, Satin und Seide. [Die Welt, 22.09.2001]
Problematisch ist […] allerdings, dass eine die Qualität des Tintendrucks steigernde Deckschicht oft die Transparenz, also die Lichtdurchlässigkeit und damit die Helligkeit des gedruckten Bildes beeinträchtigt. [Cʼt, 2001, Nr. 7]
übertragen Einmal mehr kann man […] erleben, wie souverän das Alban-Berg-Quartett musiziert. Über technische Perfektion, die Qualität des Zusammenspiels oder die Transparenz des Klangs braucht man bei diesem Ensemble gar nicht mehr zu diskutieren. [Die Zeit, 10.02.2000, Nr. 7]
Glasmalerei, Malerei auf zumeist getöntem Glas, die, ausgehend von dessen spezif. Eigenschaften (Transparenz, Glanz, weitreichende chem. Widerstandsfähigkeit, Härte, geringe Wärmeleitfähigkeit, Lichtbrechungsvermögen sowie Eignung zum Schneiden, Bohren und Brennen), vielfältige künstler. Gestaltungsmöglichkeiten bietet. [o. A.: Lexikon der Kunst – G. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 10640]
Ähnliche Effekte lassen sich zwar auch mit pixelorientierten Bildbearbeitungsprogrammen erzielen, die Ebenen mit variablen Transparenzen (= durchlässige Ebene einer Mehrebenengrafik) unterstützen, doch ist die Vorgehensweise dort wesentlich aufwendiger, und das Ergebnis kann nicht ohne deutliche Qualitätsverluste vergrößert werden. [C't, 1998, Nr. 20] ungewöhnl. Pl.
übertragen Durchschaubarkeit, NachvollziehbarkeitQuelle: DWDS, 2017
Beispiele:
Offene Daten fördern generell die Transparenz. Bürgerinnen und Bürger, Parteien und Medien erhalten einen besseren Einblick in die Tätigkeit von Regierung und Verwaltung und können dadurch ihre politische Rolle und ihre gesellschaftliche Verantwortung kompetenter wahrnehmen. [Neue Zürcher Zeitung, 16.05.2016]
Ob Weltbank, Internationaler Währungsfonds oder Welthandelsorganisation: Globale Politik stellt die Weichen für die Zukunft von Generationen. Aber sie wird abseits der Öffentlichkeit […] gemacht. Gewaltenteilung, Transparenz, Bürgerpartizipation – all das gibt es […] nicht. [Spiegel, 14.05.2017 (online)]
Der Oppositionspolitiker kritisierte, dass der [Berliner] Senat zu keiner Zeit Transparenz über die Vergabe von Aufträgen im Bereich der Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen etabliert habe. [Süddeutsche Zeitung, 27.02.2016]
Das Internet kann die Gesellschaft offener für neue Themen machen, es kann Transparenz herstellen und verschiedene Teilöffentlichkeiten miteinander vernetzen. [Cʼt, 2001, Nr. 3]
Durch die Europadebatten geistert ein neues Schlagwort: Transparenz: Die Entscheidungen in der Europäischen Gemeinschaft müßten durchsichtiger gemacht werden, heißt es, der Abstand zwischen Institutionen und Bürger sei zu groß. [Die Zeit, 30.04.1993, Nr. 18]
2.
Optik (Maß für die) Lichtdurchlässigkeit
  als Kehrwert der Opazität (Lesart 1)
Beispiele:
[…] Farbe, so zeigt sich, ist weniger ein physikalisch messbarer Auftrag von Pigmenten als vielmehr ein magisches Spiel von Licht und Schatten, Transparenz und Opazität. [Neue Zürcher Zeitung, 22.03.1999]
Das Koch-System [ein computergestütztes Verfahren zur Qualitätskontrolle für Compact Discs] ist modular aufgebaut und erlaubt Erweiterungen, beispielsweise […] Optitest, mit der sich die optischen Parameter wie Doppelbrechung, Reflexionswerte, Transparenz der ALU-Schicht et cetera bestimmen lassen. [C't, 1996, Nr. 11]
Mit Metalloxiden, den Glasflüssen beigegeben, werden die verschiedenen Farbtöne des E[maille]s erzielt. Diese Glasflüsse werden je nach Transparenz als opake (undurchsichtige) oder transluzide (durchsichtige) unterschieden. [o. A.: Lexikon der Kunst – E. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 7736]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

transparent · Transparent · Transparenz
transparent Adj. ‘durchscheinend, durchsichtig’, entlehnt (Anfang 18. Jh.) aus gleichbed. mfrz. frz. transparent, afrz. tresparent, dem mlat. transparens (Genitiv transparentis) ‘lichtdurchlässig, durchscheinend’, Part. Präs. von mlat. transparere ‘durchscheinen, durchsichtig sein’, vorausgeht; vgl. lat. pārēre ‘erscheinen, sichtbar sein, sich zeigen, gehorchen’ (s. ↗parieren) und s. ↗trans-. Metaphorischer Gebrauch im Sinne von ‘klar, deutlich, einleuchtend, verständlich’ beginnt am Ausgang des 18. Jhs.; vgl. etw. transparent machen (‘etw. einsehbar, durchschaubar machen’) (20. Jh.). Transparent n. ‘durch eine Lichtquelle von hinten erhelltes Bild auf lichtdurchlässigem Material, Leuchtbild’ (2. Hälfte 18. Jh.), nach gleichbed. frz. transparent (vgl. anfangs daneben à, en transparent ‘als Leuchtbild’ im dt. Text), Substantivierung des Adjektivs frz. transparent (s. oben); dann im Dt. auch für (zunächst von hinten beleuchtete) Tafeln, Schilder zur Information oder Werbung, ‘Leuchttafel, -schild’; unabhängig vom frz. Vorbild entwickelt sich (1. Hälfte 20. Jh.) die heute vorherrschende Bedeutung ‘(auf einen Holzrahmen gespannte) mit Losungen beschriftete Stoffbahn, Spruchband’. Transparenz f. ‘transparente Beschaffenheit’ (1. Hälfte 19. Jh.), abgeleitet vom Adjektiv transparent (vgl. mfrz. frz. transparence, mlat. transparentia ‘Durchsichtigkeit’), vereinzelt von materiellen Erscheinungen ‘Lichtdurchlässigkeit’, meist übertragen im Sinne von ‘Klarheit, Deutlichkeit, Verständlichkeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Durchsichtigkeit · ↗Klarheit · ↗Luzidität · Transparenz
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Berechenbarkeit Bürgernähe Demokratie Effizienz Ehrlichkeit Fairness Flexibilität Höchstmaß Klarheit Kontrolle Leichtigkeit Liquidität Offenheit Rechtssicherheit Unternehmensbereich Verantwortlichkeit Vergleichbarkeit erhöhen erhöht fehlend gefordert gewährleisten größtmöglich herstellen mangelhaft mangeln mangelnd sorgen total verbessert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Transparenz‹.

Zitationshilfe
„Transparenz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Transparenz>, abgerufen am 23.02.2019.

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