Transzendentalphilosophie, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Transzendentalphilosophie · Nominativ Plural: Transzendentalphilosophien · wird meist im Singular verwendet
Worttrennung Tran-szen-den-tal-phi-lo-so-phie · Trans-zen-den-tal-phi-lo-so-phie
Wortzerlegung transzendentalPhilosophie
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2018

Bedeutung

Philosophie nach Kant   erkenntniskritische Wissenschaft von den transzendentalen Bedingungen (2)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die kantische Transzendentalphilosophie
in Koordination: Metaphysik, Ontologie und Transzendentalphilosophie
Beispiele:
Transzendentalphilosophie beschäftigt sich […] mit den Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis. Das Fichtesche Projekt [einer Wissenschaftslehre] besteht darin, aus dem Gedanken vom »Ich« und vom »Du« ganz viel abzuleiten, letztlich alles, was wir über die Wirklichkeit begründet behaupten können. Ein solches transzendentalphilosophisches Programm vertritt heute niemand mehr. Aber seine Ausgangspunkte sind nach wie vor faszinierend. [Süddeutsche Zeitung, 29.01.2014]
Die alte Auffassung war: daß Wissenschaft auf eine entgegenkommende Rationalität des Gegenstandes angewiesen sei. Diese Auffassung ist durch die Transzendentalphilosophie in der als Ontologie vorliegenden Fassung aufgegeben worden. An ihre Stelle trat, korrelativ zur Einschließung der Selbstreferenz in das »Subjekt«, die These der Unerkennbarkeit der Realität »an sich«. [Luhmann, Niklas: Soziale Systeme, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1984, S. 146]
Transzendentalphilosophie ist die Bezeichnung für Kants System oder seine Methode und für alle Theorien, die seiner Bestimmung der Aufgabe einer philosophischen Wissenschaft folgen. Kant hat den Terminus in die deutsche Sprache eingeführt und damit zugleich einer auf Aristoteles zurückgehenden Tradition eine neue Bedeutung gegeben. [Heinrich, D.: Transzendentalphilosophie. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 33133]
Die Scholastik rechnete die [Wahrheit] […] zu den »Transzendentalien«, den obersten, mit dem Seinsbegriff vertauschbaren Begriffen, die von allen Gattungen des Seienden gelten. Die Neuzeit übt an dieser Lehre ständige Kritik, bis sie in Kants Transzendentalphilosophie »aufgehoben« wird: Die Prädikate Einheit, [Wahrheit] […] und Vollkommenheit beziehen sich nicht auf den Gegenstand, sondern auf unsere Vorstellung davon […]. [Gawlick, G.: Wahrheit. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 34835]

Typische Verbindungen zu ›Transzendentalphilosophie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Transzendentalphilosophie‹.

Zitationshilfe
„Transzendentalphilosophie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Transzendentalphilosophie>, abgerufen am 03.06.2020.

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