Transzendenz, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Transzendenz · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [tʀansʦɛnˈdɛnʦ]
Worttrennung Tran-szen-denz · Trans-zen-denz
Herkunft zu trānscendentiaspätlat ‘das Übersteigen, Überschreiten’
eWDG

Bedeutung

Philosophie
1.
das Überschreiten der Grenze der Erfahrung, Erkenntnis
2.
das, was jenseits der Erfahrung, Erkenntnis liegt, das Übersinnliche, Übernatürliche, Jenseitige
Beispiel:
in den Evangelien [scheint] die Liebe, der Glaube und die Transzendenz des Gottesreiches näher [im Vordergrund zu stehen] als in der Alten Schrift [ RathenauBriefe1,326]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

transzendent · Transzendenz · transzendental
transzendent Adj. in der idealistischen Erkenntnistheorie ‘sinnliche Wahrnehmung, Erfahrung und Bewußtsein übersteigend, übernatürlich, metaphysisch’, entlehnt (Kant, 2. Hälfte 18. Jh.) aus mlat. transcendens ‘die aristotelischen Kategorien übersteigend, über die Natur oder die Vernunft hinausgehend’, daher auch ‘göttlich’, Part. Präs. (Genitiv transcendentis) von lat. trānscendere ‘hinübersteigen, übersteigen, -schreiten, -treten’; vgl. lat. scandere ‘steigen’. In der Mathematik ‘nicht durch algebraische Operationen darstellbar, nicht algebraisch’, vgl. transzendentische Gleichung (Wolff, Anfang 18. Jh.), nach quod vires Algebrae transcendit (Leibniz). Transzendenz f. ‘das Überschreiten der Grenze der Erfahrung, was jenseits der Erfahrung liegt, das Übernatürliche’ (Ende 18. Jh.), spätlat. trānscendentia ‘das Übersteigen, Überschreiten’. transzendental Adj. ‘vor jeder Erfahrung und Erkenntnis liegend und diese erst ermöglichend’ (Mitte 18. Jh.), mlat. transcendentalis ‘übersinnlich’.

Typische Verbindungen zu ›Transzendenz‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Transzendenz‹.

Verwendungsbeispiele für ›Transzendenz‹

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Den Rest an Transzendenz erledigt die mitunter sehr kitschnahe Musik.
Die Welt, 07.04.2004
Das ist ein Moment der Transzendenz, und für diesen Moment habe ich den Film gedreht.
Der Tagesspiegel, 18.01.2000
Nicht zuletzt wäre an die religiöse Erfahrung der Transzendenz zu erinnern.
Luhmann, Niklas: Soziale Systeme, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1984, S. 90
Niemals ist O. ohne weiteres O. für jedermann, sondern nur für den sich der Transzendenz Öffnenden.
Gloege, G.: Offenbarung. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 13955
Die Betonung der absoluten Transzendenz Gottes führt zu verschiedenen Haltungen im Leben des frommen Muslims.
Khoury, Adel Theodor: Spiritualität. In: Lexikon des Islam, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 6406
Zitationshilfe
„Transzendenz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Transzendenz>, abgerufen am 24.09.2021.

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