Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Trauerspiel, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Trauerspiel(e)s · Nominativ Plural: Trauerspiele
Aussprache 
Worttrennung Trau-er-spiel
Wortzerlegung Trauer Spiel
eWDG

Bedeutung

ernstes Theaterstück mit tragischem Ausgang, Tragödie
Beispiele:
ein antikes, klassisches, bürgerliches Trauerspiel
ein Trauerspiel von Hebbel
heute steht ein Trauerspiel auf dem Spielplan des Theaters
umgangssprachlich, übertragen beklagenswertes, bedauerliches Ereignis, Geschehen
Beispiele:
was wir dort erlebten, war ein Trauerspiel
es ist ein Trauerspiel (= schlimm), dass der Junge so aus der Art schlägt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trauern · Trauer · traurig · Trauerspiel
trauern Vb. ‘seelischen Schmerz empfinden, betrübt, ernst sein, Trauerkleidung tragen’, ahd. trūrēn (9. Jh.), mhd. trūren ‘traurig, ernst, nachdenklich sein’, aus dem Hd. entlehnt mnd. trūren, trōren, mnl. trōren, treuren, nl. treuren; vgl. Frings/M. Germania Romana 1 (1966) 21. Geht man daher von anlautendem germ. dr- aus, können als Verwandte asächs. driosan ‘fallen’, aengl. drēosan ‘fallen, sinken’, got. driusan ‘fallen’ sowie aengl. drūsian ‘kraftlos herabsinken, langsam, träge werden’ und ahd. trōr ‘Blut, tropfende Flüssigkeit’, asächs. drōr ‘fließendes Blut’ angesehen werden. Das ermöglicht eine Rückführung auf ie. *dhreus-, dehnstufig *dhrēus-, wozu vielleicht griech. thrá͞uein (θραύειν) ‘zerbrechen, zermalmen, entkräften’, das als s-Erweiterung der unter triefen (s. d.) genannten Wurzel ie. *dhreu- ‘zerbrechen, zerbröckeln’ gelten kann. Als Ausgangsbedeutung für trauern ergibt sich ‘den Kopf sinken lassen’ oder ‘die Augen niederschlagen’ als Trauergebärde (in diesem Sinne wohl ahd. trūrēn bei Otfrid). Bis ins 18. Jh. ist trauren die übliche Form, trauern entsteht unter Einfluß des Substantivs Trauer, zunächst in der 2. und 3. Pers. Präs. trauerst, trauert. Trauer f. ‘tiefer seelischer Schmerz, besonders um einen Verstorbenen, Trauerkleidung’, mhd. (selten) trūre, triure, Rückbildung aus dem Verb; erst seit dem 17. Jh. geläufig. traurig Adj. ‘von Trauer erfüllt, bekümmert, schmerzlich, beklagenswert, armselig, erbärmlich’, ahd. trūrag (um 1000), mhd. trūrec, trūric; vgl. ablautend aengl. drēorig ‘blutig, schmerzlich, traurig’, engl. dreary ‘traurig’. Trauerspiel n. ‘Theaterstück mit tragischem Ausgang’ (um 1630) für Tragödie, zuerst Trauerspielschreiber (Opitz), wohl gebildet nach älterem Lustspiel.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bocksgesang · Tragödie · Trauerspiel
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Trauerspiel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Trauerspiel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Trauerspiel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese Erklärungen betreffen, wenn anders man auf die forcierte Anwendung verzichtet, auch Trauerspiele. [Benjamin, Walter: Ursprung des deutschen Trauerspiels. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.) Gesammelte Schriften, Bd. 1,1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1928], S. 362]
Dass er allzu oft zerbrach, davon handeln die bürgerlichen Trauerspiele. [Die Zeit, 19.11.2001, Nr. 47]
Doch die Politiker müßten die Kraft aufbringen, diesem Trauerspiel zu entrinnen. [Die Zeit, 09.11.1990, Nr. 46]
Nicht nur ein Buch ist also zu rezensieren; wir erleben das versöhnende Ende eines Trauerspiels der deutschen Kultur. [Die Zeit, 13.10.1989, Nr. 42]
Dafür haben die Hanseaten dem Trauerspiel um die besetzten Häuser zu lange zusehen müssen. [Die Zeit, 20.11.1987, Nr. 48]
Zitationshilfe
„Trauerspiel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Trauerspiel>.

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