Traum, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Traum(e)s · Nominativ Plural: Träume
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Traum‹ als Erstglied: ↗Traumbann · ↗Traumbild · ↗Traumbuch · ↗Traumdeuter · ↗Traumdeutung · ↗Traumdichtung · ↗Traumfabrik · ↗Traumfahrt · ↗Traumfantasie · ↗Traumfänger · ↗Traumgebilde · ↗Traumgesicht · ↗Traumgestalt · ↗Trauminhalt · ↗Traumland · ↗Traumleben · ↗Traummann · ↗Traumphantasie · ↗Traumsequenz · ↗Traumsuse · ↗Traumszene · ↗Traumtänzer · ↗Traumvision · ↗Traumzeit · ↗Traumzustand · ↗traumartig · ↗traumhaft · ↗traumlos · ↗traumschnell · ↗traumwandeln · ↗traumähnlich
 ·  mit ›Traum‹ als Letztglied: ↗Albtraum · ↗Alptraum · ↗Angsttraum · ↗Blütentraum · ↗Fiebertraum · ↗Hoffnungstraum · ↗Jugendtraum · ↗Jungmädchentraum · ↗Kindertraum · ↗Kindheitstraum · ↗Lebenstraum · ↗Liebestraum · ↗Menschheitstraum · ↗Mädchentraum · ↗Olympiatraum · ↗Sommernachtstraum · ↗Tagtraum · ↗Todestraum · ↗Urtraum · ↗Wachtraum · ↗Walzertraum · ↗Wunschtraum · ↗Zukunftstraum
 ·  mit ›Traum‹ als Grundform: ↗traum-
eWDG und DWDS

Bedeutungen

1.
Erscheinung, Vorstellung, die sich während des Schlafes einstellen kann
Beispiele:
ein schöner, süßer, schwerer, böser, hässlicher, furchtbarer, sonderbarer Traum
wilde, wirre Träume
ich bin froh, dass das nur ein Traum war
der Traum ist in Erfüllung gegangen
die Zeit damals kommt mir jetzt immer wie ein Traum vor
aus dem Traum erwachen, aufwachen, aufschrecken, gerissen werden
er ist ihr im Traum erschienen
sie hat sein Bild im Traum gesehen
die Tage sind mir wie im Traum (= sehr schnell) vergangen
etw. halb, wie im Traum (= als wäre es gar nicht Wirklichkeit) tun
mir kam alles wie in einem Traum (= unwirklich) vor
einen Traum haben (= träumen)
Träume deuten, auslegen
als ich erwachte, hatte ich den Traum vergessen
sprichwörtlich Träume sind Schäume
übertragen
Beispiele:
gehobendas Reich der Träume
umgangssprachlichnicht im Traum (= überhaupt nicht) an etw. denken
umgangssprachliches fällt mir nicht im Traum ein (= ich denke gar nicht daran), dorthin zu gehen
2.
starker Wunsch, sehnliche HoffnungDWDS
Beispiele:WDG
ein sehnsüchtiger, geheimer, uralter, unerfüllter Traum
ein jahrhundertealter Traum der Menschheit war Wirklichkeit geworden
das war der Traum seiner Jugend, seines Lebens
umgangssprachlich, scherzhaftdas war der Traum seiner schlaflosen Nächte
das ist, wäre mein Traum
sein Traum war schon immer, ein Auto zu besitzen, fliegen zu können, diese Stadt einmal zu sehen
der Traum ist ausgeträumt! (= damit, mit dem Wahn ist es endgültig vorbei!)
umgangssprachlichaus der Traum! (= damit, mit dem Wahn ist es endgültig vorbei!)
vorbei der Traum vom großen Glück
er wiegte sich in den rosigsten Träumen
das hatte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht so vorgestellt, hat meine kühnsten Träume übertroffen
er hatte zu hochfliegende Träume
diesen Traum hat er längst aufgegeben
sie ist die Frau seiner Träume
gehobener war immer im Lande der Träume
er lebte in einer Welt der Träume (= er lebte in einer unwirklichen Welt)
3.
etwas Wunderbares, traumhaft SchönesDWDS
Beispiele:
ihr Kleid ist ein TraumWDG
diese Landschaft, Wohnung ist ein wahrer TraumWDG
das ist ein Traum von einem HausWDG
Die Gärten vor der Villa der Familie Borghese‑Cavazza sind ein Traum! [Bild, 14.05.2004]

letzte Änderung:

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Traum · träumen · Träumer · träumerisch · verträumen · verträumt
Traum m. ‘im Schlaf auftretende Vorstellung, sehnlicher Wunsch’, ahd. (9. Jh.), mhd. troum, asächs. mnd. drōm, mnl. nl. droom, mengl. drēm, engl. dream, anord. draumr, schwed. dröm setzt germ. *drauma- aus *draugma- ‘nicht wirkliches Bild, Trugbild’ voraus (vgl. ahd. gitrog, asächs. gidrog ‘Erscheinung, Trugbild’), eine Bildung mit dem Suffix ie. -ma- zu ie. *dhreugh- ‘trügen, listig schädigen’ (s. ↗trügen). träumen Vb. ‘einen Traum, Träume haben, sich Wunsch-, Phantasievorstellungen hingeben’, ahd. troumen (um 1000), mhd. troumen, tröumen, mnd. drȫmen, mnl. drōmen, droemen, nl. dromen, engl. to dream, anord. dreyma, schwed. drömma. Träumer m. ‘wer seinen Gedanken, Phantasien nachhängt’, selten ‘wer im Schlaf (häufig) träumt’, ahd. troumāri (11. Jh.), mhd. troumære. träumerisch Adj. ‘in Gedanken versunken, verträumt, versonnen’ (18. Jh.). verträumen Vb. ‘eine Zeit träumend verbringen’ (17. Jh.); oft verträumt Part.adj. ‘träumerisch, versonnen, abseits vom lauten Getriebe, idyllisch’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Traum‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Traum‹.

Verwendungsbeispiele für ›Traum‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine Zeit lang habe ich meine Träume gleich nach dem Aufwachen aufgeschrieben.
Die Zeit, 06.01.2014, Nr. 01
Als er so mit den Kabeln hantierte, fiel ihm der Traum ein, den er irgendwann in den vergangenen achtundvierzig Stunden gehabt haben mußte.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 272
Noch nie hätte ich auch nur im Traum daran gedacht, dieses Land zu verlassen.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 222
Angesichts des Todes schien sich der Wert von Träumen irgendwie zu wandeln.
Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 173
Er verfiel wieder in den dumpfen Traum des ersten Tages.
Braun, Lily: Lebenssucher. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 2719
Zitationshilfe
„Traum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Traum>, abgerufen am 17.01.2021.

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