Traute, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Traute · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungTrau-te (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich Mut
Beispiele:
Traute zu etw. haben
sie hatte keine (rechte) Traute, allein dorthin zu gehen
ihm fehlte die Traute dazu
der Kanzler sei nun wohl schon zu alt geworden und habe die Traute verloren [WelkGrambauer300]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trauen · Traute · Trauung · Trauring · Trauzeuge · betrauen · vertrauen · vertraut · Vertrauen · vertraulich · anvertrauen · zutrauen · Zutrauen · zutraulich
trauen Vb. ‘keine Vorbehalte, kein Mißtrauen haben, Glauben schenken, ehelich verbinden, verheiraten’, reflexiv ‘wagen, etw. zu tun, den Mut zu etw. haben’, ahd. trū(w)ēn ‘(ver)trauen, glauben, hoffen, zutrauen’ (um 900; vgl. fir-, gitrū(w)ēn, um 800), mhd. trūwen ‘Zuversicht haben, hoffen, glauben, trauen, sich getrauen, (an)vertrauen, ehelich verloben, (an)trauen’ (daneben mit ungeklärtem Umlaut mhd. triuwen, nhd. treuen bis 16./17. Jh.), asächs. trūon ‘vertrauen’, mnd. trūwen ‘(ver)trauen, ehelich verbinden’, mnl. betrūwen ‘vertrauen’, aengl. trūwian (daneben trēowian als Ableitung von trēow f.), engl. (älter) to trow, anord. trūa ‘vertrauen, glauben’, schwed. tro ‘glauben, trauen’, ablautend got. trauan ‘(ver)trauen’. Das gemeingerm., teilweise intervokalisches w aufweisende Verb ist gebildet zu den Ablautformen ie. *drū- bzw. (für das Got.) *drōu̯- der unter ↗treu (s. d.) genannten Wurzel, zeigt also ähnliche Lautformen und Lautentwicklungen wie ↗bauen (s. d.). Die Ausgangsbedeutung ist ‘fest, treu (in seinem Verhalten, seiner Meinung) sein’. Aus im Ahd. und Mhd. geläufigem ‘glauben, hoffen, zutrauen’ entwickelt sich ‘vertrauen, Glauben schenken’; ‘zuversichtlich hoffen’ geht bei reflexivem Gebrauch über zu ‘wagen, riskieren’ (16. Jh.). Seit dem 13. Jh. steht trauen für ‘ehelich verbinden’, d. h. ‘dem Manne zur Frau geben’, eigentlich ‘anvertrauen’. Zu sich trauen ‘den Mut zu etw. haben’ die umgangsprachliche Abstraktbildung Traute f. ‘Mut’ (berlin., Ende 19. Jh.). Trauung f. ‘Eheschließung’ (2. Hälfte 16. Jh.), mnd. trūwinge (um 1420); vgl. spätmhd. trūunge ‘Vertrauen’. Trauring m. (16. Jh.). Trauzeuge m. (Ende 18. Jh.). betrauen Vb. ‘jmdm. die Ausführung und Angelegenheit vertrauensvoll übertragen’ (17. Jh.), älter ‘vertrauen’, auch ‘sich verloben, heiraten’ (16. Jh.). vertrauen Vb. ‘sich worauf verlassen, fest glauben’, älter ‘anvertrauen’, ahd. firtrū(w)ēn (um 800), mhd. vertrūwen, vertriuwen ‘(ver)trauen, anvertrauen, versprechen, geloben, (sich) verloben oder vermählen, kirchlich trauen’; vertraut Part.adj. ‘beherzt, zuversichtlich, zuverlässig’ (16. Jh.), ‘eng befreundet, gut bekannt’ (17. Jh.); Vertrauen n. ‘fester Glaube an jmds. Zuverlässigkeit und Treue, Zuversicht’ (15. Jh.); vertraulich Adj. ‘nicht für die Allgemeinheit bestimmt, offenherzig, vertraut’ (16. Jh.). anvertrauen Vb. ‘vertrauensvoll übergeben, in Obhut geben, vertraulich, im geheimen mitteilen’, reflexiv ‘sich vertrauensvoll an jmdn. wenden’ (16. Jh.), zuerst im Sinne von ‘zutrauen, vertrauen’. zutrauen Vb. ‘von jmdm. glauben, daß er die Fähigkeiten, Eigenschaften für etw. besitzt’ (16. Jh.), früher auch ‘anvertrauen’; Zutrauen n. ‘Glaube an jmds. Fähigkeiten und Zuverlässigkeit’ (18. Jh.); zutraulich Adj. ‘voller Zutrauen, vertrauend’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Courage · ↗Engagement · ↗Herzhaftigkeit · ↗Kühnheit · ↗Mannhaftigkeit  ●  ↗Mut  Hauptform · ↗Bravour  geh. · ↗Bravur  geh., alte Schreibung bis 2017 · ↗Mumm  ugs. · Traute  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

fehlen mangeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Traute‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Trauten sie sich nicht vor die Kameras des israelischen Fernsehens?
Die Zeit, 27.12.1974, Nr. 53
Aber Traute dachte nicht dran, die Stiefel aus der Hand zu geben.
Ball, Hugo: Flammetti. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 4966
Es habe bisher international aber zu wenig Leute gegeben, die "die Traute" gehabt hätten, sie zu zeigen.
Die Welt, 03.08.2001
Alle wissen, daß er unfähig ist, aber keiner von seinen Leuten hat die Traute, mit der Sprache herauszurücken.
Kerr, Alfred: Posten und Positionen. In: ders., Mein Berlin, 2002 [18.11.1900], S. 32
Als ich 35 Jahre alt war, fragte mich Traute Nicolas nach meinem Traumideal.
Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 346
Zitationshilfe
„Traute“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Traute>, abgerufen am 23.04.2019.

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