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Treck, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Trecks · Nominativ Plural: Trecks
Aussprache
eWDG, 1976

Bedeutung

Flüchtlingszug mit Fahrzeugen, besonders Fuhrwerken, die mit Hausrat beladen sind und auf denen Kinder und gebrechliche Menschen gefahren werden
Beispiele:
die beiden Dörfer bildeten zusammen einen Treck
Zwischen dem militärischen Gewimmel die Trecks flüchtender Zivilisten [ApitzNackt446]
Sie packten ihre Habseligkeiten zusammen und gingen auf den Treck [StrittmatterTinko28]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trecken · Treck · Trecker
trecken Vb. ‘ziehen, gehen, sich im Treck fortbewegen’, landschaftlich auch transitiv ‘ziehen, schleppen’, mhd. mnd. mnl. trecken (intransitiv) ‘ziehen, wandern, reisen’, (transitiv) ‘ziehen, schleppen’, nl. trekken ist eine Intensivbildung zum starken Verb ahd. bitrehhan ‘(Asche aufs Feuer) schieben, scharren, ziehen’ (11. Jh.), mhd. frühnhd. trechen ‘ziehen, schieben, stoßen, (Feuer, Glut) scharrend bedecken’ (nach dem 16. Jh. nicht mehr üblich), auch (semantisch unklar) mnd. mnl. trēken ‘schaudern’ (selten, meist mit dem schwachen Verb trecken vermischt). Verwandtschaft mit dem unter ↗tragen (s. d.) behandelten Verb und Anschluß an die dort genannte Wurzelerweiterung ie. *dereg- ist wahrscheinlich. trekken bleibt seit etwa 1700 im wesentlichen auf landschaftlichen und fachsprachlichen Gebrauch beschränkt, vgl. (Schiffersprache) ‘ein Schiff vom Uferweg aus durch Ziehen fortbewegen, treideln’. Die heute übliche Bedeutung ‘im Treck (weg)ziehen’, besonders ‘mit dem Ochsenwagen fahren, auswandern’ (Ende 19. Jh.) geht wie die von Treck (s. unten) auf die Sprache der südafrikanischen Buren (nl. trecken) zurück. Treck m. ‘Siedler-, Flüchtlingszug mit Fuhrwerken’ (Ende 19. Jh.), zunächst im Hinblick auf die Auswanderung der Buren aus der Kapkolonie (nl. de Grote Trek der Boeren). Vgl. mnd. treck, mnl. trec(k) ‘(Kriegs)zug, feierlicher Zug, Prozession’, nl. trek ‘Zug’. Trecker m. ‘Zugmaschine’ (um 1930), vom Nordd. ausgehende Eindeutschung der vielleicht aus dem Engl. übernommenen Bezeichnung ↗Traktor (s. d.). Zuvor ‘herauszuziehendes Verschlußstück, Zapfen’ (15. Jh.), ‘wer ein Schiff zieht, Treidler’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Fußreise · ↗Marsch · Treck · ↗Wanderung · ↗Zug
Unterbegriffe
  • Eilmarsch  ●  ↗Gewaltmarsch  veraltet
  • Kolbenbannerzug · Saubannerzug · Zug des torechten Lebens
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bauer Bure Flucht Flüchtling Lastwagen Nord Osten Pferd Pionier Planwagen Siedler Süden Vertriebene Weste Westen anführen anschließen aufbrechen begegnen endlos fliehen formieren groß lang riesig stoppen traurig vorbeiziehen zeihen Überlebende

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Treck‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Um elf Uhr dreißig setzt sich der Treck in Bewegung.
Bild, 22.11.2004
Aber auf halbem Wege kam uns ein langer Treck entgegen.
Die Zeit, 29.04.1999, Nr. 18
Mit dem voranfahrenden Wagen zusammen bildeten wir durchaus solchen Treck, wie wir ihn oft gesehen hatten.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1945. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1945], S. 55
Die Ortsansässigen waren bereits im Februar auf den Treck geschickt worden.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 334
Im neunzehnten Jahrhundert äußerte sich der Widerstand der Buren gegen die englische Herrschaft in der Form des Trecks.
Arendt, Hannah: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, Frankfurt a. M.: Europäische Verl.-Anst. 1957 [1955], S. 290
Zitationshilfe
„Treck“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Treck>, abgerufen am 11.12.2019.

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