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Trecker, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Treckers · Nominativ Plural: Trecker
Aussprache  [ˈtʀɛkɐ]
Worttrennung Tre-cker
Wortzerlegung trecken1 -er
Wortbildung  mit ›Trecker‹ als Erstglied: Treckerfahrer
ZDL-Verweisartikel

Bedeutung

meist D-Nordwest , D-Nordost Synonym zu Traktor
Beispiele:
Dort [auf der Wiese] warteten 45 restaurierte und blankgeputzte Traktoroldtimer, darunter so berühmte Trecker wie der Lanz Bulldog, auf ihre Bewunderer. [Berliner Morgenpost, 18.09.2000]
Früher sei Westfalen das Kaltblut‑Zuchtgebiet schlechthin gewesen – bis die Trecker kamen und die Züchter für den Sport auf Warmblut umgestellt haben. [Neue Westfälische, 17.03.2021]
Mit rund 700 Treckern waren Landwirte nach Hamburg gekommen, um gegen eine Verschärfung der Düngeverordnung und für faire Lebensmittelpreise zu demonstrieren. [Hamburger Abendblatt, 06.03.2020]
Dennoch [obwohl Rinder als Zugtiere bereits durch Pferde ersetzt waren] gab es auch in der Nachkriegszeit der 50er‑ und 60er‑Jahre viele Kleinbauern, die Ochsen vor den Pflug spannten, bevor die ersten Trecker die Tiere auf dem Feld verdrängten. [Neue Osnabrücker Zeitung, 26.06.2017]
Ab Juli werden die frischen Knollen mit dem Kartoffel‑Roder geerntet. Dann fährt wieder der große Trecker über das Feld und holt die Kartoffeln mit der Erntemaschine aus der Erde. [Der Prignitzer, 22.05.2017]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trecken · Treck · Trecker
trecken Vb. ‘ziehen, gehen, sich im Treck fortbewegen’, landschaftlich auch transitiv ‘ziehen, schleppen’, mhd. mnd. mnl. trecken (intransitiv) ‘ziehen, wandern, reisen’, (transitiv) ‘ziehen, schleppen’, nl. trekken ist eine Intensivbildung zum starken Verb ahd. bitrehhan ‘(Asche aufs Feuer) schieben, scharren, ziehen’ (11. Jh.), mhd. frühnhd. trechen ‘ziehen, schieben, stoßen, (Feuer, Glut) scharrend bedecken’ (nach dem 16. Jh. nicht mehr üblich), auch (semantisch unklar) mnd. mnl. trēken ‘schaudern’ (selten, meist mit dem schwachen Verb trecken vermischt). Verwandtschaft mit dem unter tragen (s. d.) behandelten Verb und Anschluß an die dort genannte Wurzelerweiterung ie. *dereg- ist wahrscheinlich. trekken bleibt seit etwa 1700 im wesentlichen auf landschaftlichen und fachsprachlichen Gebrauch beschränkt, vgl. (Schiffersprache) ‘ein Schiff vom Uferweg aus durch Ziehen fortbewegen, treideln’. Die heute übliche Bedeutung ‘im Treck (weg)ziehen’, besonders ‘mit dem Ochsenwagen fahren, auswandern’ (Ende 19. Jh.) geht wie die von Treck (s. unten) auf die Sprache der südafrikanischen Buren (nl. trecken) zurück. – Treck m. ‘Siedler-, Flüchtlingszug mit Fuhrwerken’ (Ende 19. Jh.), zunächst im Hinblick auf die Auswanderung der Buren aus der Kapkolonie (nl. de Grote Trek der Boeren). Vgl. mnd. treck, mnl. trec(k) ‘(Kriegs)zug, feierlicher Zug, Prozession’, nl. trek ‘Zug’. Trecker m. ‘Zugmaschine’ (um 1930), vom Nordd. ausgehende Eindeutschung der vielleicht aus dem Engl. übernommenen Bezeichnung Traktor (s. d.). Zuvor ‘herauszuziehendes Verschlußstück, Zapfen’ (15. Jh.), ‘wer ein Schiff zieht, Treidler’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bulldog · Schlepper · Traktor · Trecker · Zugmaschine
Oberbegriffe
Geografie
Synonymgruppe
Brandungsrückstrom · Rippstrom · Rippströmung · Trecker
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Trecker‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Trecker‹.

Zitationshilfe
„Trecker“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Trecker>.

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