Treiben, das
GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Treibens · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungTrei-ben (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Treiben‹ als Letztglied: ↗Sporttreiben
eWDG, 1976

Bedeutung

das geschäftige Sich-Regen, das dauernde Hin und Her, das Getriebe
Beispiele:
das Leben und Treiben in der Großstadt, auf der Straße, auf dem Bahnhof
auf dem Markt herrschte ein reges, geschäftiges, emsiges, buntes Treiben
das närrische Treiben (= der Faschingstrubel)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

treiben · Treiben · Treiber · Treibeis · Treibjagd · abtreiben · abgetrieben · Abtreibung · antreiben · Antreiber · Antrieb · auftreiben · Auftrieb · vertreiben · Vertrieb
treiben Vb. ‘vorwärtsbewegen, fortjagen, sich mit etw. beschäftigen’, ahd. trīban (8. Jh.), mhd. trīben, asächs. drīҍan, mnd. mnl. drīven, nl. drijven, aengl. drīfan, engl. to drive, anord. drīfa, schwed. driva, got. dreiban (germ. *dreiban) sowie die unter ↗Trieb und ↗Trift (s. d.) behandelten Substantive lassen sich lediglich vergleichen mit lit. drìbti ‘in Flocken niederfallen, schlaff, schlapp werden’ (vgl. anord. drif, drīfa, drīft, dript ‘Schneegestöber’). Ob ein daraufhin angenommenes ie. *dhreibh- ‘treiben, stoßen’ an die unter ↗Treber, ↗Trester, ↗trübe (s. d.) genannte Wurzel ie. *dher(ə)- ‘trüber Bodensatz einer Flüssigkeit, Schmutz’, auch ‘matschiges Wetter’, angeschlossen werden kann, ist ungewiß. Treiben n. ‘geschäftiges Tun, Treibjagd’ (18. Jh.). Treiber m. ‘wer bei der Treibjagd den Schützen das Wild zutreibt, wer ein (Arbeits-, Last)tier führt, Vieh (auf die Weide) treibt, Antreiber’, ahd. trībāri (11. Jh.), mhd. trīber, mnd. drīver; als Jagdausdruck seit dem 17. Jh. Treibeis n. ‘auf Gewässern treibende Eisschollen’ (Anfang 18. Jh.). Treibjagd f. (18. Jh.). abtreiben Vb. ‘in eine andere (nicht gewünschte) Richtung bringen, vom Kurs abkommen, eine Schwangerschaft abbrechen, Vieh mit sich forttreiben’, ahd. abatrīban (Hs. 12. Jh.), mhd. abetrīben ‘ver-, forttreiben’; veraltet ist heute die Bedeutung ‘abhetzen, durch Treiben erschöpfen’ (seit Anfang 16. Jh.), erhalten in abgetrieben Part.adj. ‘abgehetzt, erschöpft, kraftlos’, häufig von Zug-, Reittieren (16. Jh.); Abtreibung f. ‘Schwangerschaftsabbruch’ (Anfang 16. Jh.). antreiben Vb. ‘(ein Tier) vorwärtstreiben, jmdn. zu größeren Leistungen, zur Eile drängen, anschwemmen, künstlich zum Treiben bringen’, mhd. anetrīben ‘tun, anstiften, ausüben, fortsetzen’; Antreiber m. ‘wer andere (zur Arbeit) antreibt’ (15. Jh.); Antrieb m. ‘Anstoß, Anreiz, Beweggrund’, in der Technik ‘die einer technischen Vorrichtung zugeführte Bewegungsenergie, Teil einer Maschine, die diese Energie liefert oder überträgt’ (16. Jh.). auftreiben Vb. ‘in die Höhe treiben, aus der Ruhe aufscheuchen, aufblähen, Vieh zum Verkauf auf den Markt bringen, ausfindig machen’, ahd. ūftrīban ‘erhöhen, (eine Fähre) stromaufwärts treiben’ (11. Jh.), mhd. ūftrīben ‘emportreiben, errichten, erbauen, beunruhigen, auferlegen, sich erheben’; Auftrieb m. in der Physik ‘der Schwerkraft entgegengesetzte Kraft, Aufwärtsdruck’, übertragen ‘(Auf)schwung, Elan, Schaffenskraft’ (19. Jh.). vertreiben Vb. ‘verjagen, (Zeit) verkürzen, kurzweilig gestalten, Waren (im großen) verkaufen’, ahd. firtrīban ‘vertreiben, verstoßen, entfernen’ (8. Jh.), mhd. vertrīben; Vertrieb m. ‘Verkauf von Waren’ (16. Jh.), ‘Abteilung eines Betriebes, die die Bestellung und Auslieferung der Waren besorgt’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Treibarbeit · Treiben
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(das) Geschehen · ↗(das) Getriebe · ↗(das) Getümmel · (das) Hin und Her · (das) Treiben · (das) pralle Leben  ●  des Lebens bunte Fülle  poetisch
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Tun ausgelassenen beobachtet bunte emsiges fröhliche gebieten geschäftiges geselligen hektisches herrscht lebhaftes lustige muntere mörderischen nächtliche närrischen quirlige reges schändlichen sittenloses triste turbulente unterbinden verbrecherischen vorgeschoben wilde wüste zuschauen zusehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Treiben‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie könnte man das frühlingshafte Treiben gemütlicher beobachten als von einem Boot aus?
Die Welt, 27.03.2000
Nur sollte man nicht versuchen, tieferen Sinn hinter all dem Treiben zu suchen.
Der Tagesspiegel, 27.01.1999
Wie gern würde ich sie in ihrem Treiben einmal beobachten.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 27.06.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Mitten in dem buntesten tropischen Treiben dringen bis zu uns diese wundervollen Klänge.
Wagner, Siegfried: Erinnerungen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1923], S. 21606
Es wäre unter der Würde der Wissenschaft gewesen, sich um das Treiben der Kinder zu bekümmern.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 5553
Zitationshilfe
„Treiben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Treiben#1>, abgerufen am 15.12.2017.

Weitere Informationen …

Treiben, das
GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Treibens · Nominativ Plural: Treiben
Aussprache
WorttrennungTrei-ben (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Treiben‹ als Letztglied: ↗Kesseltreiben
eWDG, 1976

Bedeutung

Jägersprache
1.
Treibjagd
Beispiele:
ein Treiben veranstalten
das Treiben dauerte zwei Stunden
2.
Gelände, in dem 1 stattfindet
Beispiel:
der Hirsch steckt noch im Treiben [LönsMümmelmann4,108]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

treiben · Treiben · Treiber · Treibeis · Treibjagd · abtreiben · abgetrieben · Abtreibung · antreiben · Antreiber · Antrieb · auftreiben · Auftrieb · vertreiben · Vertrieb
treiben Vb. ‘vorwärtsbewegen, fortjagen, sich mit etw. beschäftigen’, ahd. trīban (8. Jh.), mhd. trīben, asächs. drīҍan, mnd. mnl. drīven, nl. drijven, aengl. drīfan, engl. to drive, anord. drīfa, schwed. driva, got. dreiban (germ. *dreiban) sowie die unter ↗Trieb und ↗Trift (s. d.) behandelten Substantive lassen sich lediglich vergleichen mit lit. drìbti ‘in Flocken niederfallen, schlaff, schlapp werden’ (vgl. anord. drif, drīfa, drīft, dript ‘Schneegestöber’). Ob ein daraufhin angenommenes ie. *dhreibh- ‘treiben, stoßen’ an die unter ↗Treber, ↗Trester, ↗trübe (s. d.) genannte Wurzel ie. *dher(ə)- ‘trüber Bodensatz einer Flüssigkeit, Schmutz’, auch ‘matschiges Wetter’, angeschlossen werden kann, ist ungewiß. Treiben n. ‘geschäftiges Tun, Treibjagd’ (18. Jh.). Treiber m. ‘wer bei der Treibjagd den Schützen das Wild zutreibt, wer ein (Arbeits-, Last)tier führt, Vieh (auf die Weide) treibt, Antreiber’, ahd. trībāri (11. Jh.), mhd. trīber, mnd. drīver; als Jagdausdruck seit dem 17. Jh. Treibeis n. ‘auf Gewässern treibende Eisschollen’ (Anfang 18. Jh.). Treibjagd f. (18. Jh.). abtreiben Vb. ‘in eine andere (nicht gewünschte) Richtung bringen, vom Kurs abkommen, eine Schwangerschaft abbrechen, Vieh mit sich forttreiben’, ahd. abatrīban (Hs. 12. Jh.), mhd. abetrīben ‘ver-, forttreiben’; veraltet ist heute die Bedeutung ‘abhetzen, durch Treiben erschöpfen’ (seit Anfang 16. Jh.), erhalten in abgetrieben Part.adj. ‘abgehetzt, erschöpft, kraftlos’, häufig von Zug-, Reittieren (16. Jh.); Abtreibung f. ‘Schwangerschaftsabbruch’ (Anfang 16. Jh.). antreiben Vb. ‘(ein Tier) vorwärtstreiben, jmdn. zu größeren Leistungen, zur Eile drängen, anschwemmen, künstlich zum Treiben bringen’, mhd. anetrīben ‘tun, anstiften, ausüben, fortsetzen’; Antreiber m. ‘wer andere (zur Arbeit) antreibt’ (15. Jh.); Antrieb m. ‘Anstoß, Anreiz, Beweggrund’, in der Technik ‘die einer technischen Vorrichtung zugeführte Bewegungsenergie, Teil einer Maschine, die diese Energie liefert oder überträgt’ (16. Jh.). auftreiben Vb. ‘in die Höhe treiben, aus der Ruhe aufscheuchen, aufblähen, Vieh zum Verkauf auf den Markt bringen, ausfindig machen’, ahd. ūftrīban ‘erhöhen, (eine Fähre) stromaufwärts treiben’ (11. Jh.), mhd. ūftrīben ‘emportreiben, errichten, erbauen, beunruhigen, auferlegen, sich erheben’; Auftrieb m. in der Physik ‘der Schwerkraft entgegengesetzte Kraft, Aufwärtsdruck’, übertragen ‘(Auf)schwung, Elan, Schaffenskraft’ (19. Jh.). vertreiben Vb. ‘verjagen, (Zeit) verkürzen, kurzweilig gestalten, Waren (im großen) verkaufen’, ahd. firtrīban ‘vertreiben, verstoßen, entfernen’ (8. Jh.), mhd. vertrīben; Vertrieb m. ‘Verkauf von Waren’ (16. Jh.), ‘Abteilung eines Betriebes, die die Bestellung und Auslieferung der Waren besorgt’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Treibarbeit · Treiben
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(das) Geschehen · ↗(das) Getriebe · ↗(das) Getümmel · (das) Hin und Her · (das) Treiben · (das) pralle Leben  ●  des Lebens bunte Fülle  poetisch
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Tun ausgelassenen beobachtet bunte emsiges fröhliche gebieten geschäftiges geselligen hektisches herrscht lebhaftes lustige muntere mörderischen nächtliche närrischen quirlige reges schändlichen sittenloses triste turbulente unterbinden verbrecherischen vorgeschoben wilde wüste zuschauen zusehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Treiben‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie könnte man das frühlingshafte Treiben gemütlicher beobachten als von einem Boot aus?
Die Welt, 27.03.2000
Nur sollte man nicht versuchen, tieferen Sinn hinter all dem Treiben zu suchen.
Der Tagesspiegel, 27.01.1999
Wie gern würde ich sie in ihrem Treiben einmal beobachten.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 27.06.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Mitten in dem buntesten tropischen Treiben dringen bis zu uns diese wundervollen Klänge.
Wagner, Siegfried: Erinnerungen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1923], S. 21606
Es wäre unter der Würde der Wissenschaft gewesen, sich um das Treiben der Kinder zu bekümmern.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 5553
Zitationshilfe
„Treiben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Treiben#2>, abgerufen am 15.12.2017.

Weitere Informationen …