Treibjagd, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungTreib-jagd
WortzerlegungtreibenJagd
eWDG, 1976

Bedeutung

Jagd, bei der Treiber in einem bestimmten, umstellten Gebiet das Wild aufscheuchen und vor die Jäger treiben
Beispiele:
eine Treibjagd auf Hasen
[der Leierhirsch] meidet, wohl wegen seines Geweihbaus, geschlossenen Wald und läßt sich auch bei Treibjagden nicht in baumreiche Distrikte drücken [Urania1959]
übertragen
Beispiel:
abwertend Treibjagd auf Kinder und Frauen zu machen, pfui Teufel [RauchfußSchles. Himmelreich338]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

treiben · Treiben · Treiber · Treibeis · Treibjagd · abtreiben · abgetrieben · Abtreibung · antreiben · Antreiber · Antrieb · auftreiben · Auftrieb · vertreiben · Vertrieb
treiben Vb. ‘vorwärtsbewegen, fortjagen, sich mit etw. beschäftigen’, ahd. trīban (8. Jh.), mhd. trīben, asächs. drīƀan, mnd. mnl. drīven, nl. drijven, aengl. drīfan, engl. to drive, anord. drīfa, schwed. driva, got. dreiban (germ. *dreiban) sowie die unter ↗Trieb und ↗Trift (s. d.) behandelten Substantive lassen sich lediglich vergleichen mit lit. drìbti ‘in Flocken niederfallen, schlaff, schlapp werden’ (vgl. anord. drif, drīfa, drīft, dript ‘Schneegestöber’). Ob ein daraufhin angenommenes ie. *dhreibh- ‘treiben, stoßen’ an die unter ↗Treber, ↗Trester, ↗trübe (s. d.) genannte Wurzel ie. *dher(ə)- ‘trüber Bodensatz einer Flüssigkeit, Schmutz’, auch ‘matschiges Wetter’, angeschlossen werden kann, ist ungewiß. Treiben n. ‘geschäftiges Tun, Treibjagd’ (18. Jh.). Treiber m. ‘wer bei der Treibjagd den Schützen das Wild zutreibt, wer ein (Arbeits-, Last)tier führt, Vieh (auf die Weide) treibt, Antreiber’, ahd. trībāri (11. Jh.), mhd. trīber, mnd. drīver; als Jagdausdruck seit dem 17. Jh. Treibeis n. ‘auf Gewässern treibende Eisschollen’ (Anfang 18. Jh.). Treibjagd f. (18. Jh.). abtreiben Vb. ‘in eine andere (nicht gewünschte) Richtung bringen, vom Kurs abkommen, eine Schwangerschaft abbrechen, Vieh mit sich forttreiben’, ahd. abatrīban (Hs. 12. Jh.), mhd. abetrīben ‘ver-, forttreiben’; veraltet ist heute die Bedeutung ‘abhetzen, durch Treiben erschöpfen’ (seit Anfang 16. Jh.), erhalten in abgetrieben Part.adj. ‘abgehetzt, erschöpft, kraftlos’, häufig von Zug-, Reittieren (16. Jh.); Abtreibung f. ‘Schwangerschaftsabbruch’ (Anfang 16. Jh.). antreiben Vb. ‘(ein Tier) vorwärtstreiben, jmdn. zu größeren Leistungen, zur Eile drängen, anschwemmen, künstlich zum Treiben bringen’, mhd. anetrīben ‘tun, anstiften, ausüben, fortsetzen’; Antreiber m. ‘wer andere (zur Arbeit) antreibt’ (15. Jh.); Antrieb m. ‘Anstoß, Anreiz, Beweggrund’, in der Technik ‘die einer technischen Vorrichtung zugeführte Bewegungsenergie, Teil einer Maschine, die diese Energie liefert oder überträgt’ (16. Jh.). auftreiben Vb. ‘in die Höhe treiben, aus der Ruhe aufscheuchen, aufblähen, Vieh zum Verkauf auf den Markt bringen, ausfindig machen’, ahd. ūftrīban ‘erhöhen, (eine Fähre) stromaufwärts treiben’ (11. Jh.), mhd. ūftrīben ‘emportreiben, errichten, erbauen, beunruhigen, auferlegen, sich erheben’; Auftrieb m. in der Physik ‘der Schwerkraft entgegengesetzte Kraft, Aufwärtsdruck’, übertragen ‘(Auf)schwung, Elan, Schaffenskraft’ (19. Jh.). vertreiben Vb. ‘verjagen, (Zeit) verkürzen, kurzweilig gestalten, Waren (im großen) verkaufen’, ahd. firtrīban ‘vertreiben, verstoßen, entfernen’ (8. Jh.), mhd. vertrīben; Vertrieb m. ‘Verkauf von Waren’ (16. Jh.), ‘Abteilung eines Betriebes, die die Bestellung und Auslieferung der Waren besorgt’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Hatz · ↗Hetze · ↗Jagd · ↗Verfolgung · ↗Verfolgungsjagd  ●  ↗Hetzjagd  auch figurativ · ↗Kesseltreiben  auch figurativ · Treibjagd  auch figurativ · Gjaid  ugs., österr., veraltend
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Treibjagd‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Fuchs Hase Hund Opfer Wald Wildschwein beenden blasen brutal inszeniert mörderisch organisieren regelrecht veranstalten veranstaltet

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Treibjagd‹.

Verwendungsbeispiele für ›Treibjagd‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von Treibjagd sprach er dabei nicht, das Bild wäre ihm wohl falsch gewählt erschienen.
Die Welt, 03.02.2000
Aus der notwendigen Aufklärung darf jedoch keine politische Treibjagd werden.
Bild, 23.12.1999
Dann würde wieder eine Treibjagd beginnen, denn er hatte nichts getan, um den Transport zusammenzustellen.
Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 343
Man schießt vielmehr auch auf Treibjagden nur einzelne Stücke und knallt nicht wahllos alles nieder.
Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 298
Heute wollte er gern etwas über das Ergebnis der Treibjagd im Walde und über den Kreischef hören.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 465
Zitationshilfe
„Treibjagd“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Treibjagd>, abgerufen am 26.01.2020.

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