Treuebruch, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Nebenform Treubruch · Substantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungTreue-bruch ● Treu-bruch (computergeneriert)
WortzerlegungTreueBruch1
eWDG, 1976

Bedeutung

das Brechen der Treue zu jmdm., einer Sache, Verrat an jmdm., etw.
Beispiele:
einen Treubruch begehen
Wo Treubruch herrschen und Verrat, / Hat jeder Eid seine Geltung verloren [WeinertRufe257]
DDR, Jura
Beispiel:
der Angeklagte ist des landesverräterischen Treubruchs (= des Bruchs der Treuepflicht gegenüber seinem Staat) schuldig
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

treu · Treue · traun · Treubruch · treubrüchig · Treuhänder · treulich · treulos · Treulosigkeit · betreuen · Betreuung
treu Adj. ‘unveränderlich fest (in der Gesinnung), anhänglich, zuverlässig’. Der ja/jō-Stamm ahd. (8. Jh.), asächs. triuwi, mhd. triuwe ‘treu, getreu, wohlmeinend’, mnd. trūwe, mnl. trūwe, trouwe, nl. trouw, aengl. trīewe, trēowe, engl. true (‘wahr, richtig, echt’) hat neben sich den a/ō-Stamm anord. tryggr ‘treu, vertrauensvoll’, schwed. trygg ‘sicher, geborgen’, got. triggws ‘treu, zuverlässig’. Das Adjektiv gehört zusammen mit den unter Treue (s. unten), ↗trauen und ↗Trost (s. d.) genannten Formen zu dem unter ↗Teer (s. d.) dargestellten Ansatz ie. *deru-, *dreu-, *drū- ‘Baum’, eigentlich wohl ‘Eiche’, und ‘baumstark, hart, fest, treu’ (s. auch ↗Trog und ↗Truhe). Treue f. ‘unverändert feste Verbundenheit, beständige Anhänglichkeit, Zuverlässigkeit’, ahd. triuwa ‘Treue, Zuverlässigkeit, Vertrag, Bündnis’ (8. Jh.), mhd. triuwe, triwe, triu ‘Aufrichtigkeit, Zuverlässigkeit, Treue, Versprechen, Gelübde’, asächs. treuwa ‘Treue, Frieden, Bund’, mnd. trūwe, trouwe ‘Treue, Wahrhaftigkeit, Redlichkeit, Eheversprechen, Verlobung’, mnl. trouwe, trūwe, nl. trouw ‘Treue, Heirat, Trauung’, aengl. trēow ‘Treue, Wahrheit, Glaube, Versprechen’, got. triggwa ‘Bund, Bündnis’ (germ. *trewwō), ablautend aengl. trūwa ‘Treue, Glaube, Vertrauen’, anord. trū ‘Treue, Gelöbnis, Glaube, Religion’, schwed. tro ‘Glaube, Treue’. Aus der ursprünglichen Bedeutung ‘gegenseitige feste Abmachung, Bündnis’ entwickelt sich ‘das Einhalten eines Vertrages’; in mhd. Zeit wird Treue zu einem Tugendbegriff der ritterlich-höfischen Ethik. In nhd. Zeit überwiegt der Sinn des Steten, Festen, Dauernden. Die feste präpositionale Wendung (Dativ Plur.) mhd. in triuwen ‘in Wahrheit’, verschmolzen zu einem Wort mhd. entriuwen, mnd. entrūwen, entwickelt sich unter Schwund der unbetonten Präposition zu mhd. triuwen, trouwen, (md.) trūwen, mnl. trouwen, nhd. traun Interjektion ‘fürwahr!, wahrhaftig!, ganz gewiß!’; doch bereits Adelung vermerkt: „in den gemeinen Sprecharten veraltet“. Treubruch m. ‘Verrat’ (um 1700), zuvor bereits treubrüchig Adj. ‘die Treue, den Treueid brechend’, spätmhd. triuwebrüchic ‘wortbrüchig, meineidig’. Treuhänder m. ‘wem etw. zu treuen Händen übergeben worden ist, Verwalter fremden Eigentums’, mhd. triuwehander, -hender, Rechtsausdruck nach Fügungen wie mhd. die triuwen hende, ze triuwer hant, ze triuwen handen. treulich Adj. ‘mit Treue, zuverlässig’, mhd. triuwelich. treulos Adj. ‘ohne Treue, nicht treu, verräterisch’, mhd. triuwelōs. Die ursprünglich rechtliche Bedeutung ‘vertragsbrüchig gegenüber einem Bündnis, gegenüber Abmachungen’ wird in mhd. Zeit zu ‘verräterisch, bertrügerisch’ erweitert, später auch ‘unzuverlässig’ (16. Jh.), ‘lügnerisch’ (18. Jh.), ‘(vom Gedächtnis) unbeständig, ungenau’ (19. Jh.); Treulosigkeit f. ‘treuloses Verhalten, Treubruch’ (Mitte 16. Jh.). betreuen Vb. ‘in Obhut nehmen, pflegen, für jmdn., etw. sorgen’, mhd. betriuwen ‘in Treue erhalten, schützen’. Betreuung f. ‘Zuwendung, Pflege, Bearbeitung’ (17. Jh.), zuvor ‘Zusicherung, Übereignung’ (Ende 15. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Verrat begangen landesverräterisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Treubruch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn eigentlich gibt es ihn gar nicht - den Treuebruch per se.
Die Zeit, 13.08.2012, Nr. 33
Der Treuebruch wird auch nicht verfolgt, wenn der verletzte Partner weiter in der Ehe leben will.
Süddeutsche Zeitung, 24.08.1995
Gegenüber ihrem heimkehrenden Mann, den sie aus ihrem Schlafzimmer verbannt, trumpft sie mit dem angeblichen Treuebruch auf und behauptet, ihren Schatten verkauft zu haben.
Fath, Rolf: Rollen - B. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 2077
Johanns Treuebruch war der römischen Kirche teuer zu stehen gekommen.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 3990
Ihre fehlenden militärischen Talente suchten sie durch Treuebruch, Hinterhältigkeit und Brutalität zu kompensieren.
Hoffmann, Wilhelm: Roms Aufstieg zur Weltherrschaft. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 8949
Zitationshilfe
„Treuebruch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Treuebruch>, abgerufen am 18.11.2019.

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