Triangel, der, das oder die

Grammatik Substantiv (Maskulinum, Neutrum) · Genitiv Singular: Triangels · Nominativ Plural: Triangel
Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Triangel · Nominativ Plural: Triangeln
Aussprache 
Worttrennung Tri-an-gel
Herkunft Latein
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Musik Schlaginstrument, das aus einem zu einem gleichschenkligen Dreieck gebogenen, runden Stahlstab besteht, der mit einer Schnur aufgehängt und mit einem Stäbchen aus Metall angeschlagen wird, dass ein hellklingender Ton erzeugt wird
Grammatik: Genus Maskulinum
2.
umgangssprachlich dreieckiger Riss im Stoff, Dreiangel
Beispiel:
er hat einen Triangel in der Hose
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tri- · Triangel · Trilogie · Trimester · Triptychon · Triumvirat · Trigonometrie
tri- Bestimmungswort in Zusammensetzungen mit der Bedeutung ‘drei, dreimalig’. Zugrunde liegt das im Griech. und Lat. häufige Kompositionsglied griech. tri- (τρι-), lat. trī̌- ‘drei-’, das im Ablaut zu den unter ↗drei (s. d.) angegebenen Zahlwörtern griech. tré͞is (τρεῖς), lat. trēs steht. Im Dt. in vielen auf dem Griech. oder Lat. beruhenden Zusammensetzungen. Triangel m. n. (seit 19. Jh. auch f.) Schlaginstrument aus einem zu einem gleichseitigen Dreieck gebogenen Stahlstab, dessen Klang (in Diskantlage) die höchsten Obertonfrequenzen im Orchester aufweist (16. Jh.). Zuvor mathematischer Terminus Triangel, Triangul n. m. ‘Dreieck’ (15. bis 18. Jh.), aus gleichbed. lat. triangulum n., spätlat. triangulus m., Substantivierungen des Adjektivs lat. triangulus ‘dreieckig’; vgl. lat. angulus ‘Ecke, Winkel’. Trilogie f. ‘Folge von drei thematisch zusammengehörenden künstlerischen Werken’, ursprünglich von Tragödien (2. Hälfte 18. Jh.), aus griech. trilogía (τριλογία) ‘die drei zusammenhängenden Tragödien, mit denen die tragischen Dichter in Athen bei den dramatischen Wettkämpfen auftraten’. Trimester n. ‘Drittel eines Studienjahres’ (2. Hälfte 19. Jh.), in Analogie zu ↗Semester (s. d.) gebildet nach lat. trimēstris ‘dreimonatig’ (zu lat. mēnsis ‘Monat’); zuvor vereinzelt ‘Zeitraum von drei Monaten’ (Ende 18. Jh.), wohl nach dem Vorbild von gleichbed. frz. trimestre m. (18. Jh.), der Substantivierung des gleichlautenden, ebenfalls auf dem Lat. beruhenden mfrz. frz. Adjektivs. Triptychon n. ‘dreiteiliges (Altar)bild’ (2. Hälfte 19. Jh.), substantiviertes Neutrum von griech. tríptychos (τρίπτυχος) ‘dreischichtig, -lagig, dreifach gefaltet’; vgl. griech. ptychḗ (πτυχή) ‘Falte, Schicht, Lage’. Triumvirat n. ‘Dreimännerherrschaft (im antiken Rom), Herrschaft von dreien, Dreiheit’ (1. Hälfte 18. Jh.), aus lat. triumvirātus ‘Amt eines Triumvirn’, zu lat. triumvir ‘einer der drei Männer des Triumvirats’; vgl. lat. vir ‘Mann’. Auch in Neubildungen der Wissenschaftssprache, z. B. Trigonometrie f. ‘Messung und Berechnung von Dreiecken’ (17. Jh.), nlat. trigonometria, geprägt von dem deutschen Mathematiker B. Pitiscus (1595) zu griech. trígōnos (τρίγωνος) ‘dreieckig’; vgl. griech. gōnía (γωνία) ‘Ecke, Winkel, Winkelmaß’.

Typische Verbindungen zu ›Triangel‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Triangel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Triangel‹

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Doch wie im Leben, so werden auch in der Politik wichtige Melodien oft auf Triangeln gespielt.
Der Tagesspiegel, 12.02.1997
Gut Triangel ist seit den dreißiger Jahren der Sitz des völkischen Dichters Will Vesper.
Die Welt, 25.10.2003
Es ist erst seit kurzem aus dem koptischen Gottesdienst verschwunden und wird neuerdings durch Becken und Triangel ersetzt.
Ménard, René: Koptische Musik. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1958], S. 28647
Der volle Magen ist die Triangel des Vergnügens oder die Kesselpauke der Freude.
Tange, Ernst Günter: Zitatenschatz für Lebenskünstler, Frankfurt a. M.: Eichborn 2000, S. 34
Delius in seinem schwarzen Gewande schritt um die Tanzende herum und ließ leise seinen Triangel ertönen.
Reventlow, Franziska Gräfin zu: Herrn Dames Aufzeichnungen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 8384
Zitationshilfe
„Triangel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Triangel>, abgerufen am 06.07.2020.

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