Tribüne, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Tribüne · Nominativ Plural: Tribünen
Aussprache
WorttrennungTri-bü-ne
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Tribüne‹ als Letztglied: ↗Ehrentribüne · ↗Haupttribüne · ↗Pressetribüne · ↗Rednertribüne · ↗Regattatribüne · ↗Zuschauertribüne
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
großes, oft überdachtes, stabiles, oft hölzernes Gerüst mit übereinander angeordneten Sitzreihen, auf denen die Zuschauer oder Ehrengäste bei einer Veranstaltung, Sportveranstaltung oder Kundgebung gute Sicht haben
Beispiele:
eine Tribüne errichten, aufbauen, abreißen
auf der Tribüne sitzen, stehen
die Demonstranten zogen zur Tribüne
der Redner winkte von der Tribüne herab
die Tribünen sind dicht besetzt
die Tribüne (= die Zuschauer auf der Tribüne) klatschte Beifall
2.
erhöhte Plattform, besonders für den Redner, Rednertribüne, Podium
Beispiele:
ein Redner bestieg die Tribüne, stand auf der Tribüne
Wir hörten ihn [Barbusse] von den Tribünen donnern / Gegen die Pest des Kriegs [WeinertRufe246]
3.
übertragen Ort, an dem etw. Bestimmtes geschieht, Schauplatz
Beispiele:
Die Presse ist die Tribüne für die gesellschaftliche Kritik [Tageszeitung1953]
Karl Liebknecht ... hatte in glänzender Weise auf der Tribüne des Gerichts die reaktionäre Klassenjustiz angeprangert [Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung4,86]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tribüne f. ‘erhöhter Platz, Podest’, besonders ‘Podium für den Redner’ und ‘Gerüst mit ansteigenden Sitzreihen für Zuschauer (sowie die Gesamtheit der dort versammelten Zuschauer)’, älter auch ‘Empore, Galerie’, Entlehnung (Ende 18. Jh., anfangs vielfach in frz. Schreibung) aus gleichbed. frz. tribune, das auf ital. tribuna ‘Apsis, erhöhter Platz (in der Kirche), Kirchenstuhl, Podium, Bühne’ zurückgeht. Das ital. Substantiv entspricht mlat. tribuna ‘Kanzel, Katheder, Pult, Apsis, erhöhter Teil des Chors, Aufbewahrungsort für Reliquien’, einer Umbildung von lat. tribūnal ‘erhöhter Platz für den Richterstuhl des Tribunen’ (s. ↗Tribunal), das schon spätlat. (bei Kirchenschriftstellern) auf Teile der christlichen Basilika übertragen wird. Vereinzelt nachgewiesenes mhd. tribun ‘Reliquiar, Epitaph’ (13. Jh.) ist direkt aus mlat. tribuna entlehnt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Tribüne · Tribünenplätze · nicht überdachte Zuschauertribüne

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ehrengast Ersatzbank Fußballstadion Meckern Olympiastadion Sitzplatz Spielfeld Stadion Stammplatz Verbannung Westfalenstadion Zuschauer absitzen anfeuern asbestverseucht ausfahrbar dreschen hocken jubeln mitfiebern mobil schmoren schwimmend sitzen steil verbannen verfolgen vollbesetzt zuschauen überdacht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tribüne‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf der Tribüne gibt es nur noch 200 freie Plätze.
Bild, 08.11.2003
In der Ersten Liga musste noch niemand auf die Tribüne.
Der Tagesspiegel, 06.10.2003
Endlich saßen wir alle in unserem Bus, gleich hinter der Tribüne.
Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 182
Hinter dem großen Brunnen, direkt vor dem bischöflichen Palast, ragte die Tribüne empor.
Held, Kurt: Die rote Zora und ihre Bande, Aarau: Sauerländer 1989 [1941], S. 325
Von schnell errichteter Tribüne sehen die vornehmen Frauen dem Treiben zu.
Klabund: Bracke. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 2325
Zitationshilfe
„Tribüne“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tribüne>, abgerufen am 20.04.2019.

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