Trift, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Trift · Nominativ Plural: Triften
Aussprache
Wortbildung mit ›Trift‹ als Letztglied: ↗Alpentrift · ↗Schafstrift · ↗Schaftrift · ↗Seetrift
 ·  mit ›Trift‹ als Grundform: ↗triften
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
landschaftlich Grünland geringerer Qualität, das als Viehweide, besonders für die Schafzucht, genutzt wird
Beispiele:
das Vieh weidet auf den grünen Triften der Almen
die Schafherden zogen zu den Triften
[der] Austrieb der braunen Harzkühe auf die Höhenwiesen und Triften [Natur u. Heimat1959]
Lebt wohl, ihr Berge, ihr geliebten Triften [SchillerJungfr. v. OrleansProlog 4]
2.
landschaftlich breiter, mit spärlicher Narbe bewachsener Weg zwischen Ortschaft und Weide oder Weide und Tränke, auf dem das Vieh täglich entlang getrieben wird
Beispiel:
die Trift führt zum Bach
3.
Drift
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Trift · Drift · driften · triften · Viehtrift
Trift f. ‘Viehweide, Holzflößung, Strömung des Wassers’, mhd. trift ‘das Treiben, Schwemmen oder Flößen, Weide, Herde, das Tun, Lebensweise’, mnd. drift ‘das Treiben des Viehs, Weide, Herde, Strömung des Wassers, Wassergebiet, Weg’, mnl. drift, dricht, drecht ‘Heftigkeit, Eifer, Drang, Viehherde, Bezirk’, nl. drift ‘Zorn, Leidenschaft, Herde, Strömung, Trift, Abtrift’, anord. drift, dript ‘Schneegestöber, Blumenduft’, schwed. drift ‘Trieb, Antrieb, Betrieb, Strömung’ ist mit ti-Suffix gebildetes Verbalabstraktum zu dem unter ↗treiben (s. d.) behandelten Verb. Mnd. drift bezeichnet auch ‘das Treiben der Strömung, durch Winde bewirkte Meeresströmung sowie das dadurch verursachte (Ab)treiben des Schiffes (vom Kurs)’; in dieser Bildung gelangt der seemännische Ausdruck in der nd. Form Drift f. in die Literatursprache (vereinzelt 18. Jh., häufiger seit etwa 1900), entsprechend driften Vb. ‘im Meer treiben’ (20. Jh.). triften Vb. ‘(Vieh) treiben’ (15. Jh.), ‘flößen’ (16. Jh.), vereinzelt mhd. triften ‘fortfahren’. Viehtrift f. mhd. vihetrift.

Thesaurus

Synonymgruppe
Trift · ↗Viehtrift
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

geliebt grün

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Trift‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein unerwartet ankommender Zug findet also die Trift nicht frei.
Die Zeit, 28.06.1951, Nr. 26
Niemand aber wagte es, die Hirten mit ihren Tieren auf die Triften jenseits des Nordsattels zu schicken.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 407
Für Monate müssen die Briten mit dem Bild der Rauchopfer auf grünen Triften fertig werden und den Tourismus sterben sehen.
Die Welt, 20.03.2001
Von einem neolithischen Kulturgefälle oder sogar einer neolithischen Trift aus dem Nahen Osten nach Europa wird man daher wohl kaum mehr sprechen können.
Pittioni, Richard: Der urgeschichtliche Horizont der historischen Zeit. In: Mann, Golo u. a. (Hgg.) Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 926
Aber den Griechen war er ein Gott der Herden und Triften, in dessen Mythen sich das Leben der Hirten widerspiegelt.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. I,2. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1884], S. 19735
Zitationshilfe
„Trift“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Trift>, abgerufen am 20.11.2019.

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