Trikot, das oder der

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Trikots · Nominativ Plural: Trikots
Nebenform Trikot · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Trikots · Nominativ Plural: Trikots
Aussprache 
Worttrennung Tri-kot
Herkunft Französisch
Wortbildung  mit ›Trikot‹ als Erstglied: ↗Trikothemd · ↗Trikottausch · ↗Trikotwerbung
 ·  mit ›Trikot‹ als Letztglied: ↗Badetrikot · ↗Ringertrikot · ↗Turnertrikot
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
meist ungemusterter, gewirkter, dehnbarer Stoff zur Herstellung von Trikotagen
Grammatik: Genus Maskulinum
Beispiel:
ein Unterhemd aus Trikot
2.
eng am Körper anliegendes, oft mit Beinlingen versehenes Kleidungsstück aus 1
Grammatik: Genus Neutrum
Beispiele:
das Trikot eines Ballettänzers, Artisten
die Fußballspieler, Radrennfahrer trugen weiße, rote Trikots (= Trikothemden)
es gewann die Mannschaft im grünen Trikot
sie trug ein schwarzes Trikot (= Badeanzug)
Radsportdas gelbe Trikot des Spitzenreiters
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Trikot · Trikotagen
Trikot n. m. ‘gestrickter oder gewirkter elastischer Stoff für anliegende Kleidungsstücke’ (oft Mask.) und ‘aus solchem Stoff gefertigtes Kleidungsstück’ (Hemd, Sportdreß, Ballettkostüm, vorwiegend Neutr.), Übernahme (Ende 18. Jh.) von frz. tricot m. ‘Strickstoff, Gewirk, Strickarbeit’ (älter auch ‘Stricknadel’, erst Ende 19. Jh. im Sinne von ‘Kleidungsstück aus gewirktem Stoff’), abgeleitet von mfrz. frz. tricoter ‘stricken, klöppeln’ (mfrz. und im älteren Frz. auch ‘prügeln’ und ‘die Beine bewegen, laufen, springen’), zu mfrz. triquot m. (auch tricote f.), frz. tricot ‘kurzer Stock, Knüppel’. Dieses ist Deminutivum von mfrz. frz. trique ‘starker Stock, Knüppel’ (oder selbständige Bildung zum Verb mit dem Suffix -ot für Werkzeugbezeichnungen?) und geht damit zurück auf mfrz. estriquer ‘die Getreidekörner im Maßgefäß mit einem Stock glattstreichen’, afrz. estrichier ‘streichen’, reflexiv ‘sich strecken’ (wobei anlautendes es- für ein Präfix gehalten wurde und wegfiel, vgl. daneben mfrz. estricque ‘Holz zum Abstreichen der Körner bei Messen’), herzuleiten aus anfrk. *strīkan, mnl. strīken (s. ↗streichen). Heute ist Trikot vor allem ‘in bestimmten Farben gehaltenes Sportler-, Vereinshemd’ (Anfang 20. Jh.), vgl. im Radrennsport Gelbes Trikot ‘Trikot, das der in der Gesamtwertung führende Rennfahrer trägt’. Trikotagen Plur. ‘Unter- und Oberbekleidung aus Strick- und Wirkwaren’ (Anfang 19. Jh.), nach frz. tricotage m. ‘das Stricken, Klöppeln, Strick-, Wirkware’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Dress · Trikot
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Trikot‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Trikot‹.

Verwendungsbeispiele für ›Trikot‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Manchmal musste er daran denken, wie es wohl wäre, in seinem Trikot mit der Nummer vier wieder aufzulaufen.
Der Tagesspiegel, 18.02.2004
Am Ende waren die meisten Trikots noch so blütenweiß wie beim Einlaufen.
Bild, 02.02.2004
Sie war von oben bis unten mit weißer Farbe, vielleicht auch mit einem weißen Trikot bedeckt.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 309
Und er forderte mich sogar auf, auch einmal einen der schweren Koffer mit den Trikots zu tragen.
Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 81
Und da stand er nun auf seinen stämmigen kurzen Beinklötzen, in blauem Trikot.
Matthiessen, Wilhelm: Das Mondschiff. In: ders., Das Rote U, Bayreuth: Loewes 1980 [1949], S. 231
Zitationshilfe
„Trikot“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Trikot>, abgerufen am 01.06.2020.

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