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Trinkgeld, das

Grammatik Substantiv (Neutrum)
Aussprache 
Worttrennung Trink-geld
Wortzerlegung trinken Geld
eWDG

Bedeutung

kleine Geldsumme, die jmdm., besonders einem Kellner, Friseur für die erwiesenen Dienste gegeben wird
Beispiele:
einem Friseur, Ober, Postboten ein Trinkgeld geben
er bekam ein kleines, reichliches, fürstliches, hohes, gutes Trinkgeld
jmdm. ein Trinkgeld in die Hand drücken
jmdm. große Trinkgelder versprechen
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trinken · Trinker · Trinkgeld · Trinkspruch · betrinken · betrunken · ertrinken
trinken Vb. ‘Flüssigkeit zu sich nehmen’, ahd. trinkan (8. Jh.), mhd. trinken, asächs. drinkan, mnd. drinken, auch ‘ertrinken’, mnl. nl. drinken, afries. drinka, aengl. drincan, engl. to drink, anord. drekka, schwed. dricka, got. drigkan, germ. *drenkan. Gesicherte außergerm. Anknüpfungen fehlen. Zweifelhaft ist daher auch der Versuch, das gemeingerm. starke Verb als nasalierte Form mit aind. dhrájati ‘gleitet dahin, bewegt sich, fliegt’ zu verbinden und auf eine Wurzel ie. *dhreg̑- ‘ziehen, dahinziehen, gleiten, streifen’, ausgehend von einer Bedeutung ‘mit dem Mund ziehen, einen Zug machen’, zurückzuführen. Handelt es sich (nach de Vries Nl. 137) um ein Substratwort? – Trinker m. ‘wer trinkt’, besonders ‘wer regelmäßig und zuviel Alkohol trinkt’, ahd. trinkāri (11. Jh.), mhd. trinkære, trinker ‘Trinker, Säufer’, Nomen agentis zum Verb. Trinkgeld n. ‘Geldsumme, die als Dank für erwiesene Dienste oder über den verlangten Preis hinaus (eigentlich zum Vertrinken) gegeben wird’, mhd. trincgelt ‘Zeche für Getränke, Zechschuld, Geld zum Vertrinken als Belohnung’; auch (seit 1. Hälfte 18. Jh.) ‘Entgelt, dessen Geringfügigkeit im Widerspruch zum geleisteten Dienst steht’. Trinkspruch m. ‘bei festlichem Anlaß vorgetragener Spruch bzw. kurze Rede, die mit einem gemeinsamen Schluck Alkohol bekräftigt wird’ (um 1800). betrinken Vb. reflexiv ‘sich durch Genuß von Alkohol berauschen’ (16. Jh.), mhd. betrinken ‘aus etw. trinken’; betrunken Part.adj. ‘stark berauscht’ (1. Hälfte 17. Jh.), älteres trunken (s. d.) ablösend. ertrinken Vb. ‘im Wasser umkommen’, ahd. irtrinkan (9. Jh.), mhd. ertrinken, auch ‘austrinken, trinken’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Neujährchen · Trinkgeld  ●  Tip  engl.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Trinkgeld‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Trinkgeld‹.

Verwendungsbeispiele für ›Trinkgeld‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sicher denkt er nach, ob ich schon gelernt habe, Trinkgeld zu geben. [Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 223]
Ich gab dem Mann zwanzig Mark Trinkgeld – wie in den guten alten Zeiten. [Simmel, Johannes Mario: Der Stoff, aus dem die Träume sind, Güterlsoh: Bertelsmann u. a. [1973] [1971], S. 643]
Trinkgelder sind erwünscht, aber nach den Erfahrungen der Träger selten. [Die Zeit, 12.04.1996, Nr. 16]
Dann soll er noch 50000 Dollar Trinkgeld obendrauf gelegt haben. [Die Zeit, 16.08.2011 (online)]
In einem guten Haus käme an Trinkgeld schon etwas zusammen. [Rasp, Renate: Ein ungeratener Sohn, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1967, S. 112]
Zitationshilfe
„Trinkgeld“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Trinkgeld>.

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