Tristesse, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Tristesse · Nominativ Plural: Tristessen · wird selten im Plural verwendet
WorttrennungTris-tesse
Grundformtrist
DWDS-Vollartikel, 2016

Bedeutungen

1.
Trostlosigkeit, Ödnis, Eintönigkeit einer Situation oder Umgebung
Beispiele:
[…] Seine Bilder zeigen die Tristesse, der er in dem Viertel begegnete, aber er gab den Menschen auf den Fotos ein Gesicht, eine Geschichte, ein Leben. [Die Zeit, 21.10.2013 (online)]
Die zehn, zwölf Jungen und Mädchen zwischen vierzehn und neunzehn versuchen jedes Wochenende, der Tristesse ihrer Heimatstadt zu entfliehen. [Die Zeit, 11.12.1992, Nr. 51]
Nina war stark, gewiß, aber sie konnte nicht so stark sein, daß die Tristesse ihrer Lage ihr nicht unerträglich erscheinen müßte. [Rinser, Luise, Mitte des Lebens, Frankfurt a.M.: S. Fischer 1952 [1950] S. 103]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: bleierne, graue, herbstliche, ländliche, optische, provinzielle, städtebauliche, urbane, winterliche Tristesse
mit Genitivattribut: die Tristesse des Alltags, des Daseins, der Großstadt, des Lebens, der Provinz, der Vorstädte
als Aktivsubjekt: Tristesse dominiert, herrscht, regiert
als Dativobjekt: der Tristesse entfliehen, trotzen
als Genitivattribut: ein Bild, Moment, Ort der Tristesse
2.
Gefühl von Traurigkeit, Melancholie, Trübsinn
Beispiele:
Es ist in ihrem Buch ein bisschen zu viel die Rede von Melancholie, Depression und Tristesse. [Die Zeit, 04.11.2012, Nr. 44]
Man könnte von einer postkoitalen Tristesse sprechen, die uns Endverbraucher zu Hause heimsucht. [Die Zeit, 17.07.2008, Nr. 30]
Doch wenn wochenlang die Sonne nicht durchbricht und die Temperaturen weit unter Null sinken, können Melancholie und Tristesse aufkommen. [Süddeutsche Zeitung, 08.01.1994]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: bleierne, dumpfe, lähmende, melancholische Tristesse
in Koordination: Tristesse und Langeweile, Melancholie, Trübsal, Verzweiflung
in Präpositionalgruppe/-objekt: in Tristesse versinken; gegen die Tristesse ankämpfen
als Dativobjekt: der Tristesse trotzen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trist · Tristesse
trist Adj. ‘traurig, langweilig, öde, eintönig, trübe, trübsinnig, bedrückt’, entlehnt (2. Hälfte 18. Jh.) aus gleichbed. frz. triste, das auf lat. trīstis ‘traurig, trübe, finster gelaunt, von herbem, widerlichem Geschmack, Geruch’ zurückgeht. Der Ausdruck, im 19. Jh. in prädikativer und adverbieller Verwendung oft noch in der frz. Form triste, erlangt durch die Studentensprache allgemeine Geltung. Bereits im Mhd. (Anfang 13. Jh.) als Übernahme von afrz. trist(e) vorkommendes triste bleibt dagegen ohne Nachwirkung. Tristesse f. ‘Traurigkeit, Trübsinn, Schwermut’ (1. Hälfte 20. Jh.), nach gleichbed. frz. tristesse, afrz. tristece (lat. trīstitia).

Thesaurus

Psychologie
Synonymgruppe
Bedrücktheit · ↗Betrübnis · ↗Freudlosigkeit · ↗Gedrücktheit · ↗Gram · ↗Niedergeschlagenheit · ↗Schwermut · ↗Traurigkeit · ↗Trübsal · ↗Trübsinn · ↗Verstimmung · ↗Wehmut · ↗Weltschmerz · schlechte Laune  ●  ↗Melancholie  griechisch · Tristesse  franz. · ↗(eine) Depri  ugs. · ↗Depression  fachspr., medizinisch · ↗Depressivität  fachspr. · Leiden an der Welt  geh. · ↗Miesepetrigkeit  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alltag Komik Langeweile Lichtblick Melancholie Mietskaserne Monotonie Plattenbau Trübsal Vorstadt Wohnblock bleiern entfliehen existentialistisch grau herbstlich hinwegtrösten lähmend melancholisch postkommunistisch postsowjetisch postsozialistisch provinziell realsozialistisch urban wegblasen winterlich Ödnis überbieten überstrahlen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tristesse‹.

Zitationshilfe
„Tristesse“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tristesse>, abgerufen am 20.10.2019.

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