Tritt, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Tritt(e)s · Nominativ Plural: Tritte
Aussprache
Wortbildung mit ›Tritt‹ als Erstglied: ↗Trittbrett · ↗Trittleiter · ↗Trittspur · ↗Trittstufe · ↗trittfest · ↗trittsicher
 ·  mit ›Tritt‹ als Letztglied: ↗Arschtritt · ↗Bauchtritt · ↗Eselstritt · ↗Fehltritt · ↗Fenstertritt · ↗Fußtritt · ↗Gleichtritt · ↗Hahnentritt · ↗Huftritt · ↗Marschtritt · ↗Rücktritt · ↗Wagentritt · ↗Zauntritt
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
das einmalige Aufsetzen eines Fußes
Beispiele:
er kam mit leisen, leichten, festen, zögernden Tritten
schwere, kräftige Tritte erdröhnten
es waren Tritte zu hören
sie hörten, vernahmen Tritte
die Tritte verstummten, näherten sich, waren schon nahe
bei jedem Tritt knarrten die Dielen
das trockene Herbstlaub raschelte unter jedem Tritt
jmdm. auf Schritt und Tritt (= überallhin) folgen
jmdn. auf Schritt und Tritt (= dauernd) verfolgen, beobachten, überwachen, begleiten
2.
Gangart
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
er hat einen schweren, leichten, federnden Tritt
jmdn. am Tritt erkennen
er kam mit festem Tritt die Treppe herunter
die Pferde fielen in Tritt (= begannen langsam, gemächlich zu laufen)
Gleichschritt
Beispiele:
aus dem Tritt kommen, geraten
Tritt fassen (= im Gleichschritt zu marschieren beginnen)
im (gleichen) Tritt gehen, marschieren
den gleichen Tritt haben
Militärohne Tritt marsch! (= nicht im Gleichschritt marsch!) (= Kommando)
3.
Stoß mit dem Fuß, Fußtritt
Beispiele:
einen Hund mit Tritten verjagen, hinausbefördern
jmdm. einen Tritt geben, versetzen
salopp, derbjmdm. einen Tritt in den Bauch, Hintern geben
einen Tritt (ab)bekommen
er öffnete die Tür mit einem Tritt
4.
niedriges Gestell mit zwei oder drei Stufen
Beispiel:
er musste auf einen Tritt steigen, um an die Bücher in den oberen Regalen heranzukommen
5.
veraltend erhöhter Platz im Raum, besonders am Fenster, kleine Plattform in einem Raum
Beispiel:
auf dem Tritt am Fenster, im Erker standen ein kleiner Tisch und zwei Stühle
6.
veraltend Trittbrett
Beispiele:
er klappte den Tritt der Droschke herunter
warte auf den Wagen und reich' ihr die Hand zum Tritt hinauf [FedererRegina Lob280]
7.
Jägersprache einzelner Abdruck des Laufes vom Haarwild in einer Fährte, Spur
Beispiel:
die Tritte eines Rehs waren im weichen Boden zu sehen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tritt · Trittbrett · Trittleiter
Tritt m. ‘das Aufsetzen des Fußes beim Gehen’. Das auf das dt. und nl. Sprachgebiet beschränkte Substantiv mhd. trit ‘Tretbewegung des Fußes, Schritt, Gleichschritt, Tanz(lied), Fußsohle, Vorrichtung zum Auftreten, Stufe, Fußspur, Weg’, mnd. tret, trēde, mnl. trēde, (mit Metathese) terde, nl. tred(e), tree ‘Tritt, Treppe, Stufe’ ist Verbalabstraktum zu dem unter ↗treten (s. d.) behandelten Verb. Tritt entwickelt weitere Bedeutungen wie ‘Trittbrett (am Wagen), Fußspur, Spur, Fährte’ (16. Jh.), ‘Schemel, Fußbank’ (17. Jh.), ‘kleine Stehleiter, erhöhte Stufe, Fußstock’ (18. Jh.). Vgl. formelhaftes Tritt und Schritt oder Schritt und Tritt (17. Jh.). Trittbrett n. (2. Hälfte 19. Jh.). Trittleiter f. (um 1900).

Thesaurus

Synonymgruppe
Kick · ↗Stoß · Tritt
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Fuß  ●  Käsemauke  ugs. · ↗Mauke  ugs. · Quadratlatsche  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Allerwerteste Arsch Bremse Bremspedal Fausthieb Faustschlag Fettnäpfchen Gaspedal Hieb Hinter Hintern Kostenbremse Pedal Schienbein Schlag Schritt Tritt Unterleib Wade begegnen begleiten beherzt bös kräftig malträtieren mißhandeln rüd traktieren versetzen wuchtig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tritt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Tritt die Störung plötzlich auf, ist sie wahrscheinlich psychisch bedingt.
Bild, 02.12.2003
Tritt der Verlust tatsächlich ein, ist er selbstverständlich auch künftig steuerlich wirksam.
Der Tagesspiegel, 27.07.1998
Kein Tritt, kein Räuspern, kein Atmen war mehr zu hören.
Süskind, Patrick: Das Parfum, Zürich: Diogenes 1985, S. 279
Vor seinen wütenden Tritten flüchteten die Pfleger in die Ecken.
Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 246
Er bekommt vielleicht einen Tritt, aber das macht ihm nichts.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 356
Zitationshilfe
„Tritt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tritt>, abgerufen am 15.11.2019.

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