Trivialität, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Trivialität · Nominativ Plural: Trivialitäten
Aussprache  [tʀivi̯aliˈtɛːt]
Worttrennung Tri-vi-ali-tät · Tri-via-li-tät
Herkunft Latein
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Geistlosigkeit, Plattheit, Niveaulosigkeit
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
die Trivialität dieser Gedanken, Thesen ist erschreckend
er litt unter der Trivialität seiner Umgebung
Langsam entstand die Organisation, welche die Objekte des Films der Trivialität zu entreißen versuchte [BronnenBarbara la Marr118]
2.
übliche, alltägliche Erscheinung
Beispiele:
dieser Roman schildert das Leben des Helden mit seinen Höhen und Trivialitäten
er berichtet in seinen Briefen nur über Trivialitäten
er sagte nur Trivialitäten (= leere, abgegriffene Redensarten, Gemeinplätze)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trivial · Trivialität
trivial Adj. ‘alltäglich, durchschnittlich, gewöhnlich’, meist abschätzig ‘platt, abgedroschen, simpel, banal’, entlehnt (2. Hälfte 17. Jh.) aus gleichbed. frz. trivial (so seit Ende 17. Jh., zuvor mfrz. frz. trivial ‘allen bekannt’ ohne negative Wertung), das lat. triviālis ‘jedermann zugänglich, allgemein bekannt, gewöhnlich, gemein’ (spätlat. ‘dreifältig, dreifach’) folgt, einer Bildung zu lat. trivium ‘Ort, wo drei Wege zusammenstoßen, Wegkreuzung, Scheideweg, öffentliche Straße’; vgl. lat. via ‘Weg, Straße’ und s. ↗tri-. Trivialität f. ‘triviale Beschaffenheit, Geistlosigkeit, Plattheit, Banalität’, auch (oft im Plur.) ‘alltägliche Erscheinung, leere, abgegriffene Redensart, Gemeinplatz’ (2. Hälfte 18. Jh.), latinisierend nach gleichbed. frz. trivialité (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Banalität · ↗Bedeutungslosigkeit · ↗Belanglosigkeit · ↗Gehaltlosigkeit · ↗Irrelevanz · ↗Nichtigkeit · ↗Plattheit · Trivialität · ↗Unwichtigkeit  ●  ↗Schnickschnack  ugs.
Assoziationen
  • Stereotyp · ↗Topos · feste Fügung · fester Begriff · gängige Vorstellung · stehender Begriff
Synonymgruppe
Allgemeinplatz · ↗Banalität · ↗Binsenwahrheit · ↗Binsenweisheit · ↗Floskel · ↗Gemeinplatz · Gerede ohne tiefere Bedeutung · ↗Klischee · ↗Phrase · ↗Plattitüde · ↗Schlagwort · ↗Sprachhülse · ↗Stammtischweisheit · Trivialität · einfache Formel · leeres Gerede · nichts sagende Redensart · nichtssagende Redensart  ●  ↗Platitude  franz. · ↗Sprechblase (journal.)  fig. · ↗(nur so ein) Spruch  ugs. · ↗Binse  ugs. · flotter Sager  ugs., österr. · flotter Spruch  ugs. · leeres Stroh (dreschen)  ugs. · sinnentleerte Chiffre  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Trivialität‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Trivialität‹.

Verwendungsbeispiele für ›Trivialität‹

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Die auffallende Trivialität der meisten Mitteilungen aus dem Jenseits spricht für diese These.
Köberle, A.: Spiritismus. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 28604
Daß auf einem Grab Blumen blühen, ist eine dumme Trivialität.
Tucholsky, Kurt: An Sibylle Schoepf-Witting, 15.05.1924. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1924], S. 16028
Denn eine selbstverständliche Trivialität ist es keineswegs, als Partei nahezu eineinhalb Jahrhunderte existiert, durchgehalten zu haben.
Die Welt, 25.04.2003
Die Paradoxe von gestern sind die Überraschungen von heute und die Trivialitäten von morgen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1945]
Beide stilisieren die Trivialität von Kalenderblattmotiven zur Methode und schrecken auch vor Kitsch nicht zurück.
Der Tagesspiegel, 13.11.1998
Zitationshilfe
„Trivialität“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Trivialit%C3%A4t>, abgerufen am 02.07.2020.

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