Tropfen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Tropfens · Nominativ Plural: Tropfen
Aussprache
WorttrennungTrop-fen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Tropfen‹ als Erstglied: ↗Tropfenform · ↗Tropfenfänger · ↗Tröpfchen · ↗tropfenförmig · ↗tropfenweise
 ·  mit ›Tropfen‹ als Letztglied: ↗Anistropfen · ↗Arnikatropfen · ↗Augentropfen · ↗Baldriantropfen · ↗Balsamtropfen · ↗Blutstropfen · ↗Bluttropfen · ↗Fetttropfen · ↗Gifttropfen · ↗Hoffmannstropfen · ↗Hustentropfen · ↗K.-o.-Tropfen · ↗Nasentropfen · ↗Regentropfen · ↗Schweißtropfen · ↗Tautropfen · ↗Wassertropfen · ↗Wermutstropfen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
kleine Menge Flüssigkeit in Form eines Eies oder einer Kugel
Beispiele:
ein Tropfen Wasser, Öl, Honig, Blut
von der Medizin sind dreimal täglich zehn Tropfen einzunehmen
die ersten Tropfen (= Regentropfen) sind schon gefallen
es begann in feinen Tropfen zu regnen
er hatte einen Tropfen an der Nase
große Tropfen (= Schweißtropfen) standen ihm auf der Stirn
bildlich ein Tropfenein wenig, etwas Flüssiges
Beispiele:
ich habe keinen, nicht einen Tropfen (Milch) im Hause
das war der letzte Tropfen (= Rest)
dem Kind ein paar Tropfen Tee einflößen
das ist wie ein Tropfen auf den heißen Stein (= kaum, gar nicht wahrzunehmen, viel zu wenig)
sprichwörtlichsteter Tropfen höhlt den Stein (= Beharrlichkeit führt zum Ziel)
übertragen
Beispiele:
Aber ein Tropfen Dankbarkeit war doch jedenfalls mit dabei [BrodZauberreich272]
in der Süße der Liebesmelodie fand sich stets ein Tropfen Wermut [VictorSchriften3,412]
2.
umgangssprachlich Medizin, die in Form von 1 genommen wird
Grammatik: meist im Plural
Beispiele:
schmerzstillende Tropfen
jmdm. Tropfen verschreiben
Tropfen einnehmen
3.
umgangssprachlich, scherzhaft ein guter Tropfenein guter Wein, Weinbrand, Branntwein
Beispiel:
das ist ein edler (= sehr wohlschmeckender) Tropfen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tropfen · tropfen · tröpfeln
Tropfen m. ‘kleinste Menge Flüssigkeit’, ahd. tropho (8. Jh.), mhd. tropfe, trophe, (md.) troppe, frühnhd. (mit Endungs-n aus den obliquen Kasus) tropfen (16. Jh., vgl. md. droppen, 15. Jh.), mnl. droppe, druppe (vgl. nl. droppel, druppel) stehen als Neuerung mit Geminate (wohl unter Einfluß des nahestehenden Verbs, s. unten) gegenüber einfache Konsonanz aufweisendem asächs. drop, mnd. mnl. drope, aengl. dropa, engl. drop, anord. dropi. Alle Formen gehören ablautend zu dem unter ↗triefen (s. d.) behandelten Verb. Redensartlich steter Tropfen höhlt den Stein, älter ein weycher tropff hölet auch die steyn ausz (1541), vgl. lat. gutta cavat lapidem (Ovid); ein Tropfen auf dem, einem heißen Stein ‘viel zu wenig’ (1. Hälfte 19. Jh.). tropfen Vb. ‘in Tropfen herabfallen (lassen)’, ahd. trophōn (um 800), mhd. tropfen, mnd. drüppen, dröppen, mnl. droppen zeigt gegenüber ↗triefen (s. d.) intensivierende (bzw. lautsymbolische) Doppelkonsonanz. Vgl. (unpersönlich) es tropft ‘es regnet in vereinzelten Tropfen, es fängt an zu regnen’ (16. Jh.). tröpfeln Vb. ‘in einzelnen, wenigen Tropfen herabfallen, in kleinen Tropfen verabreichen’ (15. Jh.), Deminutiv- und Iterativbildung zu tropfen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Getränk · ↗Trank · ↗Trunk  ●  ↗(das) Trinken  ugs. · ↗Drink  ugs. · ↗Durstlöscher  ugs. · ↗Gesöff  ugs. · Tropfen  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blut Flüssigkeit Ozean Pille Salbe Stein Tablette Tropfen Wasserhahn abperlen anrühren berühmt dick edel erlesen fallend fein höhlen kondensieren perlen prasseln rinnen sprichwörtlich stet trinken träufeln vergießen verkosten verschütten winzig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tropfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei mehr als 5000 öffentlichen Schulen ist das ein Tropfen auf den heißen Stein.
Süddeutsche Zeitung, 05.08.2003
Langsam fällt der Tropfen hinunter und schnürt sich dann mit einem Male ab.
Der Tagesspiegel, 10.12.2002
Aber das war nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.
Kurz, Robert: Schwarzbuch Kapitalismus, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 419
Es werden dann meist gute Tropfen aus der Hausbar herumgereicht.
Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 22905
Wann werde ich den Mut finden, aus dem Tropfen auf den Eimer zu schließen?
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1929. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1929], S. 106
Zitationshilfe
„Tropfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tropfen>, abgerufen am 19.11.2019.

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