Trophäe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Trophäe · Nominativ Plural: Trophäen
Aussprache
WorttrennungTro-phäe (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Trophäe‹ als Letztglied: ↗Jagdtrophäe · ↗Siegestrophäe
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Siegerpreis bei Sportwettkämpfen
Beispiele:
die Trophäe erringen
der Sportler hat viele schöne Trophäen gesammelt
Heute ist der Davis-Cup die wertvollste Trophäe des weißen Sports [Tageszeitung1964]
2.
erbeutetes feindliches Ausrüstungsstück, besonders Waffen, Fahnen
Beispiele:
Trophäen erbeuten
Wir schwenkten als Trophäen ein paar Hakenkreuzbinden, die wir den SA-Leuten abgerissen hatten [UhseSöldner70]
trat ein Soldat ... auf mich zu und wünschte die Waffe, die ihm wohl als Trophäe begehrenswert schien [Erh. KästnerZeltbuch27]
Teil der Jagdbeute, besonders in Form eines Geweihs, Fells, als Erinnerung an eine Jagd
Beispiel:
der Jäger hängte seine Trophäen an die Wände des Wohnzimmers
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Trophäe f. ‘erbeutetes feindliches Ausrüstungsstück, Siegeszeichen’, Entlehnung (1. Hälfte 16. Jh.) aus spätlat. trophaeum, lat. tropaeum, griech. tropá͞ion (τροπαῖον) ‘Siegeszeichen, -denkmal’, ursprünglich ein mit erbeuteten Waffen behängter Baum an der Stelle, wo der Feind sich zur Flucht gewandt hatte, dem substantivierten Neutrum von griech. tropá͞ios (τροπαῖος) ‘Wendung (der Feinde) herbeiführend, Sieg verleihend’, abgeleitet von griech. tropḗ (τροπή) ‘Wendung (der Sonne, des Feindes), Wechsel’; zu griech. trépein (τρέπειν) ‘wenden, umkehren, in die Flucht schlagen, sich wenden, sich ändern, die Flucht ergreifen’. Anfangs in lat. (flektierter) Form Trophaeum n., häufiger der Plur. Tropheen n., vom 17./18. Jh. an auch, dem Frz. folgend, Trophée. Seitdem oft mit unklarem fem. Genus (als Fem. aufgefaßte Rückbildung aus dem Plur.? Oder da mfrz. frz. trophée m. irrig als Fem. gedeutet wurde?). In der Verwendung zunächst an das antike Vorbild anknüpfend ‘zum Andenken an einen Sieg errichtetes Ehrenmal (aus erbeuteten Waffen)’ (bis 1. Hälfte 19. Jh.), in der Kunst ‘aus Stein gehauene oder in Erz gegossene Nachbildung von eroberten, ornamental gruppierten Waffen und anderem Kriegsgerät’ (18./19. Jh.), auch ‘(zum Gedenken ausgestellte) erbeutete Waffe, Beutestück’ (Anfang 18. Jh.), ‘(zum Andenken ausgestellter) Teil des erjagten Wildes (Geweih, Hauer)’ (19. Jh.), im Sport ‘Pokal, Medaille zur Erinnerung an einen Sieg’ (1. Hälfte 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Siegeszeichen · Trophäe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Empfang Filmpreis Jagd Lebenswerk Nebendarsteller Pokal Segelsport Vereinsfußball Verleihung Vitrine abräumen absahnen begehrt bronzen einheimsen entgegennehmen erbeutet ergattern golden heimtragen hochhalten prestigeträchtig recken silbern stemmen vergeben vorzeigen wegschnappen wertvoll überreichen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Trophäe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dies war die Chance, die letzten Trophäen zu ergattern und man ergriff sie mit vollen Händen.
Die Welt, 17.12.2005
Die Wand vor dem Eingang zum Restaurant ist jedenfalls übersät mit sorgfältig gerahmten Trophäen.
Der Tagesspiegel, 16.10.2004
Der will dich natürlich nur als Trophäe über seinem Kamin, preßte ich hervor.
Rothmann, Ralf: Stier, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1991 [1991], S. 308
Denn der 100-Meter-Lauf ist nun einmal die umkämpfteste Trophäe der Olympischen Spiele.
o. A.: Olympische Sommerspiele 1936 in Berlin, Wettbewerbe. Reportage vom 100 m-Endlauf der Männer, 03.08.1936
Sie zitterte nicht, während sie die gefragte Trophäe hochhielt, der deutschen Frauen liebstes Geschenk.
Zwerenz, Gerhard: Die Ehe der Maria Braun, München: Goldmann 1979, S. 37
Zitationshilfe
„Trophäe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Trophäe>, abgerufen am 21.04.2019.

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