Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Trotzkopf, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Trotzkopf(e)s · Nominativ Plural: Trotzköpfe
Aussprache 
Worttrennung Trotz-kopf
Wortzerlegung trotzen Kopf, Trotz Kopf
Wortbildung  mit ›Trotzkopf‹ als Erstglied: trotzköpfig
eWDG

Bedeutung

trotziger Mensch
Beispiel:
das Kind ist ein Trotzkopf
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Trotz · trotzen · tratzen · trotzig · trotz · trotzdem · Trotzkopf
Trotz m. ‘Widersetzlichkeit, Eigensinn’, mhd. (vorwiegend) tra(t)z, (md.) trotz, (obd.) tru(t)z ‘Widersetzlichkeit, Feindseligkeit, Herausforderung’, frühnhd. auch ‘Unerschrockenheit, Mut’, mnd. trot (in der Fügung trot bēden ‘Trotz bieten’), seit dem 17. Jh. in der Literatursprache durch md. Trotz und in bestimmten Wendungen (vgl. Schutz und Trutz) durch obd. Trutz vertreten. Dazu trotzen, tratzen Vb. ‘Widerstand leisten, einer Herausforderung standhalten’, auch ‘verstockt, bockig sein’ sowie ‘reizen, ärgern, necken’, mhd. (vorwiegend) tratzen, (mit Umlaut) tretzen, (md.) trotzen, frühnhd. (obd.) trutzen ‘reizen, herausfordern zum Kampf, Widerstand leisten, Gehorsam verweigern, mutig, tapfer, hochmütig sein’. Herkunft ungeklärt. Die im Vokalismus unterschiedlichen Formen lassen lautmalenden Ursprung vermuten. de Vries Nl. 724 verbindet trotzen unter Annahme von Metathese mit mnl. tarten, terten, torten, nl. tarten ‘reizen, herausfordern, trotzen’; Pokorny 1, 207 erwägt Verbindung mit aengl. teart ‘streng, scharf, bitter’, vielleicht auch zart (s. d.) im Sinne von ‘zerfasert’, und knüpft an die unter zehren, zerren (s. d.) dargestellte Wurzel ie. *der(ə)-, *drē- ‘schinden, (ab)spalten’ an. – trotzig Adj. ‘widersetzlich, eigensinnig, bockig’, mhd. tratzic, tretzig, (md.) trotzic, frühnhd. (obd.) trutzic. trotz Präp. ‘ungeachtet’, hervorgegangen (16./17. Jh.) aus Verbindungen des Substantivs mit nachfolgendem Dativ als eingeschobener Satz (vgl. Trutz meinem Feind), später (Mitte 18. Jh.) auch mit Genitiv. Der Dativ ist erhalten in trotzdem Konj. ‘dennoch’ (19. Jh.), aus trotz dem, daß … Trotzkopf m. ‘trotziger Mensch’ (18. Jh.), älter ‘eigensinnige, halsstarrige Haltung’ (17. Jh.).

Verwendungsbeispiele für ›Trotzkopf‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese gräßliche Geschichte, »Trotzkopf« Band eins, habe ich vor über dreißig Jahren verschlungen. [Die Zeit, 13.05.1983, Nr. 20]
Manche Männer sind solche infantilen Trotzköpfe, dass man sie schütteln müsste. [Der Tagesspiegel, 21.08.2000]
Ihre Schwester war schon ein großer Trotzkopf und ist es auch heute noch. [Süddeutsche Zeitung, 09.09.2000]
Für uns Mädchen war es damals schon in Ordnung, daß so einem wilden, vorlauten, aufmüpfigen Trotzkopf eine gefälligere Form angepaßt wurde. [Die Zeit, 13.05.1983, Nr. 20]
Nick Heidfeld sieht seine Position für 2002 nicht als die eines Trotzkopfes. [Der Tagesspiegel, 05.11.2001]
Zitationshilfe
„Trotzkopf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Trotzkopf>.

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