Trotzkopf, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum)
Aussprache 
Worttrennung Trotz-kopf
Wortzerlegung TrotzKopf
Wortbildung  mit ›Trotzkopf‹ als Erstglied: ↗trotzköpfig
eWDG, 1976

Bedeutung

trotziger Mensch
Beispiel:
das Kind ist ein Trotzkopf
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Trotz · trotzen · tratzen · trotzig · trotz · trotzdem · Trotzkopf
Trotz m. ‘Widersetzlichkeit, Eigensinn’, mhd. (vorwiegend) tra(t)z, (md.) trotz, (obd.) tru(t)z ‘Widersetzlichkeit, Feindseligkeit, Herausforderung’, frühnhd. auch ‘Unerschrockenheit, Mut’, mnd. trot (in der Fügung trot bēden ‘Trotz bieten’), seit dem 17. Jh. in der Literatursprache durch md. Trotz und in bestimmten Wendungen (vgl. Schutz und Trutz) durch obd. Trutz vertreten. Dazu trotzen, tratzen Vb. ‘Widerstand leisten, einer Herausforderung standhalten’, auch ‘verstockt, bockig sein’ sowie ‘reizen, ärgern, necken’, mhd. (vorwiegend) tratzen, (mit Umlaut) tretzen, (md.) trotzen, frühnhd. (obd.) trutzen ‘reizen, herausfordern zum Kampf, Widerstand leisten, Gehorsam verweigern, mutig, tapfer, hochmütig sein’. Herkunft ungeklärt. Die im Vokalismus unterschiedlichen Formen lassen lautmalenden Ursprung vermuten. de Vries Nl. 724 verbindet trotzen unter Annahme von Metathese mit mnl. tarten, terten, torten, nl. tarten ‘reizen, herausfordern, trotzen’; Pokorny 1, 207 erwägt Verbindung mit aengl. teart ‘streng, scharf, bitter’, vielleicht auch ↗zart (s. d.) im Sinne von ‘zerfasert’, und knüpft an die unter ↗zehren, ↗zerren (s. d.) dargestellte Wurzel ie. *der(ə)-, *drē- ‘schinden, (ab)spalten’ an. trotzig Adj. ‘widersetzlich, eigensinnig, bockig’, mhd. tratzic, tretzig, (md.) trotzic, frühnhd. (obd.) trutzic. trotz Präp. ‘ungeachtet’, hervorgegangen (16./17. Jh.) aus Verbindungen des Substantivs mit nachfolgendem Dativ als eingeschobener Satz (vgl. Trutz meinem Feind), später (Mitte 18. Jh.) auch mit Genitiv. Der Dativ ist erhalten in trotzdem Konj. ‘dennoch’ (19. Jh.), aus trotz dem, daß … Trotzkopf m. ‘trotziger Mensch’ (18. Jh.), älter ‘eigensinnige, halsstarrige Haltung’ (17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Trotzkopf‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Trotzkopf‹.

Verwendungsbeispiele für ›Trotzkopf‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Manche Männer sind solche infantilen Trotzköpfe, dass man sie schütteln müsste.
Der Tagesspiegel, 21.08.2000
Diese gräßliche Geschichte, „Trotzkopf“ Band eins, habe ich vor über dreißig Jahren verschlungen.
Die Zeit, 13.05.1983, Nr. 20
Ihre Schwester war schon ein großer Trotzkopf und ist es auch heute noch.
Süddeutsche Zeitung, 09.09.2000
Im vierten Satz lachte und scherzte er auch bei aussichtslosem Rückstand auf dem Feld fast wie ein Trotzkopf.
Süddeutsche Zeitung, 27.01.2003
Little Oskar, der Trotzkopf von der Saar, beschimpft nämlich seine alten Spielkameraden.
Die Welt, 27.05.2002
Zitationshilfe
„Trotzkopf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Trotzkopf>, abgerufen am 08.08.2020.

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