Trug, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Trug(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Trug‹ als Erstglied: ↗Trugbild · ↗Trugdolde · ↗Trugschluss · ↗Trugschrift
 ·  mit ›Trug‹ als Letztglied: ↗Augentrug · ↗Sinnentrug
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
gehoben
veraltend absichtliche Täuschung, Betrug
Beispiele:
den Trug durchschauen, erkennen, beseitigen
auf Trug sinnen
Trug und Verleumdung
die Proletarier-Soldaten, die ... »jubelnd« usw. in den Tod gingen oder noch gehen, sind Opfer eines schändlichen Trugs [LiebknechtReden421]
Lug und TrugLüge und Betrug
Beispiele:
das war alles Lug und Trug
etw. für Lug und Trug halten
mit, durch Lug und Trug hat er das erreicht
abwertendmit, durch Lug und Trug hat er das erschlichen
2.
Sinnestäuschung, Vortäuschung von nicht Vorhandenem
Beispiele:
Schein und Trug
»Guten Morgen, Vater!« hatte Mendel Singer gesagt – und geglaubt, eine Antwort zu hören. Ein Trug war es gewesen [J. RothHiob240]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trügen · Trug · Trugbild · Trugschluß · trügerisch · betrügen · Betrüger · Betrug
trügen Vb. ‘betrügen, täuschen, irreführen’. Das nur im Dt. und Nl. belegte stark flektierende Verb ahd. triogan (8. Jh.), mhd. triegen ‘(be)trügen, täuschen’, reflexiv ‘sich täuschen, sich irren’, asächs. driogan ‘betrügen’, mnd. drēgen, mnl. drieghen (germ. *dreugan) ist verwandt mit ahd. gitrog ‘Trugbild, Gespenst’ (9. Jh.), asächs. gidrog ‘Trugbild’, anord. draugr ‘Gespenst, Wiedergänger’, mit der unter ↗Traum (s. d.) behandelten Wortgruppe sowie mit aind. drúhyati ‘beschädigt, sucht zu schaden’, drṓghaḥ ‘schmähend, boshaft, trügerisch’, awest. draog- ‘lügen, trügen’, mir. aur-ddrach ‘Gespenst’. Alle Formen führen auf ie. *dhreugh- ‘trügen, listig schädigen’, vielleicht eine Erweiterung der Wurzel ie. *dhu̯er(ə)- ‘durch Täuschung, Hinterlist zu Fall bringen, schädigen’. Im Nhd. gilt zunächst triegen mit den Präsensformen du treugst, er treugt. In der 2. Hälfte des 17. Jhs. wird entweder zu -ie- oder (nach dem Vorbild von lügen) zu -ü- vereinheitlicht. Endgültig setzt sich trügen, trügst, trügt im 19. Jh. durch. Trug m. ‘Betrug, Täuschung, falscher Schein’, mhd. truc, für mhd. trüge ‘Trug, Betrug’ eintretend. Trug ist vor allem lebendig in der Fügung Lug und Trug (16. Jh.). Trugbild n. ‘Täuschung’, ahd. trugibilidi ‘Teufelsbild, Gespenst’ (um 900), mhd. trüge-, trugebilde ‘täuschendes Bild’; geläufig seit dem 18. Jh. und wohl von Herder neu gebildet als Verdeutschung von Phantom im Sinne von ‘Sinnestäuschung, von der Phantasie geschaffene Vorstellung, Selbsttäuschung, Irrtum’. Trugschluß m. Terminus der Logik ‘unrichtiger, von einer falschen Prämisse ausgehender Schluß’ (1743 bei Gottsched für frz. un grand sophisme), allgemein ‘auf einem Denkfehler beruhende Schlußfolgerung, Irrtum’ (Ende 18. Jh.); zuvor Betrugsschluß (1. Hälfte 17. Jh.). trügerisch Adj. ‘betrügerisch, hinterlistig, heuchlerisch’ (16. Jh.), ‘täuschend, irreführend’ (18. Jh.), zu ahd. triogāri ‘Heuchler’ (um 800), mhd. trigære, trieger. betrügen Vb. ‘(be)schwindeln, sich einen Vorteil durch Täuschung ergaunern’, (reflexiv) ‘sich nicht die Wahrheit eingestehen’, ahd. bitriogan ‘betrügen, täuschen’ (8. Jh.), mhd. betriegen ‘verlocken, betrügen, betören, verblenden’; Betrüger m. (15. Jh.); Betrug m. ‘Schwindel, Täuschung, Lüge’ (15. Jh.); vgl. ahd. bitrog (11. Jh.), mhd. betroc.

Typische Verbindungen zu ›Trug‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

List Lüge Schein Schwelle Selbstbetrug Spuk Traum Täuschung Wahn Wahrheit Wirklichkeit bloß durchschauen entlarven erweisen süß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Trug‹.

Verwendungsbeispiele für ›Trug‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber vielleicht ist dies nur perspektivischer Trug, denn wann endete die Französische Revolution?
Süddeutsche Zeitung, 08.11.1997
Wo sollte ich hier je den Ausgang aus dem totalen Trug finden?
Strauß, Botho: Der junge Mann, München: Hanser 1984, S. 299
Nun, kurz vor seinem Tod, entlarvte er es als verwehenden Trug.
Die Zeit, 19.08.1999, Nr. 34
Wer aber Geld für Trug gibt und Unrecht tut, was gewinnt er?
Soden, Wolfram von: Der Nahe Osten im Altertum. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 22377
Grell bestrahlt das Grauen des Endes den Trug des Ursprungs.
Adorno, Theodor W.: Minima Moralia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1971 [1951], S. 295
Zitationshilfe
„Trug“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Trug>, abgerufen am 22.02.2020.

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