Trumpf, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Trumpf(e)s · Nominativ Plural: Trümpfe
Aussprache
Wortbildung mit ›Trumpf‹ als Erstglied: ↗Trumpfass · ↗Trumpffarbe · ↗Trumpfkarte · ↗Trumpfsieben
eWDG, 1976

Bedeutung

Kartenspiel
1.
stechende Farbe oder bestimmte, bevorrechtete Karte
Grammatik: nur im Singular, ohne Artikel
Beispiele:
Herz, Kreuz, Karo, Pik ist Trumpf
beim Grand sind alle Buben Trumpf
beim Skat muss Trumpf mit Trumpf bedient werden
er hat die Hand voller Trumpf, hat nur (noch) Trumpf auf, in der Hand
Trumpf anspielen, (aus)spielen, ziehen
umgangssprachlich, übertragen etw. ist Trumpfetw. wird zurzeit am meisten geschätzt, ist gerade von größter Bedeutung
Beispiele:
Qualität, Technik, Musik ist Trumpf
selber Mitmachen war Trumpf auf dem Sportfest
in dieser Saison ist Lila Trumpf (= Mode)
die Erzeugnisse dieses Betriebes sind Trumpf (= übertreffen alles)
landschaftlich jmdm. zeigen, was Trumpf istjmdm. zeigen, wie sich die Sache verhält, wie es zuzugehen habe
Beispiel:
die Rotmundin habe ... [ihrem Mann] gesagt, was Trumpf sei [ZahnFrau Sixta283]
2.
Karte, die sticht, Trumpfkarte
Beispiele:
das ist der höchste, niedrigste, mein einziger Trumpf
einen Trumpf ausspielen, ziehen, zurückhalten
jmd. hat viele, lauter Trümpfe in der Hand
jmdm. den letzten Trumpf herausholen
mit einem Trumpf nahm er den Stich
zum Schluss kam er noch mit einem Trumpf, warf er seine Trümpfe auf den Tisch
übertragen entscheidendes Argument oder Mittel, das jmd. zu seinem Vorteil zum Einsatz bringt, für sich geltend macht
Beispiele:
dass er davon wusste, war sein einziger, stärkster Trumpf
Mary hatte ... den letzten Trumpf, den man mit der Unberührtheit in der Hand hatte, nicht richtig einzusetzen gewußt [ZuchardtNarr63]
einen Trumpf ausspieleneinen bisher zurückgehaltenen, besonders wirksamen Punkt vorbringen
Beispiel:
Die »World« hatte im letzten Moment ihren letzten und besten Trumpf ausgespielt, mit dem sie alle anderen Journale überstach [Kellerm.Tunnel41]
umgangssprachlich einen Trumpf, seine Trümpfe in der Hand, in (den) Händen haben, halten, behaltenVorteile auf seiner Seite haben, behalten
Beispiele:
dem Gegner alle, die Trümpfe aus der Hand nehmen, schlagen, winden (= dessen Vorteil wirkungslos machen)
Die Wahrheit ist, daß die Türken in diesem Spiel die Trümpfe in der Hand halten [WerfelMusa Dagh511]
In seiner Bauernschlauheit dachte er, damit einen Trumpf in die Hand zu bekommen [Wasserm.Maurizius83]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Trumpf · trumpfen · auftrumpfen · übertrumpfen
Trumpf m. ‘stechende Farbe oder Karte’ (im Kartenspiel), übertragen ‘entscheidendes, zum Vorteil gereichendes Argument oder Mittel’, volkssprachliche Vereinfachung des 16. Jhs. von ↗Triumph (s. d.) und anfangs gelegentlich auch wie dieses in der Bedeutung ‘Sieg, prunkvoller Einzug’, vorwiegend aber als Ausdruck des Kartenspiels ‘siegende, stechende Farbe’ (belegt seit 1590, älter Triumph, 1541, in dieser Form vereinzelt noch bis ins 18. Jh.) unter Einfluß von gleichbed. mfrz. triumphe, frz. triomphe f. Der Ausdruck gelangt durch Spielkarten, die eine Art Triumphzug darstellen, in die Sprache des Kartenspiels. Übertragener Gebrauch im Sinne von ‘derbe, schlagende Reden, Schelte’ (so schon 16. Jh.), dann besonders ‘keine Widerrede duldendes, beweiskräftiges letztes Wort, ausschlaggebendes Argument, Mittel, Ereignis’ wird im 18. Jh. geläufig. Trumpf steht vielfach in festen Wendungen des Kartenspiels, vgl. Trumpf sein (18. Jh.), übertragen ‘entscheidend, ausschlaggebend sein’ (19. Jh.); einen Trumpf in Händen halten, übertragen ‘einen Vorteil auf seiner Seite haben’ (19. Jh.); alle Trümpfe in der Hand halten ‘überlegen, unschlagbar sein’ (19. Jh.); einen Trumpf ausspielen ‘etw. Entscheidendes einsetzen’ (um 1800), ‘den Ton angeben’ (19. Jh.). trumpfen Vb. ‘Karten spielen’ (16. Jh.), ‘die Trumpfkarte ausspielen’ (17. Jh.), ‘Widerpart halten, mit einer Antwort abfertigen’ (18. Jh.). auftrumpfen Vb. ‘jmdm. deutlich die Meinung sagen’ (2. Hälfte 18. Jh.), ‘seine Überlegenheit hervorkehren’ (19. Jh., verbreitet im 20. Jh.). übertrumpfen Vb. ‘ein mit einem Trumpf gestochenes Blatt mit einem höheren Trumpf stechen’ (Ende 18. Jh.), übertragen ‘überbieten, ausstechen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Trumpf · ↗Vorteil · ↗Vorzug  ●  ↗(unsere) Wunderwaffe  ugs., scherzhaft, fig. · Ass im Ärmel  ugs., fig.
Antonyme
  • Trumpf

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstiegskampf Ausspielen Geschlossenheit Gesellschafter Hand Hinterhand Kartenspiel Lusche Poker Schnelligkeit Tasche Zuverlässigkeit allerletzt aufwarten ausspielen einzig entscheidend gewichtig letzt restlich stechen touristisch unterschätzend vermeintlich verspielen wertvoll zaubern zuspielen zücken Ärmel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Trumpf‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch leichtfertig gaben die Bayern ihre Trümpfe aus der Hand.
Die Welt, 06.12.2004
Dieser Trumpf sticht nicht mehr seit sich neue Alternativen abzeichnen.
Der Tagesspiegel, 22.08.1997
Wenn sie standhielten, dann besaß Rom noch manche Trümpfe in seiner Hand.
Hoffmann, Wilhelm: Roms Aufstieg zur Weltherrschaft. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 8847
Damit hatte er sich im Spiel der Kräfte einen hohen Trumpf gesichert.
Kraus, Hans-Joachim: Israel. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 27994
Ich glaube, mit diesem Trumpf könnten wir sehr viel gewinnen.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 4298
Zitationshilfe
„Trumpf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Trumpf>, abgerufen am 07.12.2019.

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