Tsunami, der oder die

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Tsunamis · Nominativ Plural: Tsunamis
Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Tsunami · Nominativ Plural: Tsunami(s)
Aussprache  [ʦuˈnaːmi]
Worttrennung Tsu-na-mi
Herkunft Japanisch
DWDS-Vollartikel, 2018

Bedeutung

überwiegend durch Seebeben oder heftige Winde ausgelöste, sich mit hoher Geschwindigkeit ausbreitende Welle, die sich in Küstennähe zu einer hohen Flutwelle auftürmt und in küstennahen Landstreifen starke Zerstörungen verursachen kann
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein verheerender, zerstörerischer, tödlicher, meterhoher, gewaltiger, gigantischer Tsunami
als Akkusativobjekt: eine Tsunami auslösen, hervorrufen, verursachen, erleben, überleben, überstehen
als Dativobjekt: einem Tsunami standhalten
in Präpositionalgruppe/-objekt: etw. wird bei einem, durch einen Tsunami beschädigt, zerstört, verwüstet; ein Erdbeben mit einem Tsunami; ein Anzeichen, ein Frühwarnsystem für einen Tsunami
in Koordination: Erdbeben, Beben, Seebeben, Vulkanausbruch, Überschwemmung und Tsunami
hat Präpositionalgruppe/-objekt: der Tsunami [rast] auf die Küste, die Insel [zu]
als Genitivattribut: die Ausbreitung, die Wucht, die Gefahr, die Auswirkungen, die Folgen, die Überlebenden, die Opfer des Tsunamis
Beispiele:
Die Tsunami entstehen nach Meinung der Experten nach Seebeben, Vulkanausbrüchen am Meeresboden und gewaltigen Erdrutschen an den Hängen der Tiefseegräben. [Neues Deutschland, 04.10.1986]
Besonders stark in Erinnerung bleibt der Tsunami von 2004 in Indonesien und benachbarten Ländern, bei dem mehr als 230.000 Menschen ums Leben kamen, sowie der Tsunami im Nordosten Japans vor sechs Jahren, bei dem etwa 16.000 Menschen starben und der die Reaktokatastrophe von Fukushima auslöste. [Spiegel, 26.10.2017 (online)]
Als gesichert gilt, dass der Einschlag [eines Asteroiden am Ende der Kreidezeit] unmittelbar Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche auslöste, die sich verheerend auf die damaligen Bewohner des Planeten auswirkten. [Neue Zürcher Zeitung, 22.08.2017]
übertragenDer globale Tsunami des Populismus erreicht gerade seinen bisherigen Höhepunkt. [Süddeutsche Zeitung, 11.11.2016]
bildlichAls der Psychologe Hans Jürgen Eysenck 1952 erstmals den Verdacht aussprach, alle Psychotherapie sei nichts als ein Placebo, schlug ihm aus der Innung eine Tsunami von Feindschaft entgegen. [Die Zeit, 08.10.1998, Nr. 42]
Aber auch der Atlantische Rücken, der sich durch den gesamten Atlantischen Ozean zieht, ist ein Gebiet mit hoher Bebenaktivität. Deshalb kann auch dort bei äußerlich ruhigem Seegang eine solche Tsunami die Küste erreichen und einen gefährlichen Rückstrom erzeugen. [o. A. [cu]: Grundwelle. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1984]]
Als himmlisches Strafgericht, unheimlich und rätselvoll, erschien den Gläubigen des Christentums die große Flut, und ähnlich fassungslos standen Japans Bewohner vor der Katastrophe, wenn sie ihre Insel heimsuchte: »Tsunami« – die »Woge im Hafen«. [Der Spiegel, 22.04.1968, Nr. 17]

Thesaurus

Synonymgruppe
Flut  ●  Tsunami (nach Seebeben)  japanisch
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Tsunami‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tsunami‹.

Zitationshilfe
„Tsunami“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tsunami>, abgerufen am 03.06.2020.

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