Tuchfühlung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungTuch-füh-lung
eWDG, 1976

Bedeutung

enger Abstand zwischen Personen, wobei diese sich leicht berühren
Beispiele:
Tuchfühlung (mit jmdm.) haben, halten, nehmen
Militär ausrichten, Tuchfühlung! (= Kommando)
auf Tuchfühlung gehen, bleiben
in Tuchfühlung stehen, marschieren
übertragen enge Beziehung, Verbindung
Beispiele:
der Abgeordnete hielt stets Tuchfühlung mit seinen Wählern
der Rennfahrer verlor nie die Tuchfühlung mit der Spitze
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tuch · Tuchfühlung
Tuch n. ‘Stoff, (Woll)gewebe’ (Plur. Tuche), ‘abgegrenztes, meist viereckiges Stück Stoff’ (Plur. Tücher). Ahd. tuoh n., auch m. (9. Jh.; vgl. kelatuoh ‘Halstuch’, 8. Jh.), mhd. tuoch, (md.) tūch, dūch ‘Einzeltuch, Stoffart von bestimmter Länge, Tuchballen’, asächs. -dōk (in hullidōk ‘Schleier’), mnd. dōk, mnl. doec, nl. doek ‘Tuch, Zeug, Leinwand’; engl. duck ‘Segeltuch, Sackleinwand’ ist aus dem Mnl., anord. dūkr ‘Tuch, Schleier, Segel’, schwed. duk ‘Tuch’ aus dem Mnd. entlehnt. Herkunft unbekannt. Eine Verbindung mit aind. dhvajáḥ ‘Fahne, Feldzeichen’ ist ungesichert. Neben den alten Plural mhd. tuoch tritt im 12. Jh. als neuer Plural mhd. tüecher. Nhd. Tuche gilt vor allem in der Sprache des Handwerks, der Tuchmacher, später der Textilindustrie, doch wird die semantische Unterscheidung beider Pluralformen in der oben genannten Weise erst im 19. Jh. allgemein. Tuchfühlung f. ‘das Berühren mit den Ärmeln (Tuch an Tuch) der im Glied stehenden Soldaten, enger Abstand zum Nebenmann’, zunächst ein Ausdruck (auch Kommando) der Soldatensprache (Ende 19. Jh.), dann verallgemeinert ‘Nähe, Berührung’, übertragen ‘enge Beziehung, Verbindung’ (1. Hälfte 20. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufstiegsplatz Fan Mächtiger Nachbar Platz Publikum Spitz Spitze Spitzenduo Spitzengruppe Spitzenreiter Spitzentrio Star Tabellenführer Tabellenspitze Wähler aufnehmen bleiben direkt eng gehen nähern stet unmittelbar

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tuchfühlung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir sehen Sie immer nur auf Tuchfühlung mit schönen Frauen - arbeiten Sie auch mal?
Bild, 15.09.2005
In Tuchfühlung kriechen wir zu den vorderen Stellungen den Graben entlang.
Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 31
Doch noch nie so früh war er auf Tuchfühlung mit dem Geschehen auf dem Rasen gegangen.
Der Tagesspiegel, 19.03.2000
Keiner scheute die Tuchfühlung mit dem anderen, mit Arbeitern, Handwerkern und Bauern.
Hartung, Hugo: Wir Wunderkinder, Düsseldorf: Droste Verl. 1970 [1959], S. 231
Er pflanzt sich dicht vor Hans Pfeiffer auf, fast in Tuchfühlung.
Spoerl, Heinrich: Die Feuerzangenbowle, München: Piper o.J. [1933], S. 100
Zitationshilfe
„Tuchfühlung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tuchfühlung>, abgerufen am 23.05.2019.

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